Silvester: Feuerwerk gefahren Urteile Schadensersatz bei Gefährdung

Silvester: Feuerwerk gefahren Urteile Schadensersatz bei Gefährdung
Jedes Jahr zum Jahreswechsel am 31. Dezember lassen wir die Korken, Raketen und Böller krachen. An diesem Tag soll mit einem lauten Knall das alte Jahr verabschiedet werden und die bösen Geister vertrieben. Es macht wenig Sinn sich dadurch aber neue Geister oder Probleme zu schaffen. Das erste Todesopfer durch einen Böllerunfall hatten wir schon, hier hatte ein 51 jähriger Mann mit einem China Böller sich tödlich verletzt.

Es muss aber erst gar nicht zu einem Unfall mit Todesfolge kommen, auch kleineren Unfälle mit Raketen und Silvesterfeuerwerk kann zu erheblichen Problemen führen. Zunächst einmal ist jeder in der Silvesternacht für sein Handeln selbst verantwortlich, selbst dann wenn er unter hohem Alkoholkonsum steht. Jeder hat die Pflicht, beim abschließen von Raketen und Anzünden von Belang einen Sicherheitsabstand zu anderen Personen einzuhalten und keinen mutwilligen Beschädigungen herbei zu führen.

Kommt es durch das abschießen des Feuerwerkes zu einem Schaden, so entsteht dem Geschädigten daraus aller Regel ein Schadensersatzanspruch. Die Gerichte gehen durchaus davon aus, dass ein möglicher Schaden fahrlässig verursacht wurde. Aus der Benutzung des Silvesterfeuerwerk geht grundsätzlich eine Gefahr aus, weshalb dem Verursacher der Schaden angelastet werden kann, da die notwendigen Sorgfaltspflichten nur sehr schwer einzuhalten sind. Hinzu kommt das ein Bier, Sekt oder Schnaps die Sinne bewirken kann, und man nicht mehr ganz so doll auf die Sicherheit beim Silvesterfeuerwerk achtet.

Das Amtsgericht Berlin-Mitte hatte einen Mann verurteilt, der in unmittelbarer Nähe einer Frauen seine Feuerwerkskörper angezündet. Die hier abgeschossene Rakete machte beim aufsteigen in die Luft eine Kehrtwende und verletzte die Frau am Rücken. Der dadurch entstandene Schaden von gut 250 Euro sowie Schmerzensgeld in Höhe von 400 Euro wollte sie vom Verursacher erstattet haben.

Das Gericht wies die Klage zu, reduzierte jedoch den Anspruch auf 50 Prozent der eingereichten Summen, da der Frau ein Mitverschulden angelastet werden musste. Die einfache Aussage sie habe doch nur das Feuerwerk beobachten wollen reiche dazu nicht aus, da nicht wirklich festgestellt werden konnte, ob sie sich dem Verursacher genähert hatte, oder dieser sich neben sie gestellt hat. Somit ist eigentlich klar, dass allein das betreten der Straße am Sylvesterabend schon eine Mitschuld beinhaltet.


Die Sorgfaltspflichten in der Silvesternacht liegen jedoch nicht nur auf dem Rücken derer, die an Silvesterfeuerwerk anzuwenden. Das Thüringer Oberlandesgericht Jena Az: 5 U 146/06ging sogar soweit, eine Mitschuld anzunehmen, weil das Opfer eines Bienenangriffes eine leicht brennbare Kleidung während der Silvesternacht trug.

Diese bildlichen sind kleine aber schneller Feuerwerkskörper, die an einer Streichholzschachtel gerieben werden und so mit einem Feuerstrahl durch die Luft schwirren. Sie sind laut Herstellerangaben in einem ausreichenden Sicherheitsabstand zu anderen Personen anzuzünden. Dabei sollen sie auf einer geraden aber nicht brennbaren Unterlage angezündet werden. Der eigentliche Weg des Feuerwerkskörpers ist dann, dass dieser sich dreht dabei funken versprüht und dann langsam in die Luft aufsteigt.

Das bin ich in diesem Fall hatte aber wohl Rummel in der Furt und wollte sich so gar nicht an die Herstellerangaben halten. Schuld war daran aber auch wohl die gewählte Unterlage sowie der starke Wind in der Silvesternacht. Das bin ich fing nach dem Anzünden wohl am Zugreise stieg auch einen kurzen Moment in die Luft auf, machte sich dann aber auf dem Weg zur Seite und verletzte dabei einen 16 jährigen Jungen schwer. Dieser trug zum Tatzeitpunkt einen leicht brennenden Anorak der sofort in Flammen aufging und einen erheblichen Teil der Körperoberfläche schwer verbrannte.

Wie bewerteten die Richter nun die Verletzung des jungen? Der Beklagte gab an das Feuerwerk ordnungsgemäß angezündet zu haben und auch einen genügenden Sicherheitsabstand von gut 6 Meter eingehalten zu haben. Die Richter glaubten dem Mann doch wollten sie einen völligen Haftungsausschluss nicht zulasten.

Der Junge gab an sich in der Silvesternacht nur das Feuerwerk anschauen zu wollen. Er selbst habe kein eigenes Feuerwerk angezündet. Was er in der Nacht in der es recht kalt war an Kleidung getragen habe sei schließlich seine eigene Sache und könne ihn nicht angelastet werden. Dass der Anorak so schnell Feuer fangen konnte war ihm nicht bewusst und bei Kauf des Kleidungsstücks wurde auch nicht darauf hingewiesen.

In dem von dem Richter vorgeschlagenen Vergleich, sollte eine Teilschuld beider Seiten erreicht werden. Im Ergebnis sah es dann so aus, dass ein Schmerzensgeld Zahlung von 15.000 Euro sowie der Ersatz materiellen Schadens von gut 2000 Euro gezahlt werden sollte beide Seiten gingen auf diesen Vergleich ein, der darüber hinaus eine Ersatzpflicht des Beklagten beinhalten sollte, so dass auch für zukünftige Schäden des jungen wie etwa Behandlungskosten Reha Maßnahmen usw. 50 Prozent bezahlt werden müssen.

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