Werkvertrag aus wichtigem Grund kündbar?

  • Als (leider naiver, junger) Freiberufler habe ich einen Werkvertrag unterzeichnet, laut dem ich ein Teilprojekt als Programmierer fertigstellen muss.

    Nun habe ich bereits versucht mich gütlich mit dem Auftraggeber zu einigen, da die Aufgabe weit mehr Zeit Frist als man erwarten konnte. So war eine halbe Woche Arbeitszeit geplant und vereinbart (und auch nur diese Zeit wird vergütet) und ich arbeite nun schon Monate daran. Das liegt zum einen daran, dass das Großprojekt, in das ich mein Teilprojekt eingliedern muss, nicht die Voraussetzungen erfüllt, dass das Teilprojekt zuverlässig laufen kann, sodass ich "gezwungen" bin Teile des Großprojektes mit anzupassen - was eigentlich nicht Teil des Vertrages war.

    Problem hierbei ist, dass ich nun beim Auftraggeber im Verzug bin. Als Reaktion hält er einen Teil der Zahlung einer alten Rechnung seit Monaten zurück, mit der Begründung, wenn ich kündige, würde er mir Schadensersatz und Ausfallkosten in Rechnung stellen (was er rechtlich theoretisch im Voraus dürfte - soweit ich weiß) und er so die Fertigstellung für sich absichern will. (Ich weiß er ist somit im Zahlungsverzug bei mir. Wir haben uns also beide "an den Eiern" - entschuldigt den vulgären Wortlaut bitte.)

    Vertraglich ist bisher vereinbart, dass ich einen Großteil zuhause arbeite und regelmäßig mindestens wöchentlich zur Abstimmung vorbeikommen soll. Die letzten Wochen zwingt er mich förmlich mehrfach die Woche für mehrere Stunden vorbei zu kommen, um vor Ort zu arbeiten. Vor Allem, weil er sämtliche Geräte bei sich in der (extrem versifften) Privatwohnung bunkert und ich so immer zu ihm nach Hause fahre, statt in die Firma (deren Adresse ich bisher auch nur auf dem Papier gesehen habe).

    Dazu kommt, dass er mir sagt ich müsse deutlich früher (knapp 3h) als sonst üblich erscheinen, da er dringende Anschlusstermine habe. Komme ich dann an, macht er mir in Schlafsachen grinsend die Tür auf (also nix mit Anschlussterminen). (Er hockte noch ne Stunde nach Beginn seinen angeblichen Termines in Schlafsachen vorm eigenen PC.)

    Das ist keine Arbeitsbasis mehr.

    Habe ich aufgrund der Umstände

    - muss ständig in die Privatwohnung mit fragwürdigen hygienischen Umständen

    - lügt mich an

    - gegenseitiger Verzug (?)

    das Recht auf fristlose Kündigung aus wichtigem Grund (oder anderweitig, eventuell sogar Rücktritt)? Kann er dann trotzdem Schadensersatz fordern? Ich meine ich bin sogar bereit, auf sämtliche Forderungen und Rechnungen aus diesem Auftrag zu verzichten (und ich habe einige Vor- und Nebenleistungen erbracht in der Zeit).

    Es gibt den Passus im Vertrag: (vom Sinn her) "Wird festgestellt, dass ein Ergebnis nicht möglich ist, werden nur 50Euro als Aufwandsentschädigung gezahlt." - Kann ich das hier nutzen?

    Falls sich jemand damit auskennt, und mir grob eine Antwort geben könnte, wäre das klasse. Mit ist bewusst, dass ich bei einem solchen Fall wohl nicht um einen Anwalt herumkommen werde - außer jemand kann mir eine klare fundierte Antwort geben.

  • Fachmann in der Sache bin ich nicht. Ist auch ein zu komplexes Thema da man oft Werk-,und Servicevertrag verwechselt.

    Da sie einen Werkvertrag ansprechen. Hier kommt das BGB zum tragen und zwar §§ 631 ff

    Was ihre Probleme betrifft, da sollte sie ihren Vertrag von einem Fachanwalt prüfen lassen.

    Ps.

    Dieses macht man eigentlich vor einer Unterzeichnung, da die eventuellen Vertragsstrafen oft um einiges höher sind.

  • Hinterher ist man immer schlauer. Deswegen meinte ich ja, ich sei bei Vertragsunterzeichnung naiv gewesen.

    Die verschiedenen Paragraphen des BGB bin ich selbst schon mehrfach durch. Daher weiß ich u.A. ja, dass wir jeweils beim anderen im Verzug sind.

    Aber kann den der Auftragsteller von mir verlangen Werke bei sich zu Hause in der Privatwohnung fertig zu stellen, wenn auch in Verträgen nur von der Firmenadresse die Rede ist?

    Des weiteren hat sich herausgestellt, dass ich das Werk nicht um das gewünschte Feature erweitern kann, ohne dass ich große Änderungen am Gesamtwerk vornehme (ich muss einige grundlegende Sachen umprogrammieren, damit am Ende überhaupt ein Ergebnis rauskommt). Das sprengt jeden vereinbarten Rahmen. Kann in einem solchen Fall nachverhandelt werden? Oder habe ich da auch „Pech gehabt“, da ich den Vertrag ja unterzeichnet habe.

    Naja. Ich werde ein letztes Mal versuchen mich gütlich zu einigen – in der Hoffnung, dass der Gang zum Anwalt im beidseitigem Interesse gespart werden kann.

    Trotzdem Danke für die Antwort.

    Über weitere Antworten würde ich mich natürlich trotzdem freuen. Vielleicht war ja jemand mal in einer ähnlichen Situation und kann mir mit seiner Erfahrung weiterhelfen.

    LG,

    Seika85

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