Fitnessvertag: Den Vertrag im Fitnss-Studio leichter kündigen

Es ist nun um einiges Leichter aus dem Vertrag im Fitness Studio zu kommen. In erster Linie, und darum ging es dem Verbraucher, sei ein fortführen des Vertrages bei einer Krankheit nicht mehr zuzumuten. Wo bisher die Studios eine Verschiebung der Vertragslaufzeit zugestanden haben, müssen sich diese nun an den Wünschen des Kunden richten.

Durch die höchstrichterliche Rechtsprechung kann nun davon ausgegangen werden, dass der Kunde bei vorliegen eines ärztlichen Attest den Vertrag vorzeitig kündigen kann. Weder muss er eine Zeitraumveränderung in Kauf nehmen noch gar für etwas zahlen, was er nicht mehr benutzen kann.
Auch, und das ist ganz wichtig, geht klar aus dem Urteil hervor, müssen sie als Fitness-Kunde dem Studiobetreiber die Gründe ihrer Krankheit nicht darlegen. Das Attest des Arztes reicht aus. Keineswegs kann das Fitness-Studio verlangen, dass sie einen anderen Arzt aufsuchen oder gar ein Gutachten vorlegen.

Gleiches gilt für Schwangere. Sie haben ein klares Sonderkündigungsrecht und müssen sich auch nicht darauf einlassen, den Vertrag nach der Entbindung weiter zu führen, denn ob eine werdende Mutter nach der Geburt ihres Kindes überhaupt noch ins Studio will oder kann ist zu diesem Zeitpunkt nicht absehbar.

Damit sind Studio Verträge in Fitnessbereich nun nicht mehr in Stein gemeißelt und Kunden haben wieder ein Stück weit mehr Rechtssicherheit.

Weitere Gründe für eine Vertragskündigung sind:

  • Das Studio ändert den Ort seiner Geschäftsräume
  • Der Kunde zieht weiter weg
  • Die Öffnungszeiten ändern sich stark
  • Es stehen deutlich weniger Geräte zur Verfügung

Problematisch wird es, wenn einzig der Inhaber wechselt. Hier hat der Kunde kein Recht seinen Vertrag zu kündigen, wen nder neue Besitzer keine einschneidenden Änderungen vornimmt.
Auch wenn ein Gerät kaputt ist oder ersatzlos gestrichen wird, muss der Kunde bleiben.

Bei den Kündigungsfristen hat sich nichts geändert. Die Verträge dürfen sich automatisch verlängern, aber um maximal sechs Monate. Klauseln nach denen nur einmal im Jahr zu einem vorgegebenen Termin gekündigt werden darf sind unwirksam.

Ein großes Problem sind nach wie vor freiwillige Leistungen im Fitnessstudio. So ging ein Fall durch die Medien, in denen ein Studio eine Kinderbetreuung kostenlos zur Verfügung gestellt hatte.
Diese wurde später aber wegen den Kosten wieder abgeschafft. Vertraglich war diese de Mitgliedern nicht zugesprochen worden, weshalb bei Wegfall auch kein Sonderkündigungsrecht bestand.
Natürlich wirbt das eine oder andere Studio mit solchen oder anderen Zusatzleistungen. Sind diese aber nicht Bestandteil des Vertrages, so müssen sie auch nicht aufrecht erhalten werden.
Lassen sie sich daher solche Leistungen schriftlich zusichern.
Geht der Betreiber darauf nicht ein, so sollte diese Leistung auch nicht ausschlaggebend für ihre Vertragsentscheidung sein.



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