Gebrauchtwagenkauf-Vertrag ungültig? Rücktritt möglich?

  • Ich habe i, Januar einen Gebrauchtwagen erworben. Im Kaufvertrag hat der gewerbliche Verkäufer "ohne Garantie/Gewährleistung" angegeben.

    Das ist ja nicht rechtens!?

    Oder hätte er "ohne Sachmängelhaftung" angeben müssen, damit der Vertrag nicht rechtens ist?

    Ist der Kaufvertrag somit ungültig bzw. kann ich von ihm zurücktreten und mein Geld zurückbekommen?

    Ich hatte einige nicht-Verschleißteil-Mängel (Elektrik,Zylinder,...) und sie naiv behoben und größtenteils aber keine Rechnungen mehr [Blockierte Grafik: https://www.hoeftmann24.de/images/smilies/frown.png]

    Wenn ich die Rechnungen noch hätte wäre eine Zahlung seinerseits einforderbar!?

    Oder nicht, weil ich dem Verkäufer keine Reperatur-Chance geboten habe und einfach woanders hingegangen bin?

    Was mache ich ohne Rechnungen? Wäre es rechtlich möglich, dass die Werkstatt mir jetzt erst die Rechnung erstellen würde?

    Hallo Franz, sofern eine Angabe im Kaufvertrag nichtig ist, erlischt damit der Vertrag als solcher nicht.

    Der gewerbliche Autohändler hat somit die gesetzliche Gewährleistung von mindestens einem Jahr zu leisten.

    Allerdings muss ihm dazu auch die Möglichkeit gegeben werden.

    Alle eigenmächtig in Auftrag gegebenen Reparaturen liegen somit in ihrer eigenen Verantwortung.

    Zudem ist eine wirkliche Gewährleistung nur binnen der ersten sechs Monaten gegeben, da sich ab diesem Zeitpunkt die Beweislast umkehrt.

    Vielen Dank

    Ich habe nun festgestellt, dass aber wohl der km-Stand um 100.000km manipuliert wurde.

    Wenn ich dies nachweisen könnte, wäre der Vertrag nichtig oder bekäme ich Schadensersatz irgendwo für oder sonst irgendetwas erstattet,

    zB die Reparaturen?

    (Wie kann man sowas nachweisen? Vorbesitzer der aussagt: "ich hab ihn mit 123.456km verkauft" ? Oder technisch irgendwie? (Fiat von 1991 ))

    Hat der Händler das Fahrzeug im Kundenauftrag (als Vermittler) verkauft ?

    Dann die Sache mit den km. Das ist natürlich ein wichtiger Punkt. Das geht dann -wie schon geschildert- am Besten über den Vorbesitzer. Wenn dieser klar aussagt (schriftlich) dass das KFZ bei seinem Verkauf schon z.B. 121.000 km drauf hatte, bist Du einen Schritt weiter. Ausserdem hat ja auch der Vorbesitzer (hoffentlich) eine Kopie von dem Wagenverkauf an den Händler. Auch dort steht der km-Stand drin. Nun ist zu klären, ob der Händler keinen Austauschmotor mit nur 100.000 km eingebaut hat.

  • Das klingt gut!

    Im Auftrag glaube ich nicht.

    Dann wäre jetzt nur noch die Frage wie man den Vorbesitzer raus bekommt.

    Er wird ihn mir nicht nennen? In den Papieren ist er nicht genannt.

    Kann man beim KFZ-Amt anfragen nach den alten Papieren(die die ja eingezogen hatten) ?

    Die Stadt steht zumindest irgendwo, also die hab ich, mehr aber nicht. (irgendein Gutachten des Fiat oä)

  • Wie dann? Gekauft?

    Wer hat welche Papiere eingezogen, und warum? Rechtlich relevant wären wohl Zulassung (Fahrzeugschein, jetzt EU-weit „Zulassungsbescheinigung Teil I“) und Fahrzeugbrief, und wer die gültigen ausgestellt hat, dürfte wohl kein Geheimnis sein.

  • Gekauft?

    ( Ja ich glaube er hatte das Auto vom Schrott oder jemandem abgekauft, weil es bei ihm scheinbar schon ewig rumstand. )

    Wer hat welche Papiere eingezogen, und warum? Rechtlich relevant wären wohl Zulassung (Fahrzeugschein, jetzt EU-weit „Zulassungsbescheinigung Teil I“) und Fahrzeugbrief, und wer die gültigen ausgestellt hat, dürfte wohl kein Geheimnis sein.

    Eingezogen wurden die alte Zulassungsbescheinigung und ausgestellt „ZB Teil I“.

    Also meinst Du ich solle die Dame am Schalter mal fragen? Oder liegt die alte ZB da irgendwo rum?

    Ich versteh deine Hintergedanken nicht ganz

    Dass der Vorbesitzer aus Stadt XY kommt habe ich in Erfahrung bringen können.

  • Also meinst Du ich solle die Dame am Schalter mal fragen?

    Das wäre eine Möglichkeit, jedenfalls bei der Zulassungsstelle. Solltest dir deine Fragen dort nur etwas besser überlegen.

    Oder liegt die alte ZB da irgendwo rum?

    Wer lesen kann, ist klar im Vorteil: Im Fahrzeugbrief müssen sämtliche Besitzer (Halter) eingetragen sein. Oder gehört der auch zu den Papieren, die „eingezogen“ wurden?

    Ich versteh deine Hintergedanken nicht ganz

    Dann musst du’s lassen. Das hab ich wöhl nötig, mir noch „Hintergedanken“ unterstellen zu lassen. Komisch werden kann ićh auch, aber dann viel besser.

    Achtung, das hab ich nur irgendwo gelesen: Ein gutes Geschäft für manche Mitarbeiter soll auch der „Verkauf“ von Zulassungen gewesen sein. Aber nur für Fahrzeuge, die sich u.a. dank überlegener Motorleistung jeglicher Verfolgung entziehen konnten.

    Ach so, weitere Voraussetzung natürlich: Dass der Fahrer den Unterschied zwischen Fahren und nur Gasgeben kennt und weiß, dass 6 Zylinder keinen Kopf ersetzen. Mit anderen Worten: Kriminelle sind nicht selten sehr intelligent.

  • Ja entschuldige bitte wegen den Hintergedanken, ich hatte es einfach nicht verstanden. Aber das klingt alles sehr gut

    Sowas mit den 6 Zylindern usw. hab ich nicht vor.

    Ich muss halt nur den Vorbesitzer rauskriegen, und der steht wirklich weder im Fahrzeugbrief noch im -schein (da steht nur der Händler -vllt.weil er’s vom Schrott hat? Dann hätte er aber eine Vollabnahme machen müssen!?). :/

    Was nun?

  • Könnte sogar u.U. stimmen. Du musst jetzt Alles beweisen können. Dann brauchst Du letztendlich doch noch einen RA. Wie teurer war das Auto ? 1000 Eur ?

    Dafür lohnt sich in meinen Augen der ganze Aufwand nicht. Fahr die „Kiste“ weiter und versuche diese nach einiger Zeit wieder gut zu verkaufen.

    Mal etwas offtopic aber trifft eigentlich für jeden Verbrauchsgüterkauf zu.

    Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften.

    Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld. Das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.“

    John Ruskin (* 8. Februar 1819 in London; † 20. Januar 1900 in Brantwood/Lancashire) war ein englischer Schriftsteller, Maler, Kunsthistoriker und Sozialphilosoph.

  • Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften.

    Naja, „gerecht“ … Gerecht wäre einzig und allein, dass man für sein Geld auch den entsprechenden Gegenwert erhält. Alles andere ist Betrug.

    Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten.

    Ganz so einfach ist das nicht. Der Markt ist nur ein Teil der Wirtschaft, aber das einzige Gesetz des Marktes: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Von Wert ist da noch nicht die Rede. Und was ist eigentlich der Wert (einer Ware oder einer Dienstleistung)?

    Herstellungsaufwand <-> Gebrauchswert <-> Wert <-> Angebot <-> Nachfrage <-> Preis. Eine komplizierte Wechselbeziehung.

    Extrem wird’s natürlich, wenn alles zur Ware gemacht wird oder werden kann, auch der Mensch, besonders seine Arbeitskraft. Das heißt dann „Kapitalismus“.

    Und noch schlimmer: Wenn das Geld (ein „wertneutrales“ Tauschmittel für Waren und Dienstleistungen) selber zur Ware gemacht und damit wie wild spekuliert wird. Das heißt dann „Finanzwirtschaft“. Die die beste „Realwirtschaft“ zunichte machen kann.

  • Etwas offtopic, aber dazu muss ich jetzt einfach antworten.

    Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis

    Das ist korrekt. Denke nur mal an den China-thread ?

    Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten.

    Genau da haben wir den Punkt. Billige Produktion, hohe Ausfallraten…….schlechter Wiederverkauf. Also gleich etwas mehr bezahlen und dafür eine gute Qualität erhalten. Du als Ing. mit Deinem Vorhaben wirst es da wohl am Besten wissen. Verweise nur auf Deine posts im China-thread.

  • Japp, s. der Link in meiner Signatur. Aber was heißt hier „meine Posts“ – deine sind auch nicht schlecht. Aber nur vom Dran-Denken wird nun mal nix, das macht einen eher wahnsinnig.

    Habe meinen vorigen Beitrag noch ein bisschen ergänzt – das wäre mir auch einen eigenen Thread wert, in dem das endlich mal ausdiskutiert würde. Aber nicht so endlos wie in …zig „politischen“ Foren, sondern mal mit einem schlüssigen Ergebnis. Das beim näheren Hingucken übrigens auf der Hand liegt.

    Das wünsche ich mir als einer, der 35 Jahre „Realsozialismus“ (der nie einer war) erlebt hat, und beide Systeme sowohl von der Theorie als auch von der Praxis her kennt. Auch die Gründe für das Scheitern. Ich will die DDR weiß Gott nicht wiederhaben, aber es war auch nicht alles Sch…rott. Man kann sich nur immer wieder beölen, wenn man sieht, worum heute gekämpft wird oder was als große Errungenschaft gefeiert, was bei uns selbstverständlich war.

    Aber bütte, bütte, schau erst mal in meine PN, hier ist die Kacke am Dampfen.

    • :)
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