Frage zum Jugendschutz/Online-Verkauf

  • Guten Tag,

    ich nenne hier als Beispiel Youtube und Facebook.

    Beide darf man laut AGB erst mit 13 Jahren Mindestalter benutzen!?

    Es wird aber durch keine Altersverifikation überprüft, ob der jeweilige Benutzer dieses Mindestalter tatsächlich erreicht hat!?

    Daraus (und aus weiteren Informationen die ich gelesen habe) schließe ich, dass Inhalte, die eigentlich erst ab 13 Jahren freigegeben sind im Internet:

    - nicht gekennzeichnet werden müssen (wenn nur durch AGBs)

    - kein Jugendschutzbeauftragter herangezogen werden muss (für den Anbieter)

    - nicht durch ein Verfikationssystem oder sonstwie überprüft werden muss, ob

    der Kunde wirklich 13 Jahre oder älter ist

    (auch bei kommerzieller Vertreibung eines Download-Produktes)

    !?

    Liege ich da richtig?

    Mir ist klar, dass Youtube und Facebook nicht in Deutschland ihren Hauptsitz haben.

    Gilt nach deutschem Recht etwas anderes?

    Vielen Dank!

  • Hallo,

    klar eindeutig. Diese Portale werden für die BRD aufbereitet und angeboten. Demnach müssten sich eigentlich diese Anbieter an das Jugendschutzgesetz halten. Aber Mark Zuckerberg und Youtube ist das Wurscht.

    Aber diejenigen in der BRD die das JGS nicht beachten und entsprechende Videos und co. hochladen sind dafür selbst verantwortlich und können bestraft werden. Man darf unsere Kripo nicht verachten. Die haben schon die entsprechende Software um den „Übermittler“ verbotener Informationen ausfindig zu machen. In der BRD sind Jugendgefährdete Produkte oder Informationen durch einen Jugendschutzbeauftragten (Pflicht) zu begleiten.

  • Vielen Dank für die Antwort.

    Wie ist es eigentlich wenn ich ein Produkt online verkaufen möchte per Download, welches ab 13 Jahren freigegeben ist (von Deutschland aus)… Also wenn es nach deutschem Recht ok ist (ohne Jugendschutzbeauftragten + Alters-Verfikationssystem), ist es dann auch EU-weit /weltweit rechtlich in Ordnung? (Ich meine z.B. youtube kann man soweit ich weiß ja auch weltweit aufrufen und dort gibt es ein Mindestalter von 13 Jahren.)

    Also gilt quasi die Rechtslage des Anbieter-Standorts (in meinem Fall DE) oder ist da mehr zu beachten, wenn man EU-Weit oder weltweit verkaufen möchte zwecks Jugendschutz? Z.B.: Muss ich das PEGI-technisch prüfen lassen, wenn ich z.B. auch nach Österreich verkaufen will oder nicht? Oder wird z.B. PEGI sowieso nur bei Spielen die im Laden erhältlich sein sollen (z.B. Saturn) benutzt?

    Danke für die Hilfe im Voraus!

  • Hallo Felix, die Freiwillige Einschränkung bei vielen Portalen hat nur bedingt etwas mit dem Jugendschutz zu tun. So steht das Alter von 13 Jahren im Gesetz lediglich als Begriffsbestimmung für Kinder.

    Wer das 13 Lebensjahr vollendet hat, gilt rechtlich als Jugendlicher.

    Ich lasse mich da gern verbessern, aber grundsätzlich steht im Jugendschutzgesetz kein Hinweis, dass Kinder unter 14 Jahren nicht ins Internet dürfen, sie dürfen sich halt nur nicht auf Social Network Plattformen registrieren.

    Aber da gibt es erhebliche Unterschiede.

    Schülervz zum Beispiel erlaubt die Registrierung ab zehn Jahren.

    Bei Xing zum Beispiel ist eine Registrierung er mit erreichen der Volljährigkeit erlaubt.

    Bei Youtoube ist das ganze etwas anders gelagert. Hier wird erwartet, dass du befähigt bist einen Vertrag abzuschließen. Dies ist man in Deutschland in aller Regel aber erst ab 18.

    2.3 Sie dürfen die Dienste nicht nutzen und die Bestimmungen nicht annehmen, sofern (a) Sie noch nicht das rechtlich erforderliche Alter für den Abschluss eines bindenden Vertrags mit YouTube erreicht haben, oder (b) Sie nach dem Recht des Staates, in dem Sie wohnhaft sind oder von dem aus Sie auf die Dienste zugreifen oder diese nutzen, vom Empfang oder der Nutzung der Dienste ausgeschlossen sind oder diese Ihnen anderweitig rechtlich untersagt sind.

    Quelle youtoube.de

    Zu deiner Frage bezüglich der weltweiten Verbindlichkeit.

    Es gelten immer die jeweiligen Gesetze des entsprechenden Landes, allerdings ist auch hier einiges im Gange, so dass trotz Sitz im Ausland in vielen Fällen schon der Gerichtsstand Deutschland angenommen wurde.

    In Sachen des Jugendschutzes sollte aber schon moralisch der Schutz von Kindern im Vordergrund stehen.

    Das Mindestalter von 13 Jahren wird von Youtube meines Wissens nach nicht in den Deutschen Nutzungsbedingungen erwähnt, sondern wenn man unten den Standort zum Beispiel auf „weltweit“ angibt.

    Sofern deine Frage auf den Betrieb einer kommerziellen Idee beruhen, so ist dir wärmstens eine fachkundige und fundierte Beratung anzuraten.

  • Das ist ja die Krux bei den Amis. Ein ab 13 jähriger darf eben so ein Portal nutzen. Wie auch in der BRD.

    Aber wenn ich z.B. ein Portal hier in der BRD habe und jugendgefährdete Inhalte reinstelle, die erst ab FSK 18 sind bekomme ich Ärger. Handelt es sich im Pornofilme die ein 14 jähriger sehen kann, kann ich ersteinmal Vollpension auf Kosten des Staates machen. Also doch wieder Jugendschutz und demnach Gesetz.

    Ich habe z.B. in meinem Erotikshop FSK 16 Sachen verkauft. Keine Filme. Sondern Spielzeuge. Auf meinen Bildern waren keine nackten Tatsachen zu sehen. In der Tagespresse sieht man öfters schlimmere Bilder. Trotzdem brauchte ich einen Jugendschutzbeauftragten der öfters mein Portal überprüft hat. Beim jährlichen OSD sehen Kinder mehr nackte Tatsachen.

    ich glaube nicht, dass youtube jedes hochgestellte Video genau prüft. Vielleicht erst nach Protest einiger user, werden dann solche Filme gelöscht.

    Wenn Alles genau überprüft würde, wäre das ja in Ordnung.

  • Vielen Dank für die Antworten

    Schonmal wieder viel gelernt und hat mir auch sehr weitergeholfen.

    Aber immer häufiger wurde mir jetzt gesagt, dass ich das Spiel einfach ohne Rating veröffentlichen kann bzw. es ausreicht wenn ich vor dem Kauf hinschreibe: „Wenn in Ihrem Land ein Rating vorgeschrieben ist, darf es nicht heruntergeladen werden.“ Da es auch eher ein harmloses Spiel ab 12 oder 13 Jahren ist. Ist das rechtlich ausreichend? Es kam auch schon die Idee auf mehrere Ländern den Zugriff zu der Webseite zu blockieren…

    Mich würden Meinungen dazu sehr interessieren.

    Danke für den Tipp mit der Rechtsberatung! Ich bin da schon am Suchen, aber der finanzielle Ausgangspunkt ist auch momentan bei mir nicht ganz so ausgefüllt und naja, ich muss mal sehen …

    Auf jeden Fall vielen Dank für die Hilfe!

    MfG Felix

  • Hallo,

    mal als Beispiel mein Erotikshop. Wie gesagt FSK 16. Ich hatte einmal vor FSK 18 Waren anzubieten….. geht nicht so einfach in jenem unserem Lande. Hier mal paar Punkte wieso und weshalb:

    1. FSK 18 Angebote dürfen von unter 18 jährigen nicht angezeigt werden. D.h. ich muss eine Alterskontrolle durchführen lassen. Da gibt es einige Firmen die das machen. Kostet richtiges Geld. Trotzdem besteht z.B. die Gefahr, dass ein 16 jähriger sich mal kurz den Ausweis vom vater „ausleiht“.

    2. War die Alterskontrolle o.k. darf ich die Ware „nur“ an diese Person senden. Der Postbote z.B. muss sich dann den Ausweis zeigen lassen. Eine Paketabgabe an den Nachbarn ist „nicht“ möglich. Auch hierfür möchte die Post „richtiges“ Geld haben.

    Als Verkäufer heisst das, dass die Nebenkosten so hoch sind, dass zwangsläufig die Ware hochpreisig angeboten werden muss. Kuaft keiner…. Deshalb kommen solche Seiten aus dem Ausland ! Mich wundert das sowieso, dass einige download-Seiten aus Polen für Jedermann zugängig sind. Da hoffe ich eines Tages auf ein Urteil des EuGH.

    Die ganz wüsten Seiten kommen irgendwo aus Inselstaaten wo es kein recht und keine Ordnung gibt. Diese sog. offshore-Firmen zahlen ersteinmal keine Steuern und werden meist von dubiosen Geschäftsführern aus China „als sog. Geschäftsführer“ geführt. Übrigens kostet so ein offshore-laden an die 1000 Eur und man kann sofort starten. Equipment und Briefkasten sind vorhanden. Die Abwickluing erfolgt über die „Western Union“ Bank.

    In diesem Sinne „happy selling“ aus der Südsee…..

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