Weniger Miete bei Auszug zahlen

  • miete bei auszug weniger

    hallo

    und zwar ziehe ich in 2 monaten aus .

    im mom bezahle ich 510 euro kaltmiete

    nun hat der vermieter die wohnung in die zeitung

    gesetzt und war 110 euro billiger

    wollte daher mal fragen ob das rechtens ist

    danke im vorraus

  • Ohne nähere Prüfung:

    Ja, der Vermieter kann die Miete frei gestalten, sofern die Wohnung nicht einer Mietpreisbindung unterliegt. Bei Neuvermietung kann er auch eine geringere Miete verlangen.

    Die ortsübliche Vergleichsmiete, ob über einen Mietspiegel oder eine Datenbank erhoben, spielt zwar eine gewichtige Rolle bei der Preisfindung für gemieteten Wohnraum, aber nicht grundsätzlich die erste Geige.

    Ganz außen vor bleibt sie bei Wohnungen, die der Mietpreisbindung unterliegen.

    Mieter haben hier den Vorteil, in der Regel sowohl recht günstig zu wohnen, als auch vor Mieterhöhungen sicher zu sein. Sie sind für einen fest umrissenen Zeitraum nicht statthaft.

    Zum Tragen kommt die Mietpreisbindung in den meisten Fällen bei Wohnungen, die im Rahmen der Wohnbauförderung geschaffen und somit dank staatlicher Unterstützung gebaut wurden, beispielsweise im sozialen Wohnungsbau.

    Für diese Mietwohnungen gelten besondere gesetzliche Vorschriften.

    Die Miete darf nur in zulässiger Höhe verlangt werden. Bezeichnet wird sie als Bewilligungsmiete. Sie steht von Anfang an fest.

    mfg

    lyrica

  • Ja, der Vermieter kann den Mietzins beliebig festlegen. Nach unten ist er ein wenig begrenzt durch die Abführung von Steuern auf Einnahmen, da er sonst ein Minusgeschäft machen würde und nach oben durch den örtlichen Mietspiegel.


    In diesem Rahmen kann der Vermieter den Preis allerdings frei wählen.

  • Aber untypisch ist es schon, dass ein Vermieter die Miete reduziert, wenn der Mieter auszieht. Eigentlich ist es doch so, dass sich die Miete für den Nachmieter erhöht. Der neue Mieter ist dem Vermieter noch nicht bekannt und lange Jahre hat der Vermieter die Miete für seinen aktuellen Mieter vielleicht nicht erhöht, weil ihm wichtiger war die Miete immer pünktlich zu erhalten.

    Etwas was eh sehr viel seltener geworden ist. Messis gab es immer und wird es immer geben. Aber die Anzahl derer die ihre Miete nicht oder nicht mehr pünktlich zahlen ist erheblich gestiegen.

  • Einen wunderschönen Silvester Tag wünsche ich dir. Schade eigentlich, dass du dich an diesem besonderen Tag mit deinem Vermieter oder besser gesagt mit der fälligen Nebenkostenabrechnung herum schlagen musst. Aber so ist das, die Probleme machen vor speziellen Tagen keinen halt.

    Nun, da macht dein Vermieter aber einen großen Fehler. Jeder Mieter hat ein unumstößliches Recht auf Einsichtnahme in die Originalbelege der Versorger, etwa Gas, des Öllieferanten der Rechnungen für Wasser und Strom usw. Dieses Prüfungsrecht kann weder durch Vereinbarungen oder Klauseln im Mietvertrag, der Hausordnung oder durch ein Verbot ausgeschaltet werden. Im Gegenteil, nimmt der Mieter sein Recht nicht in Anspruch, so können ihm dadurch später Nachteile entstehen. Denn will er eine Betriebskostenabrechnung anfechten, so reicht ohne Einsicht in die Belege der Nebenkostenabrechung der einfache Einwand, hier stimme etwas nicht, nicht aus.

    Ob du nun Einsicht nehmen darfst oder der Vermieter die die Belege in Kopie zusenden muss, hängt von der Entfernung ab. Wenn es dir nicht zuzumuten ist, zur Geschäftsstelle des Vermieters zu fahren, oder etwa weil dieser die Abrechnung in seiner privaten Wohnung macht, dann muss er die Kopien gegen Zahlung der Unkosten an dich versenden.

    Es gibt hunderte an Urteilen die genau diese Rechtsauffassung bestätigen.

    Genau deshalb hat der Gesetzgeber auch dem Mieter den Anspruch auf Einsicht in die Belege zugesichert. Der Mieter muss in der Lage sein die auf ihn anfallenden Kosten zu prüfen. Sollte die Stadt keine Straßenreinigungskosten erhoben haben, so darf der Vermieter diese auch nicht Anhand der Rechnung des letzten Jahres auf die Mieter umlegen. Es dürfen nur tatsächlich angefallene Kosten in die Nebenkostenabrechnung einbezogen werden.

    Ja dann fangen wir mal an und schauen in das Mieterhöhungsgesetz. § 4 MHG sagt dazu in Absatz 2 aus,

    Der Vermieter ist berechtigt, Erhöhungen der Betriebskosten durch Erklärung in Textform anteilig auf den Mieter umzulegen. Die Erklärung ist nur wirksam, wenn in ihr der Grund für die Umlage bezeichnet und erläutert wird.

    Bedeutet, der Vermieter muss dir die Erhöhung erklären und belegen, also Belege zur Einsicht geben.

    Auch hier sind die Gerichte auf deiner Seite. § 259 BGB macht dies ganz deutlich.

    Wer verpflichtet ist, über eine mit Einnahmen oder Ausgaben verbundene Verwaltung Rechenschaft abzulegen, hat dem Berechtigten eine die geordnete Zusammenstellung der Einnahmen oder der Ausgaben enthaltende Rechnung mitzuteilen und, soweit Belege erteilt zu werden pflegen, Belege vorzulegen.

    Nun möchtest du wissen, welches Druckmittel du hast. Nach einem aktuellen Urteil des KG Berlin vom 12.03.2012 (Az. 12 U 72/11) hat der Mieter gegenüber der Nachzahlung aus der Nebenkostenabrechnung ein Zurückbehaltungsrecht aus § 273 I BGB, solange ihn der Vermieter die Überprüfung der Nebenkostenabrechnung nicht ermöglicht, ihm also die Einsicht in die zugrunde liegenden Belege verweigert. Der Vermieter verletzt durch die Verweigerung der Belegeinsicht eine vertragliche Nebenpflicht, die den Mieter berechtigt, die Zahlung zurückzuhalten.

    Ja das ist laut einem Urteil vom BGH AZ: VIII ZR 191/05 möglich. Der Bundesgerichtshof hat dazu entschieden, Mieter sind berechtigt, weitere Abschlagszahlungen so lange zurückhalten, bis ihnen eine ordnungsgemäße Abrechnung vorliegt.

    So und nun feier schön und im neuen Jahr schreibst du deinem Vermieter einen freundlichen Brief. Informationen dazu hast du ja nun genug. Falls du hilfe brauchst, vor dem 2 Januar bin ich nicht ansprechbar.

    Frohes neues Jahr !

    Das Helferlein

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