Erschleichung von Leistungen - § 265a StGB

  • Hallo,

    ich bin gestern schwarz gefahren und wurde dabei erwischt. Konnte auch vorher am Bahnhof keine Fahrkarte mehr kaufen aus zeitlichen Gründen. Dann 4 Stationen später, wurde ich kontrolliert. Nachdem ich einen frisch gedruckten Zettel "Fahrpreisnacherhebung" bekam (40 €) warteten an der Endstation bereits 2 Polizisten auf mich. Dann wurde ich mitgenommen auf die Wache, es wurden mir alle Taschen durchsucht und meine Personalien überprüft, da ich kein Ausweis dabei hatte. Nachdem sie geprüft hatten, dass meine Personalien, wie von mir angegeben richtig waren und ich nicht vorbestraft bin, konnte ich gehen. Man machte eine Anzeige wg. "Erschleichung von Leistungen".

    Ich bin wie gesagt nicht vorbestraft und hatte quasi noch nie was mit der Polizei zu tun. Deswegen war ich auch etwas geschockt, wie das alles so schnell auch abgeht. Und vorallem hab ich jetzt Angst vor den Konsequenzen.

    Ich stehe dazu, dass ich schwarz gefahren bin und würde das auch nie wieder tun!

    .... nun ein paar Fragen dazu:

    Kommt das in's polizeiliche Führungszeugnis?

    Gibt es jetzt sonstige Einträge in irgendwelchen Registern, die für einen künftigen Arbeitgeber einsehbar sein könnten?

    ...im StGB steht dazu, dass man Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr und/oder Geldstrafen bekommen kann.

    Ich bin 17 Jahre alt, wohne alleine und bin noch Schüler. Ich habe so schon ziemlich wenig Geld und kann grad so die 40 Euro Strafe zahlen an DB.

    Was können jetzt wirklich für Probleme auf mich zukommen?

    Bekomme ich Post von der Polizei oder direkt vom Gericht?

    Ich weiß nicht, ob ich eine Rechtsschutzversicherung habe, ich glaube aber schon. Wird wohl über meine Eltern laufen. (?) .. Sie sind übrigens noch sorgeberechtigt, werden diese nun auch von dem Fall informiert??

    Wie soll ich mich jetzt am besten verhalten?

    Bitte um umfassende Aufklärung und Beantwortung meiner Fragen, da ich echt Angst habe und nicht viel Plan von Recht und Gesetzen habe.

    Danke vorab.

  • Hallo, da du dich nicht ausweisen konntest, ist es völlig normal, dass die Polizei zu Hilfe geholt wird.

    Ist eigentlich eine ganz normale Sache.

    Die Durchsuchung findet zum Schutz der Polizei statt.

    Du hättest ja Waffen bei dir haben können, alles schon passiert.

    Schwarzfahren ist keine Sache die deine Zukunft ruiniert.

    Die Polizei nimmt die Sache nur auf und gibt deine Personalien an die Verkehrsbetriebe weiter.

    Von denen hast bzw.bekommst du auch die Rechnung, mit deren Begleichung die ganze Angelegenheit auch erledigt ist.

    Da du ja zugegeben hast ohne Ticket gefahren zu sein, ist die Frage also auch nicht strittig, so dass sich damit auch kein Gericht bemühen wird.

    Kurz gesagt, zahl die 40 Euro und du kannst die Sache vergessen.

    Nur wenn das häufiger vorkommt, dann könnte es unangenehme Folgen haben.

    Das Helferlein

  • Da sollte man nicht zu optimistisch sein. Soviel ich weiß, erstattet die Bahn bereits bei der ersten Schwarzfahrt eine Strafanzeige und wie derMatze schrieb, wurde das ja auch gemacht. Über die Strafe mag man hier nicht mutmaßen, einen Eintrag in das pol. Führungszeugnis gibt es bei geringen Strafen im Allgemeinen nicht, einen Eintrag ins Bundeszentralregister aber doch.

  • Zitat von rudido
    einen Eintrag in das pol. Führungszeugnis gibt es bei geringen Strafen im Allgemeinen nicht,

    ??Wie soll das gehen?

    Ein polizeiliches Führungszeugnis ist ein Auszug aus dem Bundeszentralregister.

    Im Bundeszentralregister werden rechtskräftige Verurteilungen und einige andere Sachen nach § 3 BZRG Inhalt des Registers eingetragen.

    Zitat von derMatze
    Ich bin 17 Jahre alt, wohne alleine und bin noch Schüler.

    Hier kommt das Erziehungsregister bei einer Verurteilung zum tragen.

    Diese Einträge dürfen nur einem sehr beschränktem Personenkreis zugänglich gemacht werden.>> § 61 BZRG Auskunft aus dem Erziehungsregister.

    Zitat von derMatze
    Kommt das in’s polizeiliche Führungszeugnis?

    Gibt es jetzt sonstige Einträge in irgendwelchen Registern, die für einen künftigen Arbeitgeber einsehbar sein könnten?

    Bei einer Verurteilung ja.

    Dein Arbeitgeber kann nichts einsehen. Was er kann, ein polizeiliches Führungszeugnis verlangen.

  • Hallo, ich habe folgendes Problem und zwar bin ich seit 01.10. 2011 in der Ausbildung zum Examinierten Altenpfleger in Hannover, Niedersachsen. Dementsprechend erhalte ich Ende September 2014, also in knapp 2 Wochen mein Examen.


    Jetzt ist leider etwas, was vor zwei Jahren passiert ist, zum einem Problem geworden. Das betrifft zwar nicht mein Examen, aber sie Urkunde zur Führung der Berufsbezeichnung.


    Im Jahre 2012 habe ich einen starken, durch das Ausbildungszeit bedingten, finanziellen Engpass gehabt und bin dadurch, um den Weg zu und von meiner Arbeit zu bestreiten, mehrfach „“schwarzgefahren““, also ohne gültigen Fahrausweis. Das hat dazu geführt, dass ich zweimalig wegen Erschleichen von Leistungen verurteilt wurde. Jetzt wird mir dadurch, ca. zweieinhalb Jahre später, die Ausstellung der Urkunde abgelehnt und nur wenn die Einträge entfernt sind, diese auf neuen Antrag ausgestellt.


    Jetzt wollte ich wissen, ob es die Möglichkeit vorzeitiger Löschung der Einträge oder anderweitiger Ausnahmeregelungen gibt, da es hier wirklich um meine Existenz geht.


    Ich Danke schon im Voraus für die Hilfe.

    • :)
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