Mahnbescheid bezahlen (benötige Musterschreiben)

  • Hallo,

    wer kann mir helfen?

    Meine Eltern (älteres Semsester, Rentner) haben kürzlich einen Mahnbescheid bekommen. Sie haben privat bei einem ehem. Bekannten einen gebrauchten Gegenstand gekauft und konnten diesen Betrag wegen unerwartet hohe Nebenkosten noch nicht aufbringen. Dann flatterte kürzlich ein Mahnbescheid herein wo der Gläubiger 150 Euro mehr auf die Summe die eigentlich abgemacht war drausgeschlagen hat. Leider gibt es keine Beweise das eine andere Summe vereinbart war und deshalb habe ich jetzt das Geld für sie irgendwie aufgetrieben damit Ruhe herrscht.

    Jetzt zum Problem: Auf dem Mahnbescheid stehen keine Kontoverbindungsdaten und mir wird nichts anderes übrig bleiben als das Geld beim Gläubiger selbst vorbei zu bringen. Das Problem ist, dass ich nun ein Musterschreiben benötige welches ich dem Gläubiger zur Unterschrift vorlegen kann. Sonst habe ich ja nachher keine Beweise das die Summe vom Mahnbescheid vollständig an den Gläubiger gezahlt wurde!

    Wie kann so ein Musterschreiben aussehen? Ich versuche schon den ganzen Abend ein Schreiben aufzusetzten aber ich finde einfach nicht die "richtigen" Worte.

    Ich danke schonmal im Vorraus für Hilfe!

  • so ein Mahnbescheid ist keine lustige Sache.

    Dass du nun bezahlen willst ist ja völlig okay, bei der Abwicklung aber musst du echt drauf achten,

    dass alles stimmt.

    Dadurch, dass dem Mahnbescheid scheinbar nicht widersprochen wurde ist er nach zwei Wochen rechtsgültig.

    § 692 Mahnbescheid ZPO Zivilprozessordnung

    (1) Der Mahnbescheid enthält:

    die Aufforderung, innerhalb von zwei Wochen seit der Zustellung des Mahnbescheids, soweit der geltend gemachte Anspruch als begründet angesehen wird, die behauptete Schuld nebst den geforderten Zinsen und der dem Betrag nach bezeichneten Kosten zu begleichen oder dem Gericht mitzuteilen, ob und in welchem Umfang dem geltend gemachten Anspruch widersprochen wird;

    Der besagt, dass du binnen zwei Wochen nach Zugang des Mahnbescheides dem Bekannten das Geld auszuhändigen hast oder dem Gericht, ob und wie gezahlt wird.

    Ich habe so was noch nie gehabt, letztlich willst du ja von dem Bekannten nur eine Quittung, dass er sein Geld bekommen hat.

    Ganz klare Sache, ich kann und werde keine Gewähr für den folgenden Text übernehmen.

    Es kann durchaus sein, dass er den Anforderungen nicht entspricht.

    Falls du dir ganz sicher sein willst, kannst du für ein paar Mark fünfzig ein solches Schreiben von einem Anwalt


    erstellen lassen.

    Würde ich eine Quittung brauchen, würde ich das so schreiben.

    Quittung zu Begleichung der Hauptforderung und alle Nebenkosten aus dem Mahnbescheid vom [Datum]

    Hiermit bestätige ich

    [Name Anschrift Bekannter]

    mit der Zahlung von

    [Euro]

    alle Verbindlichkeiten aus dem Mahnbescheid vom [Datum] [ Nummer]

    erhalten zu haben.

    Ich bestätige hiermit, dass

    [Name Anschrift Du/Eltern]

    die Gesamtforderung beglichen haben

    und keine weiteren Forderungen von mir gestellt werden.

    [Ort] [Datum]

    Unterschriften:

    Bekannter / Eltern – Du

    Jetzt ist es aber so dass du schreibst, der Bekannte hat was auf die Summe drauf gepackt, es scheint also wohl ein Schlitzohr zu sein.

    Da ist eine Barzahlung immer so ein Ding.

    Per Überweisung hättest du auch einen Beleg.

    ich bin da etwas hin und her gerissen.

    Vielleicht einfach mal beim Gericht anrufen und nachfragen wie du in einem solchen Fall am besten vorgehst.

  • Vielen Dank für deine Antwort.

    Es bereitet mir auch etwas Bauchschmerzen das Geld nicht zu überweisen, allerdings bleibt bis Donnerstag (Donnerstag vor 2 Wochen den Mahnbescheid erhalten) nicht viel Zeit und so eine Überweisung dauert in der Regel auch 2-3 Tage. Um meine Eltern aber etwas abzusichern brauche ich ja einen Beleg das er die Forderungen aus dem Mahnbescheid erhalten hat.

    Ich habe mich, nachdem ich von dem Mahnbescheid gegen meine Eltern erfahren habe erkundigt, ob der mit der teils ungerechtfertigten Forderung durchkommen könnte. Leider hat besagter Bekannter einen Rechtsschutz im Gegensatz zu meinen Eltern, die im Falle eines Verlierens auf imense Kosten hocken bleiben würde (Mit dem Schlitzohr hast du ganz recht, dieser Bekannte versucht nach allem was ich gehört habe, überall Geld herausschlagen zu wollen. Ich denke dem wäre das ein Meineid vor Gericht sicherlich wert!). Deshalb habe ich letzendlich abgewogen was nachher das kleinere Übel wäre.

    Ich denke, da die Zeit für eine Anfrage an „Frag einen Anwalt“ zu knapp ist, muss es deine Mustervorlage tun.

    Noch eine kurze Frage: Nach dem Mahnbescheid kommt ja der Vollstreckungsbescheid richtig? Was würde an Kosten dazu kommen wenn ein Gerichtsvollzieher kommen würde und was könnte er tun wenn mein Vater kürzlich eine Eidestattliche Versicherung beim Amtsgericht gemacht hat (wegen einer ganz alten Geschichte). Eigentlich kann dann der GV nichts holen oder wie läuft das ab?

    Ich frage das auch, weil ich Wissen möchte, was passieren könnte wenn der Bekannte trotz erhaltenem Geld einen Vollstreckungsbescheid erlässt. Dann könnten meine Eltern bzw. Vater doch entweder sagen das er eine Eidestattliche Versicherung gemacht hat oder dem Gerichtsvollzieher die Quittung vorlegen, das Summe X gezahlt worden ist. Aber wer müsste in diesem Fall dann den Gerichtsvollzieher zahlen??

    Ich weiß das sind sehr viele Fragen, aber ich selbst hatte noch nie Schulden und kenne mich mit dem was passieren könnte nicht aus….

    Ich Danke für das Musterschreiben und für die Hilfe!

    LaVoigla

  • Hallo, mit Bezahlung der Hauptschuld aus dem Mahnbescheid ist eine Vollstreckung nicht mehr möglich.


    Mit Bezahlung ist der Fall abgeschlossen.


    Gruß Wolfgang

  • Nene, nach dem Mahnbescheid kommt der Vollstreckungsbescheid nur, wenn die Forderung nicht beglichen wird und auch nur wenn der andere diesen bei Gericht beantragt.

  • Hallo Wolfgang,

    nun leider ist das jetzt so das ich heute beim Amtsgericht Stuttgart angerufen habe und die mir dringend geraten haben ihm das Geld zu überweisen. Also habe ich eine Freundin als Vermittlerin bei ihm anrufen lassen um sich die Kontonummer aufzuschreiben.

    Jetzt kommt aber der Hammer und ich bin sprachlos wie es solche boshaften Menschen geben kann: Er will sich nun nicht mehr mit der Summe auf dem Mahnbescheid zufrieden geben und meint meine Eltern müssen ihm noch seine Anwaltskosten und sonstige Auslagen erstatten. Das wären dann so 300 Euro mit dem Versprechen das wenn noch was nachkommt meine Eltern dies ebenfalls zu Zahlen haben. Ich dachte er darf nur die Summe verlangen die auf dem Mahnbescheid steht und sonst nix weiter oder?

    Außerdem hat er meinen Eltern angedroht sie wegen Betrugs vor Gericht zu bringen. Könnt er damit durchkommen? Ich weis gerade einfach nicht mehr weiter 🙁

    Mfg,

    LaVoligla

  • Hallo LaVoligla,

    es ist fraglich ob ein Anwalt den Mahnbescheid erstellt hat oder ob dieser vielleicht sogar Online erstellt wurde.

    Bei einer Hauptforderung von 200 Euro kommen zusätzlichen Kosten hinzu.

    Die belaufen sich in der Regel bei 58.70 Euro

    Die müssten auch gezahlt werden.

    Online geht das alles etwas billiger.

    Überlegen sie sich ob sie da nicht in ein Fass ohne Boden das Geld hinein werfen.

    Mit Abgabe der Eidesstattliche Versicherung haben die Eltern versichert, die offene Forderung aus der „alten Sache“ nicht begleichen zu können.

    Gleiches würde für diese Forderung auch in Frage kommen.

    Scheinbar hat da jemand „Blut geleckt“

    Noch ist Zeit für einen Widerspruch gegen den Mahnbescheid und vielleicht sogar eine Anzeige wegen Nötigung.

  • Ach du Schreck.

    Ich kenne das mit dem Mahnbescheid nur so, dass

    Die gesamten für den Mahnbescheid fälligen Gerichtskosten werden auf dem Bescheid der Forderungssumme hinzugerechnet, ebenso wie andere Verzugsschäden (z.B. Zinsen) und sind damit zusammen mit der Forderung vom Schuldner zu begleichen.

    Also müssten eventuelle Rechtsanwaltskosten doch schon mit drauf stehen und Teil der geforderten Summe sein.

    Ich will und werde dir keinen Rat geben was du nun machen sollst, dass musst du selbst tun.

    Aber spanisch kommt mir das schon vor.

  • Hallo,

    also jetzt bin ich verwirrt. Auf dem Mahnbescheid stand SummeXY sei zu zahlen und die Gerichtskosten sind auch nochmal Summe XY. Wenn ich Sie jetzt richtig verstanden habe kann er meine Eltern nötigen auch andere Kosten zahlen zu müssen die nicht auf dem Mahnbescheid aufgelistet sind? Das ist doch nicht gerecht!

    Und nein leider bleibt keine Zeit mehr Widerspruch einzulegen, da am Donnerstag die 2 Wochen Fist abläuft und meine Eltern nicht vor Gericht wollen weil sie keinen Rechtschutzversicherung haben und somit ja die Gefahr besteht am Ende noch mehr Zahlen zu müssen!

    Unfassbar das Ganze!

    LG, LaVoigla

  • Nunja, mit dem Bezahlen des Mahnbescheides gibt gibt man ja zu erkennen, dass die Forderung berechtigt ist.

    Also sind auch die Anwaltskosten der Gegenseite zu bezahlen.

    Nur der Satz von dem Bekannten

    mit dem Versprechen das wenn noch was nachkommt meine Eltern dies ebenfalls zu Zahlen haben

    da habe ich echt Bauchschmerzen.

    Man weiss ja nicht um was es geht, kann denn da noch was kommen?

    • :)
    • :(
    • ;)
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