Arbeitsunfall in der Kantine, Mittagessen private Erledigung - gesetzliche Unfallversicherung

  • Arbeitnehmer stehen während der Ausübung ihrer Beschäftigung unter denn Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Was oft etwas belächelt wird, kann im Falle eines Arbeitsunfalles schwerwiegende und weitreichende Folgen wie auch Unterschiede haben, würde der Arbeitsunfall nicht als ein solcher eingestuft.

    Versicherungsschutz während der Arbeit

    Die gesetzliche Unfallversicherung schützt wohl nicht vor Unfällen, wirkt aber bei einem Arbeitsunfall in hohem Maße. Besondere Rehmaßnahmen zur Wiederherstellung der Arbeitsleitung, Kostenerstattungen für Medikamente und Fahrtkosten zu Ärzten sind nur ein Teil der besonderen Leistungen.

    Einschränkung des Versicherungsschutzes

    Arbeitnehmer sind während der Arbeitszeit gesetzlich unfallversichert. Ebenso versichert sind der Arbeitsweg von zu Hause zur Arbeit wie auch zurück. Das aber auf direkten Wege. Der Arbeitsweg muss einen

    Arbeitsbezug haben, wie auch in dem Fall der Rechtsfrage bei einem Sturz in der Kantine. Der Weg zur Kantine und zurück zum Arbeitsplatz steht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Die Nahrungsaufnahme und der Aufenthalt in der Kantine nicht.

    Urteil: Arbeitsunfall in der Kantine

    Ein Mitarbeiter war in der Kantine auf verschütteter Salatsoße ausgerutscht und hatte sich den Arm gebrochen. Die Berufsgenossenschaft wollte den Sturz jedoch nicht als Arbeitsunfall anerkennen. Zu Recht, entschied nun ein Gericht: Essen ist Privatsache und somit nicht über den Arbeitgeber versichert.

    Sozialgericht Heilbronn Az: S 5 U 1444/11

    Urteil: Arbeitsunfall auf dem Weg zum Restaurant

    Das Landessozialgericht Hessen hat die Klage einer Arbeitnehmerin abgewiesen, die während der Mittagspause auf dem Weg zum Mittagessen in einem Restaurant gestürzt war. Dieser Weg kann unter dem Versicherungsschutz stehen, muss es aber nicht. Hier war die junge Frau vorher kurz in der nahe gelegenen Reinigung gewesen um Kleidung abzuholen und dabei gestürzt.

    Mittagessen ist Privatangelegenheit

    Die Entscheidung des Gerichts: Der Gang zur Reinigung habe im Vordergrund gestanden, daher handle es sich hierbei um eine private Erledigung die nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung stehe. LSG Az: L 3 U 225/10

    Urteil: Trinken am Arbeitsplatz

    Wer beim Kopieren eine Getränkedose öffnet und sich dabei verletzt, erleidet dabei in der Regel keinen Arbeitsunfall. Das Kopieren ist keine schwere Arbeit die durstig macht, so das Sozialgericht Dresden Az. S 5 U 113/13. Bei schwerer körperlicher Arbeit oder an heißen orten könnte das Trinken einen Arbeitsbezug haben und daher Versicherungsgeschützt sein.


    Urteil: Kein Versicherungsschutz beim Rauchen

    Neben dem Berliner Sozialgericht Az: S 68 U 577/12 ist die allgemeine Rechtsprechung sich einig, der Weg zur Raucherpause steht nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Das Rauchen stellt eine persönliche Angelegenheit ohne Bezug zur Arbeit dar und diene damit auch nicht zur Erhaltung oder Stärkung der Arbeitskraft.

    Urteil: Einkaufen in der Mittagspause

    Der Einkauf von Lebensmitteln in der Mittagspause um sie dann auf der Arbeit zu verzehren hat einen Arbeitsbezug. Ein Unfall auf dem Weg zum Einkauf ist also versichert, aber nicht wenn beim Einkauf Waren des täglichen Lebens dabei sind. Wie bei Abholung aus der Reinigung würde dann der Einkauf als solches im Vordergrund stehen und nicht der Einkauf zur Mittagsverpflegung. LSG Hessen

  • Unfall in Raucherpause: Keine Leistungen der Unfallversicherung


    Rauchen gefährdet eure Gesundheit. Zigarettenqualm stinkt und kostet eine Menge Geld. Man schmeckt nichts mehr, der Geruchssinn ist beeinträchtigt und vom Dreck und Gestank aus dem Mund, den Kleidern, der Wohnung, im Auto mal ganz zu schweigen.

    Warum tut mancher sich so was eigentlich an? Naja, dass muss jeder selbst wissen. Blöde ist nur, wenn man während der Raucherpause auf der Arbeit einen Unfall erleidet. Das Rauchen ist nämlic nicht nur ungesund, es ist auch eine persönliche Sache die keinen Bezug zur Arbeit hat und demnach auch nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung steht.

    Berliner Sozialgericht Az:S 68 U 577/12


    Das Urteil finde ich ungemein interessant und habe mal nachgeschaut, worum es ging.

    Eine Pflegehelferin in einem Seniorenheim ging vor die Tür, um zu rauchen.

    Auf dem Rückweg prallte sie mit dem Hausmeister zusammen.

    Dieser verlor einen Eimer Wasser. die Frau rutschte aus- und brach sich den Arm.

    Die Unfallversicherung wollte dies jedoch nicht als Arbeitsunfall anerkennen.

    Die Pflegehelferin klagte dagegen.

    Sie gehe täglich mehrfach durch die Eingangshalle - dass sie gerade vom Rauchen kam, sei unerheblich.

    Das Gericht sah dies anders: Der Weg vom Arbeitsplatz zur Raucherpause sei im Gegensatz zum Weg zur Essenspause nicht durch die Berufsgenossenschaft versichert. Zu rauchen sei eine private Entscheidung und habe nichts mit der Berufsausübung zu tun.

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