Baumfällung: Arbeitnehmerhaftung weil Geldstrafe für Wurzelbehandlung

  • Rechtsfrage zur Anbringung einer Borde im Wurzelbereich eines Baumes

    Ich bin Garten-und Landschaftsbauer und Angestellter in einer Firma. Folgende Situation hatte sich ereignet: Ich wurde zu einer Baustelle geschickt, wo ich Borde stellen sollte. Die Borde musste ich unmittelbar im Wurzelbereich eines Baumes stellen.Dazu musste ich einige Wurzeln des Baumes entfernen. Das war der Auftraggeberin(eine Architektin) bekannt.

    Es kam ein Beauftragter des Grünflächenamtes und stoppte die Arbeiten an dieser Stelle, da dafür keine Genehmigung vorlag und dieser Baum angeblich nicht mehr standfähig wäre, was zur Fällung dieses Baumes führte. Darüber hinaus wurde ich angezeigt und muss nun eine Geldstrafe von 200 Euro zahlen. Mein Chef wurde ebenfalls angezeigt und musste bereits die selbe Summe zahlen. Muss ich tatsächlich auch diese Summe zahlen?

  • Die Haftung eines Arbeitnehmers gibt es schon, allerdings muss der Mitarbeiter vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt haben.

    Ich kenne mich mit dem Fällen von Bäumen nicht aus, aber hier hätte der Arbeitgeber doch zumindest das Wissen haben müssen, dass eine Genehmigung gebraucht wird und die Architektin wusste von der zu verrichtenden Arbeit und müsste dessen Auswirkungen auch abschätzen können.

    Da nur die Aufgabe erledigt wurde, die vom Arbeitgeber per Weisungsbefugnis auferlegt wurde, denke ich das im Rahmen des innerbetrieblichen Schadensausgleichder Arbeitgeber sich das Organisationsverschulden in voller Höhe anrechnen lassen muss und er daher zur Rückzahlung der Geldstrafe verpflichtet wäre.

    Etwas anderes könnte ich mir nur denken wen nein Mitarbeiter wissen kann, dass die Arbeit die er gerade macht gesetzwidrig ist oder er davon Ausgehen kann, damit einen Schaden zu begehen.

    Hast du gewusst, dass die Entfernung einiger Wurzeln den ganzen Baum beschädigen kann?

    Hier ein klares Beispiel aus Wikipedia:

    B beauftragt den Malermeister U mit dem Streichen seines Wohnzimmers. U lässt seinen Lehrling E die Arbeit erledigen: E ist Erfüllungsgehilfe. Leistet E nun schlechte Arbeit, setzt der Schadensersatzanspruch des B gegen U wegen Verletzung einer Leistungspflicht (mit E hat der B ja keinen Vertrag!) nach § 280 Abs. 1 S. 2 BGB Vertretenmüssen voraus. U selbst hat weder vorsätzlich noch fahrlässig gehandelt, § 276 BGB. Aber das Handeln des E wird ihm zugerechnet; hätte U wie E gehandelt, läge Fahrlässigkeit vor. Folglich hat U die Pflichtverletzung zu vertreten und schuldet Schadensersatz. Hätte E gute Arbeit geleistet, aber mit der Leiter eine Vase des B zerstört, änderte sich im Ergebnis nichts: E wurde von U gleichermaßen zur Erfüllung der Schutzpflichten aus § 241 Abs. 2 BGB herangezogen und schuldet über § 278 BGB auch insoweit Schadensersatz.
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