Zwang zum Ablegen des Mundschutzes?

  • Hallo liebe Forumsleser,

    ich habe eine spezielle und aktuelle Frage im Zusammenhang mit der Schweinegrippe.

    Ich habe ein Lungenleiden, dass u.a. die Infektabwehr in der Lunge negativ beeinflusst.

    Daher trage ich schon seit Jahren in der Grippesaison eine Atemschutzmaske, auch wenn dies erst jetzt mit Aufkommen der Schweinegrippe zum Massenphänomen geworden ist.

    Nichtsdestotrotz verweigerte mir letzte Woche ein Arzt die Behandlung aufgrund des Mundschutzes. Er bestand darauf, dass ich diesen ablege und auch innerhalb der Praxis nicht mehr trage. Als Begründung gab der Arzt zu verstehen, dass er sich nicht wünscht, dass die anderen Patienten "unnötig beunruhigt" oder "belästigt" werden.

    Mit anderen Worten, dieser Arzt stellt das Wohlgefühl seiner übrigen Patienten über meine körperliche Unversehrtheit.

    Meine konkrete Frage hierzu: Darf er dies?

    Oder allgemeiner, darf ein Arzt/Ärztin die Behandlung abbrechen oder den Patienten aus der Praxis verweisen, wenn sich dieser weigert seinen Mundschutz abzulegen ?

    Ich habe hierzu folgenden Paragraphen gefunden, weiß aber nicht, ob dieser hier Anwendung findet:

    "SGB I § 65 Grenzen der Mitwirkung

    ...

    (2) Behandlungen und Untersuchungen,

    1. bei denen im Einzelfall ein Schaden für Leben oder Gesundheit nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann,

    ...

    3. die einen erheblichen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit bedeuten,

    können abgelehnt werden."

    Ich lese hieraus, dass ich nicht dazu gezwungen werden kann den Mundschutz abzulegen.

    Aber ist der Arzt, bei Inanspruchnahme des obigen Paragraphen durch mich, noch verpflichtet weiter zu behandeln?

    Vielen Dank!

  • Schwierige Frage, erscheint mir etwas konstruiert. Ich kenne sehr viele Ärzte. Mir ist so einer in den letzten 40 Jahren nicht begegnet.

    Der Mundschutz muß nicht abgelegt werden, es sei denn, daß durch das Tragen des Mundschutzes die erforderliche Diagnostik behindert wird.

    Der Arzt kann die Behandlung verweigern, wenn der Patient nicht entsprechend kooperieren will, es sei denn, es handelt sich um einen akuten und/oder lebensbedrohlichen Notfall.

    Allerdings würde ich mich bei dem Arzt nicht behandeln lassen.

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