Abmahnung und Kündigung wegen schlechter Arbeitsleistung

  • Bei der verhaltensbedingten Kündigung dreht es sich oft um eine Kündigung wegen schlechter Arbeitsleistung. Dies ist sicher nicht der einzige Grund, warum der Arbeitgeber die Kündigung aussprechen kann, sie setzt in der Regel aber zumindest eine, zumeist zwei erfolglose Abmahnungen voraus. Aber selbst in einem solchen Fall ist ihr Arbeitsplatz nicht grundsätzlich gefährdet, wie das Landesarbeitsgericht Köln nun entschieden hat.

    In dem Fall vorm LAG Köln ging es um die Kündigung eines Arbeitnehmers, der bereits zwei Abmahnungen wegen schlechter Arbeitsleistung erhalten hatte. Der Mann arbeitete nun schon 12 ½ Jahre in dem Betrieb und hatte sich in dieser Zeit nichts zu Schulden kommen lassen, seine Arbeit stets zu vollster Zufriedenheit ausgeführt und in der vom Arbeitgeber angeführte "schlechte Arbeitsleistung" sahen die Richter in diesem Fall keine besondere Verwerflichkeit zumal der Arbeitnehmer in den beiden Fällen die zur Abmahnung geführt hatten auch nicht unmittelbar Schuld an der Störung hatte.

    Daher urteilten die Richter zugunsten des Arbeitnehmers und erklärten die ausgesprochene Kündigung für hinfällig.

    LAG Köln Az: 11 Sa 258/07

  • Ich arbeite als Verkäufer in einem Handyshop. Mein Arbeitgeber hat mir angekündigt mich abzumahnen, da mein Umsatz, also meine Verkäufe zu wenig sind. Ich halte mich stets an die mir vorgegebenen Normen und Richtlinien des Unternehmens. Der Shop liegt in einer umsatzschwachen Stadtteil. Die Erfüllung der Verkaufserlöse ist eigentlich unmöglich. Vielen Dank.

  • Schlechte Leistungen ziehen auch nach mehreren Abmahnungen nicht automatisch Kündigung nach sich. Der Chef muss prüfen, ob sich eine andere Stelle für den Betroffenen findet, so das Bundesarbeitsgericht. Im konkreten Fall hatte die Klage eines Redakteurs Erfolg. Er wurde wegen angeblich unzureichender Leistung entlassen und abgefunden.

    Das Gericht wies die Kündigung als unbegründet ab denn: Er hätte dort eingesetzt werden müssen, wo er früher unbeanstandet gearbeitet hatte, so das Gericht.

    BAG Az: 2 AZR 98/96

    Eine Kündigung wegen schlechter Leitung kommt auch nach mehreren Abmahnungen nicht automatisch in Betracht, so das Bundesarbeitsgericht im Jahre 1997/1998. Vor der Kündigung eines Arbeitnehmers aufgrund seiner Leistungen muss der Arbeitgeber prüfen, ob eine andere Stelle im Betrieb den Fähigkeiten des Arbeitnehmers entspricht.

    BAG Az: 1 AZR 98/96-03/97

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