Wenn das Fahrverbot zur Arbeitslosigkeit führt

Wenn das Fahrverbot zur Arbeitslosigkeit führt
Wer eine Geschwindigkeitsüberschreitung innerhalb geschlossener Ortschaften von mehr als 30 Km/h begeht oder außerhalb bei mehr als 40 km/h zu schnell erwischt, geblitzt oder mit der Radarpistole vielleicht sogar von einem Provida Fahrzeug gefilmt wurde, ist für mindestens einen Monat seinen Führerschein los.


Seinen Führerschein wegen zu schnellem Fahren zu verlieren kann den Arbeitsplatz kosten. Dies darf niemals als Ausrede gelten, denn eine der häufigsten Gründe für Unfälle im Straßenverkehr ist und bleibt nun einmal eine unangemessene Geschwindigkeit.
Machen wir uns aber nichts vor, selbst achtzig Kilometer pro Stunde in der Stadt sind schnell mal erreicht. Oft sogar, ohne das man sich dessen bewusst ist, weil man auf unbekannten Straßen unterwegs ist und das Ortsschild vielleicht nicht gesehen hat oder dachte die Ortschaft von verlassen zu haben.

Wem das zum ersten mal passiert, wer kein notorischer Schnellfahrer, Raser und Verkehrsrowdy ist, aber auf seinem Führerschein täglich angewiesen ist und ohne ihn seinen Arbeitsplatz verlieren würde, der sollte doch eine zweite Chance erhalten.

So hat auch der ADAC schon mehrmals darauf hingewiesen, dass es möglich sein kann ,dass der Richter von einem Fahrverbot absieht, wenn Reue gezeigt wird und eine deutlich höhere Strafzahlung erfolgt. Wo laut Bußgeldkatalog einhundertsechzig Euro, drei Punkte und ein Monat Fahrverbot als Strafe gelten, kann hieraus gut auch schon mal ein vierstelliger Betrag werden, wenn von dem Fahrverbot abgesehen wird.

Dazu gibt es mehrere Beispiele aus den Gerichten wie der Fall eines Abteilungsleiters, der durch Urteil des Amtsgericht Wiesbaden Az: 5611 Js 21867/02-08 um ein Fahrverbot herum kam, da er dem Gericht schlüssig darlegen konnte, dass er im Rahmen seiner Arbeit in ganz Deutschland Termine wahrzunehmen habe.

Nun kommt aber durchaus die Frage auf, warum darf ein Richter von einem Fahrverbot absehen, wenn der Bußgeldkatalog doch dieses unmittelbar vorsieht? Die Antwort auf diese Frage ist recht einfach. Bei den Bußgeldern aus dem Bußgeldkatalog handelt es sich um Strafen für den Regelfall. Es ist leicht zu verstehen, dass hier sehr schnell ein Fall vorliegen kann ,der eben nicht der Regel entspricht und somit vom Richter anders bewertet werden darf.
Es ist nämlich durchaus ein Unterschied ob man gegen 12.00 Uhr vor einer Schule zu schnell fährt oder Nachts außerhalb geschlossener Ortschaften 40 km/h mehr als erlaubt fährt.
Welche von beiden Vergehen der Richter als beharrliche Verletzung der Pflichten eines Kraftfahrzeugführer wertet dürfte durchaus klar sein.
genau so eine beharrliche Verletzung führt in der Regel, also im Regelfall zu einem Fahrverbot. Dies kann eine erhebliche Geschwindigkeitsverletzung sein, man ist bei Rot über die Ampel gebrettert oder hat den Mindestabstand deutlich unterschritten.Auch eine der häufigsten Unfallgründe. Der Abstand zum Vordermann ist so wichtig. Mit dem Alter lässt die Reaktionsfähigkeit nach, man ist vielleicht abgelenkt und deutliche Unterschiede im Bremsverhalten der Autos machen den Auffahrunfall zu einer häufigen Unfallbegründung, vielmals auch mit Todesfolge.
Wo in der Stadt bei einem Auffahrunfall meist nur Blechschaden zu verzeichnen ist, ist ein Unfall durch das Auffahren auf ein anderes Kraftfahrzeug auf der Autobahn gern auch mal Grund für eine Massenkarambolage.

Dazu mal ein krasses Beispiel. Der alte BMW 550i schaffte bei wiederholten Vollbremsungen aus 130 km/h nach spätestens 63,5 zum stehen zu kommen.
Stellen wir uns nun vor, ein Stau auf der Autobahn. Der BMW Fahrer sieht das Stauende und latscht in die Bremse. er schafft es noch gut 10 Meter vor dem Stauende zum Stehen zu kommen, die Fahrer in den letzten Fahrzeugen des Staus atmen erleichtert auf. Nun kommt mit gleicher Geschwindigkeit wie der BMW ein Jeep Commander von hinten angerauscht. Er würde mit einem Resttempo von 90 km/h in den BMW brettern und diesen in das Stauende schieben.
Warum ist das so, weil der Jeep mehr als 22 Meter mehr zum Stillstand aus gleicher Geschwindigkeit braucht. Das bedeutet, er knallt in den BMW, schiebt diesen zehn meter weiter ins Stauende und hat selbst durch die Aufnahme kinetischer Energie durch den BMW immer noch genügend Schwung um sicher drei vielleicht sogar vier Fahrzeuge zu beschädigen.

Jeder kann sich vorstellen ,was so ein mehrere tonnen schweres Ungetüm ausrichten kann, den will man am Stauende nicht im Rückspiegel sehen.


Wir haben also gelernt. Die Geschwindigkeit möglichst einhalten, zumindest aber nicht erheblich überschreiten und einen Sicherheitsabstand einhalten, der genügend zeit lässt um auf die Aktion des Vordermanns zu reagieren.



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