Aufsichtspflicht der Eltern für Kinder auf dem Fahrrad

  • Das Landgericht Münster ist zu der Auffassung gekommen, dass Kinder die bisher sicher im Umgang ihrem Fahrrad waren, sowie Kenntnis der aktuellen Verkehrs regeln haben durchaus auch unbeaufsichtigt mit ihrem Fahrrad unterwegs sein dürfen.

    Die Aufsichtspflicht der Eltern kann nicht so weit reichen, dass ein 8 jähriges Kind nicht allein über den Bürgersteig zum Haus der Großeltern fahren darf. Wenn ein Kind seit längerem sicher Fahrradfahren kann, und die Eltern ihr Kind über die Verkehrsregeln für Fahrradfahrer ausreichend informiert haben, muss man davon ausgehen, dass das Kind einen geübten Umgang im Straßenverkehr seit längerem wahr nimmt.

    In dem Fall vor dem Landgericht ging es um die Frage, ob die Eltern eines neunjährigen Kindes ihre Aufsichtspflicht verletzt hat. Das Kind war mit seinem Fahrrad auf dem Bürgersteig unterwegs. Dabei kollidierte es mit einer weiteren Fahrradfahren. Diese verletzte sich bei dem Unfall und verklagte die Eltern des Kindes auf Schadensersatz. Ihrer Meinung nach hatten diese ihre Aufsichtspflicht verletzt. Die Eltern waren aber der Meinung, dass sie ihr Kind nicht ständig beaufsichtigen müssen. Sie hatten mehrmals ihrem Kind den Weg zur Großmutter geübt und ausdrücklich darauf hingewiesen nicht auf der Straße zu fahren und die Verkehrsregeln zu beachten.

    Das Gericht kam zu der Entscheidung, dass eine Verletzung der Aufsichtspflicht der Eltern nicht vorgelegen habe. Das Maß der gebotenen Aufsicht über minderjährigen richtet sich so die Richter nach dem Alter der Eigenart des Kindes und dessen Charakter. Natürlich haben Eltern alles zu unternehmen, um Schädigungen Dritter durch ihr Kind zu verhindern. Allerdings kann man den Eltern kein Schuldvorwurf machen, wenn ein Kind, wie in diesem Fall bereits seit 3 Jahren, ohne Unfall und vernünftig Teilnehmer des Straßenverkehrs gewesen ist.

    Hier mussten die Eltern davon ausgehen können, dass sie ihr Kind für den Straßenverkehr ordnungsgemäß vorbereitet hatten. Eine ständige Beaufsichtigung ist unter diesen Umständen nicht mehr erforderlich.

    LG Münster Az: 02 O 160/12

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