Ratgeber: Nachbarschaftshilfe und der Versicherungsschutz

Bei der Nachbarschaftshilfe besteht in aller Regel kein Versicherungsschutz. Gefälligkeitsschäden die entstehen, wenn der Nachbar bei einem die Blumen gießt, die Tiere füttert oder einfach nur nach dem Rechten sieht, werden zumeist nicht von der privaten Haftpflichtversicherung abgedeckt.
Die Versicherung nimmt hier an, dass ein stillschweigender Haftungsausschluss vorliegt.

Der Nachbar der um Hilfe bittet sagt sich, wird schon alles gut gehen und wenn dann habe ich halt Pech, da der Helfende ja nicht für ein Malheur aufkommen kann, sonst würde niemand mehr einem anderen helfen.
Wer also gelegentlich die Katzen des Nachbarn füttert oder die Blumen im Urlaub in der Wohnung des Nachbarn gießt, der ist von der Haftung bei einem Schaden so lange ausgeschlossen, wie man ihm keine Fahrlässigkeit oder gar Mutwilligkeit nachweisen kann.

Ein Beispiel soll verdeutlichen, wo die Gefälligkeit anfängt und wo noch der Versicherungsschutz gegeben ist.
Nehmen wir an, ein befreundetes Pärchen bittet beim Umzug um deine Hilfe.
Du sagst natürlich zu, Freunden gibt man ja nicht nur ein Küsschen, sondern hilft ihnen auch mal.
In der Wohnung der Freunde angekommen bittet dieser darum beim Abtransport der Waschmaschine mit anzufassen.
Auf der Treppe stolpert der Helfer und die Waschmaschine segelt die ganze Treppe herunter und zerfällt unten angekommen in ihre Bestandteile.
Dieser Schaden beruht auf einen Gefälligkeitsdienst und ist nicht von der Haftpflichtversicherung abgedeckt.

Anders sieht es im gleichen Fall aus, wenn man seine Freunde besucht und hier vor der Tür einen Trockner vorfindet.
Diese wollten die Freunde ihrer Mutter schenken und hatten ihn schon mal vor die Tür gestellt.

Oh denkt sich der Besucher, komm den helfe ich der Trockner ist ja nicht schwer, den bringe ich schon mal runter.
Stolpert der Helfer nun und der Trockner geht dabei kaputt, so ist dies keine Gefälligkeit und die Versicherung muss zahlen.

Der Helfer hat den Trockner ohne geben worden zu sein herunter getragen als keine Gefälligkeit aufgrund einer Bitte ausgeübt. Da er dem Freund einen Schaden zugefügt hat, muss auch die eigene Versicherung diesen übernehmen.

Dieser Fall beruht auf einer wahren Begebenheit.



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