Ratgeber Fitness-Studio Verträge

Fitnessstudio sind beliebt wie eh und je, aber immer nur so lange, bis man aus dem Vertrag aussteigen möchte. Im Besten Fall reicht man seine Kündigung rein, bekommt diese Quittiert und man verlässt problemlos zum Vertragsende das Studio.

Es zeigt sich aber, das dies eher der seltene Fall ist. Kündigungen werden nicht angenommen oder akzeptiert, bei Arbeitsplatzwechsel oder Umzug gibt es nur Probleme, und bei Krankheit weigern sich die Studios die Laufzeit zu verlängern. Es wird also Zeit für einen Ratgeber zum Fitness Studio in dem alle Fragen einfach erklärt werden.

Kündigung
Während der Grundlaufzeit können Sie den Vertrag unter normalen Umständen nicht kündigen. Überlegen Sie daher gut, ehe Sie sich für ein oder gar zwei Jahre an das Studio binden. Die monatliche Rate mag dann zwar etwas günstiger sein, aber was nutzt das, wenn Sie gar nicht mehr trainieren wollen? Für Einsteiger ist ein Vertrag mit kurzer Kündigungsfrist sinnvoller.

Stillschweigende Verlängerung
Die Verträge verlängern sich meist automatisch, wenn sie nicht fristgerecht gekündigt werden. Tipp: Beim Abschluss gleich kündigen, dann ist man auf der sicheren Seite. Wollen Sie später doch weiter trainieren, wird Ihr Studio sicher nicht Nein sagen.

Krankheit
Wer länger und ernsthaft krank ist, darf außerordentlich kündigen. Bitten Sie Ihren Arzt um ein Attest mit dem Zusatz: „Für nicht absehbare Zeit sportuntauglich“.

Mitglieder eines Sportstudios, die auf ärztlichen Rat nicht weiter trainieren sollen, dürfen fristlos kündigen und brauchen keine weiteren Beiträge mehr zu zahlen. Das hat das Amtsgericht Frankfurt Az: 32 C 3558/96-19

Schwangerschaft
Mit dickem Bauch zum Aerobic-Kurs? Wer das nicht will oder kann, sollte mit dem Studioleiter sprechen. Eventuell dürfen Sie kündigen. Oder man hängt die Zeit, die Sie nicht trainieren können, ans Ende der Vertragslaufzeit. Eine eindeutige Rechtsprechung gibt es hier nicht.

Umzug
Die meisten Studios erkennen einen Umzug als Kündigungsgrund an, wenn man dann mehr als 20 km zum Training fahren müsste.

Öffnungszeiten
Ein Kündigungsrecht hat man in der Regel auch dann, wenn man in seinen Trainingsmöglichkeiten stark eingeschränkt wird, etwa durch geänderte Öffnungszeiten oder Renovierungsarbeiten.

Eigene Getränke
Ein Sportstudio darf seinen Mitgliedern nicht über eine Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen verbieten, eigene Getränke mitzubringen. Ein solches Verbot ist unwirksam. Es sei für den Kunden unzumutbar, den „erhöhten Flüssigkeitsbedarf beim Sport“ nur beim Veranstalter stillen zu können. Dort seien Getränke nämlich in der Regel erheblich teurer als anderswo.
LG Stade AZ: 4 O 35/97
Ein Verbot von Glasflaschen hingegen ist wegen der Verletzungsgefahr bei Bruch rechtens.

Haftungsausschluss
Verletzen Sie sich beim Training oder erleiden Sie im Zusammenhang mit dem Vertrag einen Schaden (Ihnen wird zum Beispiel Ihre Kleidung gestohlen) so haben Sie einen Schadenersatzanspruch gegen das Studio. Der Anbieter kann die „Haftung für mitgebrachte Gegenstände“ nicht generell ausschließen, sondern muss differenzieren. Grobes Verschulden oder gar Vorsatz können nicht ausgeschlossen werden.
OLG Düsseldorf Az: 6 U 276/90)

Ein Ausschluss von selbstverschuldeten Unfällen ist hingegen wirksam. Werden aber zum Beispiel die Trainingsgeräte nicht ausreichend gewartet und verletzt sich deshalb ein Teilnehmer, so haftet das Studio auf jeden Fall.

BGH Urteile zum Thema

Klauseln wie „Der Beitrag ist auch dann regelmäßig zu zahlen, wenn das Mitglied die Einrichtungen nicht nutzt“ sind unwirksam, da immer Krankheit, berufliche Veränderungen oder eine Schwangerschaft auftreten können. Eine solche Klausel dient „ohne Rücksicht“ nur allein dem Anbieter und ist daher unwirksam.
BGH Az: XII ZR 55/95

Der Bundesgerichtshof hat in einem Urteil vom 04.12.1996, Az.: XII ZR 193/95 entschieden, dass Zeitverträge von 6 Monaten mit einer Verlängerungsklausel von weiteren 6 Monaten rechtmäßig sind.



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