Produktbewertungen im Blog

  • Hallo!

    Ich habe vor in einem Blog Produkte zu bewerten und meine Korrespondenz mit den Verbraucherabteilungen der Herstellern, die ich per mail-Anfrage geführt habe zu veröffentlichen.

    Jetzt hätte ich ein paar Fragen zu dem Thema:

    1. Darf ich Produkte nennen und Abbilden (selbst aufgenommene Fotos)?

    2. Darf ich die e-mails die mir eine Firma auf meine Anfrage geschickt hat veröffentlichen?

    Es würde mich sehr freuen, wenn mir jemand weiterhelfen kann.

  • Hallo Halodri

    Klar darfst du Produkte nennen und abbilden.

    bei den Bewertungen musst du aber aufpassen, da der Grad zwischen Tatsachenbehauptung und Schmähkritik sehr eng ist und jeder kleinste Ausrutscher zum Beispiel seitens einer Community von den Anbieters sehr schnell in einer Unterlassungsklage fruchten kann.

    Etwas anderes ist es, wenn du Produkte Anhand einer sachlichen Skala bewertest oder bewerten lässt.

    Hier könnte dir das Urteil zu spickmich.de helfen, wo Schüler ihre Lehrer bewerten dürfen und das sogar mit dem Segen der Richter.

    Bei den Emails muss ich dich enttäuschen.

    Emails fallen unter das Postgeheimnis so zumindest das LG Hamburg ob die Entscheidung vom Bundesverfassungsgericht schon vorliegt kann ich dir nicht sagen.

    Demnach darfst du die Emails nicht ungefragt veröffentlichen.

    Gegen eine sinngemäße Veröffentlichung ist aber nichts einzuwenden.

    Das Helferlein

  • Hallo Helferlein!

    Erst einmal vielen Dank für deine Antwort!

    Mir ist aber einiges noch nicht ganz klar.

    Zum Thema Schmähkritik/Tatsachenbehauptung: Ich würde meine ganz persönlichen Eindrücke zum jeweiligen Produkt schildern. Das kann natürlich auch mal sehr negativ ausfallen. Allerdings würde ich meine persönlichen (und ausdrücklich nicht allgemeingültigen) Erfahrungen mit dem Produkt ja an den jeweiligen Hersteller senden und ihm Gelegenheit dazu geben darauf zu reagieren. Fällt das dann nicht unter „freie Meinungsäußerung“?

    Diverse Reportage-Magazine machen so was doch auch häufig, wenn sie die Antwort von Behörden oder Firmen auf ihre Anfragen veröffentlichen.

    Zum Veröffentlichen von e-mails schreibt Wikipedia:

    Veröffentlichung von E-Mails im Netz

    Ein allgemeines Verbot, E-Mails zu veröffentlichen, gibt es in Deutschland nicht. Lediglich aus dem Inhalt der Mail kann sich ein Recht des Autors ergeben, gegen die Veröffentlichung vorzugehen. Dabei sind verschiedene Rechtsfolgen möglich, die von Unterlassungsanspruch, zivilrechtlichem Schadensersatzanspruch in Geld bis zu strafrechtlicher Haftung reichen können, andere Rechtsfolgen sind möglich.

    In zivilrechtlicher Hinsicht kann die Veröffentlichung eines Briefes das Urheberrecht des Autors verletzen, dies ist allerdings nicht der Fall bei „allgemeinem Inhalt“. Weiterhin kann die Veröffentlichung das allgemeine Persönlichkeitsrecht des Autors verletzen, insofern nehmen die Instanzgerichte im Anschluss an ein Urteil[14] des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 1954 in jedem Einzelfall eine umfangreiche Interessenabwägung vor. Diese allgemeine Rechtsprechung dürfte auch auf E-Mails anwendbar sein.

    Es ist davon auszugehen, dass die Rechtsprechung (OLG Rostock, Beschluss vom 17. April 2002 – 2 U 69/01), nach der hinsichtlich Geschäftsbriefen, die im Rahmen einer vertraglichen Zusammenarbeit gewechselt werden, eine ungeschriebene vertragliche Nebenpflicht beider Vertragsparteien gilt, die Briefe vertraulich zu behandeln, auch auf geschäftliche E-Mails anwendbar ist, zumindest, wenn diese verschlüsselt versandt worden sind.

    Eigentlich müsste ich damit doch auch auf der sicheren Seite sein, oder?

  • Diverse Reportage-Magazine machen so was doch auch häufig, wenn sie die Antwort von Behörden oder Firmen auf ihre Anfragen veröffentlichen.

    Vielleicht ist ihnen aufgefallen das diese Magazine nur zitieren, das ist erlaubt.

    Eigentlich müsste ich damit doch auch auf der sicheren Seite sein

    Die Wiki ist nicht immer aktuell.

    Das BVerfG hat klargestellt ( 2 BvR 2099/04) das auch eMails schützenswert sind.

    Ich würde meine ganz persönlichen Eindrücke zum jeweiligen Produkt schildern. Das kann natürlich auch mal sehr negativ ausfallen.

    Sie sind z.B. Lebensmitteltechniker? oder Elektronkmeister? oder haben einen Stab von Fachleuten?

    Wenn Verbrauchermagazine testen dann macht das nicht 1 Person.

    Die Bewertung einer Person würde mich als Verbraucher nicht interessieren weil sie nicht objektiv ist.

    Auch Berichte in Zeitschriften,( schreibst du böse über mein Produkt schalte ich keine Anzeigen mehr),interessieren mich nicht.

    Da schaue ich doch lieber bei z.B. CIAO.de rein

  • Ich würde die Antwort der Firmen doch auch nur zitieren?! Was heißt das jetzt? Darf ich eine e-mail zitieren oder nur Auszüge daraus? Wenn nur Auszüge, wie lang dürfen die dann maximal sein. Sorry, aber I’m confused“.

    Die Tests in meinem Blog sollen nicht objektiv sein. Ich bemühe mich zwar um eine objektive Einschätzung, aber es wird lediglich meine persönliche subjektive Erfahrung mit den Produkten wiedergegeben und darauf möchte ich auch deutlich hinweisen.

    Ich habe nicht vor Ciao oder Amazon Konkurrenz zu machen. Und wen mein Blog nicht interessiert der soll es nicht lesen.

  • Zitate sind Auszüge.Ein Zitat darf so lang sein bis der Zweck des Zitats erfüllt ist.

    Siehe § 51 UrHG Zitate.

    Ein Brief/eMail ist aber kein öffentliches Dokument.

    Aber…Bundesverfassungsgericht,- 1 BvR 2477/08

    Zitat:

    Veröffentlicht der Betreiber einer Homepage auf seinem Webauftritt Zitate aus einer persönlichen E-Mail, fällt dies unter das Recht auf freie Meinungsäußerung. Dies entschied das Bundesverfassungsgericht und erklärte eine Verfassungsbeschwerde gegen eine zivilrechtliche Unterlassungsverurteilung für zulässig.

    Zitat Ende

    Noch ein Aber.. oft steht am Ende einer Mail das einer Vervielfältigung / Verwertung, auch auszugsweise untersagt wird.

  • Hallo Halodri,

    Sagen wir es so, es ist ein Unterschied, ob du schreibst, Anbieter XY hat mich betrogen, oder ob du schreibst, ich fühle mich betrogen, das aber nur am Rande.

    Mal so unter uns

    Was möchtest du mit deinem Blog erreichen?

    Ich finde die Idee nämlich nicht schlecht. Deine Meinung wäre wie bei ciao eine subjektive und eigene Meinung und das finde ich immer lesenswert.

    Dort würdest du aber zudem auch noch Geld fürs lesen bekommen.

    Bei den Bildern sehe ich kein Problem, aber immer schön selber machen, niemals auch nicht aus dem Produkt Katalog eines Affilinet Programms nehmen. Das sehen die Anbieter gar nicht gerne.

    Das Helferlein

  • Das ist mir klar. Darauf achte ich natürlich. Es geht mir auch nicht darum, öffentlich einen Kleinkrieg mit Herstellern auszubaden.

    Das Blog soll lediglich zu Hobby Zwecken betrieben werden. Es hat noch eine weitere Besonderheit, aber die möchte ich hier momentan nicht verraten. Entschuldigt die Geheimniskrämerei, aber ich möchte nicht, dass mir jemand zuvorkommt.

    OK, nehmen wir mal an unter der Antwortmail vom Hersteller steht dieser Hinweis, der eine Vervielfältigung/Verwertung untersagt nicht drunter. Wenn mein Zweck ist die gesamte Stellungnahme des Herstellers zur Anfrage darzustellen, dürfte ich demnach ja die ganze mail veröffentlichen.

    Immorb und Helferlein:

    Vielen Dank nochmal für Eure Hilfe. Seht ihr weitere rechtliche Probleme bzw. denkt ihr das ich mich mit dem Blog auf „dünnes Eis“ begeben würde?

  • Hierzu gibt es einige Urteile.

    Z.B. Zitat:

    E-Mails sind „verschlossene Briefe“?! – Die Veröffentlichung – privater bzw. persönlicher – E-Mails kann einen Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht des Absenders/Betroffenen in Gestalt der Geheimsphäre darstellen.

    Zitat Ende.

    Quelle: LG Köln, Urteil vom 28.05.2008 -28 O 157/08

  • Was heißt das denn jetzt konkret?

    Angenommen ich zitiere jetzt aus einer e-mail in der kein Zusatz von wegen Nichtveröffentlichung enthalten ist folgendes:

    Sehr geehrter […]

    bezüglich Ihres Schreibens vom […]

    gesamter Text der e-mail.

    Mit freundlichen […]

    Die e-mail wurde nicht vollständig, jedoch im wesentlichen Inhalt zitiert.

    Nach einigen der von dir aufgezählten Urteile wäre das OK, nach anderen eventuell nicht. Was heißt das denn jetzt für mich? Gibt es denn keine konkrete Aussage ob dies nun rechtlich OK wäre oder nicht?

    Muss man im Fall einer Klage wirklich immer erst um alles langwierig prozessieren?

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