Gibt es für die Widerrufsbelehrung eine offizielle englische Version?

  • Tach,

    ich plane einen Online-Shop einzurichten und habe mich darum nun mit AGB, Widerrufsbelehrung usw. beschäftigt.

    Der Shop wird in 2 Sprachen laufen (Deutsch und englisch). Dass ich die AGB übersetzen muss ist klar, das ist auch nicht das Problem. Die Frage ist: Wie sieht es mit der Widerrufsbelehrung aus? Gibt es dafür eine offizielle englische Version? Im Netz findet man verschiedenene Versionen der "Information on right of revocation". Diese unterschieden sich im Wortlaut (was ja bei der Deutschen Version schon ein Abmahngrund ist!).

    Kann ich daraus schließen, dass es keine offizielle Übersetzung gibt und ich für eine Übersetzung selbst verantwortlich bin? Bei LEO findet sich eine englische Version, die ist aber von 2009 und damit nicht aktuell.

    Ein englisches Muster was ich übernehmen könnte wär schon super.

    Und noch eine kleine Frage: Kann ich freiwillig (auch im Deutschen) das Widerrufsrecht von 14 auf 30 Tage erhöhen? Oder gilt damit die Widerrufsbelehrung als nicht mehr "wörtlich" vom Gesetzgeber übernommen und somit als abmahnfähig?

    Bin gespannt auf eure Antworten

  • Hallo, das Widerrufsrecht kann problemlos verlängert werden.

    Da kann mal mal auf der Seite nachsehen, die sich damit auskennen.

    Verlängertes Widerrufsrecht: Händler lassen Wettbewerbsvorteil häufig ungenutzt » shopbetreiber-blog.de

    Die Gefahr einer Abmahnung sehe ich nicht und habe dazu auch nichts gefunden.

    Nur dass man immer vorsichtig sein sollte.

    Ein Falscher Satz und aus dem verlängerten Widerrufsrecht kann ein Widerrufsrecht auf unbestimmte Zeit werden.

    So gab es mal den Fall, was ist ein Monat.

    Vier Wochen oder muss man einen Monat angeben?

    Bei der Angabe von 30 Tagen denke ich aber dürfte es keine Probleme geben.

    Wegen dem Muster in englisch habe ich nichts gefunden.

    Allerdings gibt es für alles einen Dienstleister.

    Legalomat.de &middot Rechtssichere Vorlagen für Onlineshops &middot Muster zum Download online erstellen · anwaltlich geprüft

    Die erstellen dir eine rechtssichere Widerrufsbelehrung.

    Das machen aber auch viele Anwälte.

  • Hallo,

    so einfach ist es nicht wie es zuerst aussieht. In der BRD haben wir eigentlich das schärfste Verbraucherschutzgesetz und die schärfsten Richtlinien. Die Widerrufsfrist ist in England eine Andere wie in der BRD. Die 40 Eur fällt bei den Briten auch weg.

    Als basics mal hier zum Nachelesen: Das Widerrufsrecht: im Onlinehandel in Großbritannien

    Nun müssten auch die AGB geändert werden. Sage nur als Vertragsschluss, Vertragssprache, welches Recht gilt usw.

    Zum Verständnis einmal Dieses: LG Karlsruhe: Deutsches Recht und Widerrufsbelehrung für ausländische Händler » shopbetreiber-blog.de

    (das wäre jetzt in Deinem Fall andersherum zu sehen).

    Wie gesagt haben wir hier das schärfste Verbraucherrecht. Ich würde -so auch der Rat von TS-Justiziar Dr. C. Föhlisch“- Alles „Rechtliche“ in Deutsch lassen. Ein Engländer freut sich doch, wenn deutsches Recht zugrunde liegt. Demnach ist er besser geschützt als in old england.

    Ausserdem musst Du dann ständig die EU-Richtlinien beachten. Wenn sich was in England ändert bekommst Du das ja hier nicht gleich mit und läufst Gefahr abgemahnt zu werden. Ich würde das Rechtliche auf den deutschen Gesetzen aufbauen. Als Hilfe kann man selbstverständlich die Produktbeschreibungen in englisch nehmen. Aber das Ganze soll noch komplizierter werden.

    Guck mal hier: Lieferpflicht in alle EU-Mitgliedstaaten: Aus für Online-Händler? » shopbetreiber-blog.de

    Die Fa. Thomann -die nach Europa- liefert hat es ebenso gemacht: General Terms and Conditions of Business – Thomann UK Cyberstore

    Egal, welche Sprache, es kommen dann immer die deutschen AGB usw. Übrigens 30 Tage money-back Garantie….

    In diesem Sinne, happy selling……

  • Hi!

    Danke für eure Antworten. Ich würde gern noch zwei Sachen trennen:

    1. Laut meinen AGB gilt das Recht der BRD. Das Widerrufsreht hab ich auf 30 Tage erhöht. Somit kommen auch Besteller aus dem Ausland in den „Genuss“ des deutschen Rechtes.

    2. Der Shop ist aber zweisprachig (Deutsch und Englisch). Und da schreibt der Gesetzgeber ja vor, dass die AGB und Informationspflichten auch übersetzt werden müssen. Dies beeinträchtigt ja nicht die Rechtswahl. In meinen englischen AGB steht ebenfalls, dass das Recht der BRD gilt. Ebenso die Widerufsbelehrung: Diese ist inhaltlich identisch mit dem Deutschen Muster, eben nur in englischer Sprache.

    3. Hab jetzt diverse Seiten gefunden die gängige Informationstexte (Widerrufsbelehrung, AGB, Versandinfos) fachkundig übersetzen lassen kann. Bei e-Recht24 zB gibts auch nen Link zu nem Fachübersetzer, der war gar nicht so teuer…

  • Hallo,

    wenn Du das Risiko eingehen willst, ok, jeder ist Kaufmann genug. Denke nur mal an die Redewendung „Es regnet aus allen Eimern“. In Englisch „it´s raining cats and dogs“. Solche Redewendungen mit Übersetzung ist sehr gewagt und könnte u.U. einem „englisch“ Lesenden in die Irre führen.

    Lies Dir das mal in Ruhe durch: http://www.brandi.net/

    Auszug:

    Nach dem UN‑Kaufrecht, welches jedenfalls für die Frage der wirksamen Einbeziehung von AGB in den Vertrags‑

    schluss für einen Großteil aller grenzüberschreitenden

    Warenlieferungen deutscher Unternehmen unabängig von

    einer in den AGB selbst etwa getroffenen Rechtswahl gilt, ist

    die Konsequenz eindeutig: Wirksam einbezogen in den Ver‑

    tragsschluss werden AGB nur dann, wenn sie dem Vertrags‑

    partner bei Vertragsschluss in der Landessprache oder in der

    Vertragssprache vorgelegen haben. Hat der Handelsvertreter

    aber alle sonstigen Dokumente in die Landessprache über‑

    setzt, kann als Vertragssprache im Zweifel nicht mehr das

    originär verwendete Englisch angesehen werden. Durch die

    Übersetzung hat der Handelsvertreter vielmehr die Vertrags‑

    sprache neu bestimmt, und diese Bestimmung wird dann

    auch auf etwa in den Vertragsschluss einzubeziehende AGB

    angewandt. Die englische Fassung der AGB reicht nunmehr

    nicht mehr aus, die AGB werden im Zweifel nicht wirksam in

    den Vertrag mit einbezogen, der Unternehmer steht ohne

    rechtliche Absicherung in vielen wichtigen Punkten da.

    Und da schreibt der Gesetzgeber ja vor, dass die AGB und Informationspflichten auch übersetzt werden müssen.

    Kannst Du mir dazu mal einen Link oder etc. geben ?

    Nachtrag:

    schau Dir mal diese seite an: General Terms and Conditions of Business – Thomann UK Cyberstore

    AGB in alle EU-Sprachen. Gehe davon aus, dass hier rechtlich mit den Sprachen Alles i.O.ist. Wenn nicht, wer will sich mit so einem grossen Laden anlegen ???????

  • Hi!

    Kannst Du mir dazu mal einen Link oder etc. geben ?

    Hier steht was dazu:

    ENGLISCH / Wann müssen AGB übersetzt werden?

    Da steht zB:

    Onlineshops in Englisch: Ist der Shop auch in einer anderen Sprache abrufbar (in der Regel Englisch), dann müssen auch die Pflichtinformationen (also z.B. auch AGB) in dieser Sprache erfolgen. Bei einem Webshop in Deutsch und Englisch braucht der Shopbetreiber also auch zweisprachige AGBs.

    und hier ist noch ein Gerichtsurteil (weiter unten unter Überschrift „Vertragssprache“):

    Abmahngefahr: Verwendung der alten Widerrufsbelehrung » shopbetreiber-blog.de

    Danke für deinen Link. Klingt interessant! Der Beitrag gleich am Anfang auf Seite 3 ist aber auch interessant. Darin steht ja:

    Daraus folgt: Da internationale Sachverhalte durch nationale

    Rechte geregelt werden, ist eine belastbare Aussage zu

    dem für den Vertrag geltenden Recht nur möglich, soweit die

    IPRs aller beteiligten Staaten das Ergebnis tragen. Die Wahl

    des Vertragsrechts durch die Parteien ist in vielen außer-europäischen

    Rechtsordnungen nicht vorgesehen und demzufolge

    kein generell geeigneter Lösungsansatz.

    Die von dir geposteten Infos machen aber eins klar: Die gleichen Probleme wie ich hat dann auch ein Online-Shop in Deutscher Sprache, wenn er ins Ausland versendet. Wenn er laut AGB Deutsches Recht vereinbart, kann das nichtig sein weil in China eine solche Klausel nicht greift. Dabei ist die Sprache der Website ja unerheblich. Einzige Möglichkeit: Den Versand auf Deutschland beschränken!?

    Was würdest du mir denn vorschlagen? Der Shop sollte auf jeden Fall in Deutsch und Englisch bedienbar sein (Warenkorb-System und Bestellung sowie Beschreibung der Produkte). Die von dir gepostete Seite von Thomann macht es übrigens ja genauso wie ich es vorhabe: Auch die haben AGB und Widerrufsbelehrung übersetzt und beschrieben, dass Deutsches Recht gilt. Ebenso machen es viele andere Global Player, die einen Online-Shop betreiben..

    Nachtrag zu deinem Nachtrag

    Stimmt nicht ganz. Thomann versendet zB nach Estland, hat aber keinen Button für estnische Sprache!

  • leider finde ich nicht mehr ad-hoc das Referat von Dr. C. Föhlisch. Interessiert mich jetzt aber selbst. mache mich mal kundig.

    Das aus dem Jura-Blog sehe ich nicht so als „gegeben“ an. Ist der Bericht von einem Fachanwalt für das EU-Recht ?

    Das ist auch dann logisch, dass Thomann kein Sprache für Estland bereit hält. Soweit ich weiss MUSS dann Alles in der Sprache laufen wohin ich verkaufe. Der EU_Rat trifft sich dazu dieses Jahr im März. Wie oben gepostet, wird das ein AUS für alle kleinen Händler sein, wenn ich auch noch in jeden EU Staat liefern „MUSS“ !!!

    soweit die

    IPRs aller beteiligten Staaten das Ergebnis tragen.

    Das wird das Thema werden.

    Es mag sein, dass bei Anklicken auf die jeweilige Sprache umstellt. Hier ist es indes ein anderes, ob das Angebot und die Internetpräsentation im Rahmen der Kundenaquirierung in Bezug auf die Sprache umgestellt werden können oder ob der Vertrag dann in welcher Sprache geschlossen wird.

    Hier wäre es ebenso möglich, dass zwar die Angebote in englischer oder sonstiger Sprache präsentiert werden, dass der Vertrag dann aber nur in einer Sprache, etwa in deutscher Sprache, abgewickelt würde (einschließlich der Bestätigung der Bestellung und etwaiger weiterer Informationen im Zusammenhang mit der Lieferung, wie etwa § 355 Abs. 2 Satz 2 BGB, wenn nachvertragliche Informationen solchen bei Vertragsschluss gleichgestellt werden).”

    Merkst Du schon, dass das Ganze nicht so einfach in jenem unserem Lande ist. Du bist ständig dabei das Rechtliche wie Deutsch und Englisch zu ändern. Das Letztere wohl mit einem Übersetzer für Rechtsenglisch laufen müssen.

    Für das Geld würde ich lieber meinen Shop zertifizieren lassen (50 Eur/Monat). Das wirkt vertrauensvoll und da bekommst Du auch Hilfe, gerade jetzt mit Deinen 2 Sprachen. Bei der IT-Rechtskanzlei bekommst Du einen Anwalt zugewiesen den Du jederzeit anrufen kannst. Hatte ich selbst so gehabt. Super Fachanwälte. Der eine RA hat mich einmal wegen einer grösseren Wettbewerbsklage „mehr als positiv“ vertreten.

    Für alle Nicht-EU-Staaten (China z.B.) schliesst Du eben einige Sachen in den AGB aus. Aber so einfach ist das jetzt auch nicht. Wenn Du sowas vorhast, brauchst Du fachmännische Rechtsberatung.

    Im Rahmen des Rückgaberechts (30 Tage Money Back) kann das Musikhaus xxxxxx leider keine Rücksendekosten von Kunden aus dem t……… Ausland übernehmen.

    http://images6.thomann.de/pics/n.gif

    Sowas in der Art wäre dann möglich. Grins, eben beim Durchlesen sind mir auch 2 Sachen zum Abmahnen aufgefallen…. Wenn das auch noch so mit übersetzt wurde…..olala………

    Nocheinmal ein anderer Gedankengang.

    Du verkaufst an Endverbraucher sagen wir mal beispielsweise nach London. Hier ist der Gerichtsstand immer der Wohnort des Verbrauchers. Wenn Deine englische AGB und Co. mit den deutschen in odnung ist, hast Du schonmal 90 Punkte. Aber da würde ich jetzt lieber Lotto spielen. Egal……. Du darfst bei einer Verhandlung ersteinmal nach London fliegen. Einen Anwalt solltest Du dann auch mitnehmen. Bei der Prüfung -ob ins englische korrekt übersetzt wurde- spielen ersteinmal die britischen Gesetze eine Rolle und die sind manchmal nicht so einfach zu verstehen.

    Wenn das mit der Übersetzung geklärt ist, wird eben dann das deutsche Recht zugrunde gelegt. Aber ?!? Denke jetzt nur daran wenn man das deutsche Wort „Gewährleistung“ mit dem englischen Begriff „gurantee“ übersetzt wurde……

  • Mir als „Laie“ fallen auch dauernd Sachen auf die man mMn abmahnen könnte. Die konkrete Frage ist: Was ist aktuelle Abmahn-Praxis? Ich kenne viele Fälle von Abmahnungen wegen falscher Widerufsbelehrung, wegen fehlenden Grundpreis-Angaben, wegen falscher Beschriftung der Buttons oder wegen widersprüchlichen Angaben in den AGB. Aber eine Abmahnung eines deutschen Shops wegen einer „missverständlichen“ englischen AGB oder wegen AGBs die nur in Deutsch vorliegen? Davon hab ich noch nichts gehört (würd mich aber interessieren!)

    Die 50 EUR lohnen sich für mich nicht da ich wohl im Schnitt nicht mehr als 20 EUR im Monat mit dem Shop „verdienen“ werde. Ich betreibe den Shop nicht in erster Linie um damit Geld zu verdienen sondern eher als Hobby um Sachen von meiner Band zu verkaufen. Dass da ein Kunde klagt ist wirklich mehr als unwahrscheinlich.

    Aber nochmal:

    Was würdest du mir denn konkret empfehlen? AGB und Widerruf nur auf Deutsch lassen, auch wenn der Shop englische Sprache hat und ins Ausland versendet?

  • Na aber Hallo.

    Die Gefahren und Probleme die einem Shopbetreiber auflauern sind nicht gerade gering.

    Hinzu kommen gewerbetechnische Fragen die zu klären sind, steuerrechtliche, denn Einnahmen sind nun einmal Einnahmen und dann noch das drum herum.

    Ich finde den Tipp vom Seppel zuerst einmal den Shop in Deutsch zu starten sehr sinnvoll.

    In Ruhe kannst du dein Geschäft aufbauen, sehen welche Resonanz kommt und wenn dann so richtig viele Anfragen in Englisch kommen und du mit den 10 Euro im Monat ein Kapital aufgebaut hast, dann würde ich mich fachlich beraten lassen.

    Selbst wenn dir hier oder woanders die eine oder andere Frage beantwortet wurde, so ist damit nicht gesagt, dass du in anderen Themen auf der sicheren Seite bist.

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