Handwerker bricht Auftrag ab

  • Liebe Forenmitglieder,

    folgende Frage:

    Mit einem Hersteller eines Terrassendaches wir ein Auftrag (Kaufvertrag) zum Erwerb und der Errichtung des Terrassendaches geschlossen. Im KV wird vermerkt, dass ein bestimmtes zertifiziertes Befestigungssystem an der Hausfassade zum Einsatz kommt. Der AN liefert das Dach und beginnt mit der Montage (10 Löcher in der Fassade sind gebohrt). Er verwendet eine nicht zugelassene (nicht die vereinbarte) Befestigung.


    Der AG bemängelt dies schriftlich und fordert Nachbesserung. Der AN beschädigt bei Rückbau massiv die Fassade (reißt Teile des Putzes ab). Diesen großflächigen Schaden beabsichtigt der AN nicht fachgerecht mit einem Silikon auszubessern. Der AG zieht noch am gleichen Tag, im Beisein des AN einen Fachmann für die Fassade hinzu, der täglich fachgerecht die Fassade ausbessert und damit die Dichtigkeit wieder herstellt. Da aufgrund der Trocknungszeit der AN am gleichen Tag nicht weiterermachen kann, bricht der AN ab, läd alle Teile ein und verschwindet.


    Seine Mitarbeiter äußern sich, dass der AN nicht bereit sei ein 3. Mal zu kommen. Hinterlassen werden 10 provisorisch mit Silikon abgedichtete Löchen in der Fassade und mehrere ausgehobene Löcher für die Fundamente im Bereich einer bestehenden Terrasse. Welche Rechte stehen dem AG zu? Der AN produziert das Terrassendach selbst und liegt damit 50% unter der Kosten der Mitbewerber die zuliefern lassen.

    Besten Dank für die Antworten bzw. Einschätzungen,

  • Um hierzu ausreichend Stellung nehmen zu können, müsste man zunächst das gesamte abgeschlossene Vertragswerk inkl. der zu Grunde liegenden AGB und die genaue Chronologie der erfolgten Arbeitsabläufe kennen. Weiterhin müsste man gutachterlich in Augenschein nehmen können, was wie wo und warum richtig oder falsch an handwerklichen Tätigkeiten bisher gemacht wurde.

    Bezüglich: “ Der AN beschädigt bei Rückbau massiv die Fassade (reißt Teile des Putzes ab). „.

    Wenn das wirklich so ist/war, dann muss man das nicht als Auftraggeber akzeptieren.

    Hier bleibt nur der Gang zum Rechtsanwalt oder zu einer Beschwerdestelle der Innung, wenn man sich mit dem Auftragnehmer nicht einigen kann.

  • Vereinbaren Auftraggeber und Handwerker eine Leistung, so kann sich jede Seite davon nicht so einfach abwenden.

    Der Handwerker ist verpflichtet die aufgetragenen Leistungen zu erbringen, der Auftraggeber hingegen ist zur Zahlung der vereinbarten Auftragssumme verpflichtet.

    Handwerker kündigt Auftrag wegen wichtigem Grund

    Natürlich kann auch ein Handwerker seinen Auftrag abbrechen, aber nicht aus Lust und Laune, vielmehr braucht er dazu einen wichtigen Grund. Der Umfang des Auftrages sei zu klein, ein besserer, höher ausgeschriebener Auftrag und andere Gründe zählen nicht dazu.


    Der Abbruch eines Auftrages durch den Handwerker selbst wäre möglich, wenn:

    • der Auftraggeber vereinbarte Zahlungen nicht vornimmt
    • der Auftraggeber keine Mitwirkung bei der Auftragserledigung zeigt die zuvor vereinbart wurden oder als Vertragsgegenstand angesehen werden können, etwa Zugang zur Baustelle zu gewähren
    • der Auftraggeber den vereinbarten Vertrag verletzt

    Die Kündigung eines Werkvertrages

    Alle Aufträge an einen Handwerker, den Dachdecker, den Gas Wasser Installateur, den Heizungsbauer einen Elektriker und ähnliche Dienstleistungen stellen die Vereinbarung über einen Werkvertrag dar.




    Handwerker schuldet dem Auftraggeber den vereinbarten Erfolg


    Wer einen Dachdecker beauftragt weil das Dach undicht ist, erwartet als Erfolg der Beauftragung nach Fertigstellung ein trockenes und dichtes Dach. Dies ergibt sich aus Paragrafen 631 BGB. Dabei ist bestimmt, dass der Erfolg auch eintreten muss, das bloße Bemühen reicht hier nicht aus.

    Daraus ergibt sich auch die Konstellation, dass ein Handwerker den Auftrag nicht abbrechen darf, sei es weil er es nicht möchte oder weil er ihn nicht erledigen kann. In unserem Beispiel also, dass er das Dach nicht dicht bekommt.

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