Wie verhalte ich mich bei einer Abmahnung?

  • Die Abmahnung eines Arbeitnehmers ist ein Druckmittel des Arbeitgebers, diesem sein Fehlverhalten vor Augen zu führen. Zwar kann eine Abmahnung formlos erfolgen, sie unterliegt aber gewissen Regeln um die es an dieser Stelle aber nicht geht. Wie haben sie sich im Falle einer ordentlich beschriebenen Abmahnung zu verhalten?

    Hier gibt es drei Möglichkeiten: Die Abmahnung akzeptieren. Meist ist es nur der Versuch, den Mitarbeiter wieder auf Linie zu bringen.

    Hält man sie für nicht gerechtfertigt: Widerspruch einlegen, zunächst persönlich, dann mit Hilfe eines Anwalts. Gegendarstellung schreiben. Denn diese muss in der Personalakte direkt hinter der Abmahnung abgelegt werden.

  • ich arbeite auf Minijob-Basis im Nachtdienst und hätte heute ab 19:15 arbeiten müssen.

    Gestern habe ich mich nicht gut gefühlt und war gegen 15 Uhr beim Arzt, der mich krankgeschrieben hat. Die Chefin habe ich nicht mehr erreicht um diese Uhrzeit, jedoch den Tagdienst, der ihr eine Notiz hingelegt hat. Auch meine Kollegen vom Nachtdienst habe ich gestern schon informiert, dass mein heutiger Dienst besetzt werden muss. Heute gegen 9:30 habe ich meine Chefin nochmal angerufen, damit sie sicher hört, dass ich krankgeschrieben bin. Sie fiel mir direkt ins Wort, dass ich mich bis 9 Uhr zu melden habe und meine Krankmeldung sowohl gestern als auch heute zu spät kam. Auch einige unfreundliche Sprüche fielen, und nun will sie mich abmahnen. Im Vertrag steht übrigens nichts von einer Uhrzeit, bis zu der ich Bescheid sagen muss.

    Ist die Abmahnung also gerechtfertigt, bzw was kann oder soll ich jetzt am besten tun?

  • Du warst also am Dienstag Nachmittag beim Arzt und der hat dir eine Arbeitsunfaehigkeitsbescheinigung ausgestellt. Anschliessend hast du sofort in der Firma angerufen, die Chefin aber nicht mehr erreicht. Daher hast du deine Kollegen ueber die Krankschreibung informiert und diese gebeten, diese Information an die Chefin weiter zu geben, wenn diese wieder erreichbar ist. Dann hast du am Mittwoch um 09:30 Uhr nochmals angerufen, um die Chefin noch einmal persoenlich ueber die Krankmeldung zu informieren. Eine Regelung, die eine andere Vorgehensweise bei Nichterreichbarkeit der Chefin vorschreibt, gibt es bei euch nicht. Habe ich das so richtig verstanden?


    Wenn ja, ist hier kein abmahnfaehiges Fehlverhalten zu erkennen. Das Entgeltfortzahlungsgesetz schreibt lediglich vor, dass die Arbeitsunfaehigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer dem Arbeitgeber „unverzueglich“ mitzuteilen sind. Das hast du bereits mit deinem Anruf am Dienstag getan. Selbst wenn deine Kollegen die Chefin nicht informiert haben sollten, ist die Organisation der innerbetrieblichen Kommunikationswege nicht dein Problem sondern Sache der Chefin.


    Sollte dennoch eine Abmahnung folgen, waere das aber auch nicht weiter schlimm. Eine Abmahnung dient ja nur dazu, den Arbeitnehmer auf ein Fehlverhalten hinzuweisen und diesem Gelegenheit zu geben, sein Verhalten zu ueberdenken und das Fehlverhalten abzustellen. Wird das abgemahnte Fehlverhalten dann nicht wiederholt, entfaltet die Abmahnung keinerlei Wirkung (auch nicht im Falle einer weiteren Abmahnung wegen eines anderen Fehlverhaltens).


    Wenn also tatsaechlich eine Abmahnung kommt, legst du diese einfach zu den Akten. Sicherheitshalber kannst du dir eine Protokollnotiz anfertigen, aus der hervorgeht, wann du beim Arzt warst, wann du in der Firma angerufen hast und mit wem du dort gesprochen hast. Idealerweise laesst du dir dies auch von den Kollege bestaetigen, mit denen du gesprochen hast. Dies nur, damit du den tatsaechlichen Hergang darstellen kannst, wenn die Chefin die Abmahnung zu einem spaeteren Zeitpunkt wieder hervor zaubert und diese bei einer (ihrer Meinung nach) erneut verspaeteten Krankmeldung zur Rechtferigung einer Kuendigung verwenden will.

    Zukuenftig solltest du aber schon bis spaetestens 09:00 Uhr anrufen, wenn die Chefin das unbedingt so haben will.


    Ich möchte da etwas beisteuern, da ich die Sachlage etwas anders sehe.

    Der Entschluss einen Arzt aufzusuchen setzt Unwohlsein in welcher Art und Weise voraus. Das man sich „krank fühlt“ ist also in der Regel vor dem Arztbesuch bekannt.

    Zu diesem Zeitpunkt kann man noch nicht wissen, ob der Arzt einen krank schreibt.

    Aber sind wir mal ehrlich, man sagt sich ja selbst, ich kann jetzt nicht arbeiten, ich gehe zum Arzt.

    Also unverzüglich wäre dann bevor man sich entschließt den Arzt aufzusuchen.

    Dabei gibt es sicher Ausnahmen. Zahnschmerzen. Man geht hin, hat Zahnschmerzen und der Arzt röntgt und muss einen Zahn in schwieriger Operation entfernen. Davon ist man nicht ausgegangen.

    Einen interessanten Artikel dazu


    Die Krankmeldung bei Arbeitsunfähigkeit | Kramer & Partner Rechtsanwälte

    Unklar ist eher die Krankmeldung ansich. Das gesetzt sagt, man muss sich beim Arbeitgeber krank melden, nicht beim Kollegen. Gibt es keine Möglichkeit den Arbeitgeber zu erreichen wird es schwer.

    Die Krankheitsanzieige hat gegenüber dem Arbeitgeber direkt, der Personalabteilung, oder einer Person zu erfolgen, die für den Empfang solcher Mitteilungen zuständig ist. Die Mitteilung nur gegenüber Kollegen gilt im Zweifel als nicht erfolgt !

    Quelle: Krankmeldung im Arbeitsrecht: 0711-820340-0 – Anwalt, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Stuttgart berät kompetent und qualifiziert

    EntgFG – Einzelnorm

    Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitzuteilen

    Vielleicht aber hilft ja auch ein klärendes Gespräch in den festgelegt wird, wie zukünftig in einem solchen Fall zu verfahren ist.

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