Probleme mit Widerruf beim Reifenkauf im Internet

  • Guten Tag, ich habe vor 3 Tagen 2 Winterreifen über einen Onlineshop bestellt. Nach zusendung der Reifen fiel mit auf dass ich sie versehentlich in der falschen Größe bestellt habe.

    Ich schilderte dem Shop heute morgen die Problematik und wollte von meinem Widerrufsrecht gebrauch machen und mir 2 Reifen in der richtigen Größe bestellen.

    Nun kam diese Antwort des Shops: die von Ihnen falsch bestellten Reifen können wir so ohne weiteres nicht mehr zurücknehmen!

    Sie haben zwar Umtauschrecht aber dies gilt nur bei einem Versandfehler unserer Seite aus und dies ist in diesem Falle nicht so!

    Bei einer Retoure, würden Zusatzkosten für uns anfallen wie Rücklieferungskosten, Einlagerungskosten sowie Verwaltungskosten!

    Hinzu nimmt der Hersteller die Reifen nicht mehr zurück und auf Lager legen wir keine Reifen! Wir bedienen Just in Time!

    So jetzt hab ich natürlich die Frage ob dies so einfach rechtens ist und wie ich weiter verfahren soll?

  • Hallo Martin, das Auto dürfte sich in jedem Fall in einem verkehrsfähigen Zustand befinden.

    Handelt es sich um einen Neuwagen? Im Grunde für deine Frage unerheblich, aber wer das Geld für einen Neuwagen hat, sollte an den Reifen nicht sparen.

    Der Verkäufer muss gar nichts. Du hast einen Wagen bestellt und wirst diesen auch sicher wie bestellt erhalten. Ob dann Schnee liegt oder nicht ist unerheblich.

    Das dieser den Witterungsbedingungen entsprechend ausgerüstet ist, liegt in deiner Verantwortung.

    Ein Fahrzeug das bei Schnee ausgeliefert wird hat nicht deshalb einen Mangel, weil keine Winterreifen drauf montiert sind.

    Das Helferlein

  • ich war überrascht über die antwort des juristen. für mich ist die sache eigentlich immernoch nicht ganz klar, denn ich bin ja erst in der verantworten, wenn der wagen auf mich übergegange ist. naja egal

    Sehr geehrter Herr Q., vielen Dank für Ihre Anfrage, die zur weiteren Bearbeitung an die Juristische Zentrale – Abteilung Verbraucherschutz – übermittelt wurde. Neufahrzeuge werden generell nur mit Sommerreifen ausgeliefert. Soweit eine Auslieferung in den Wintermonaten erfolgt, empfiehlt es sich Winterreifen mitzubestellen oder bei der Abnahme mitzubringen und vor Ort montieren zu lassen. Rechtlich ist die Vorgehensweise nicht zu beanstanden. In Deutschland haben wir lediglich eine situative „Winterreifenpflicht“ . D.h. wer im Winter nur Sommerreifen auf seinem Fahrzeug hat, muss es bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte stehen lassen. Anderenfalls drohen ein Bußgeld von € 40,– sowie ein Punkt im Verkehrszentralregister. Bei konkreter Verkehrsbehinderung erhöht sich das Bußgeld auf € 80,–. Kommt es wegen der ungenügenden Bereifung zum Unfall mit Personenschaden, drohen empfindliche Geldstrafen und Führerscheinmaßnahmen. Es handelt sich nicht um eine zulassungsrechtliche Ausrüstungsvorschrift des Fahrzeugs, sondern um eine Verhaltensvorschrift, dass bei entsprechender Witterung Winter- oder Ganzjahresreifen (M+S-Reifen) zu benutzen sind. Der gesetzgeberische Appell richtet sich damit nur an den Fahrer. Einen Bußgeldtatbestand für den Fahrzeughalter gibt es nicht. Damit sind die Hersteller nicht verpflichtet ihre Fahrzeuge im Winter mit Winterreifen auszuliefern, soweit nicht ausdrücklich Winterreifen bestellt wurden. Wir hoffen, Ihnen mit diesen Informationen behilflich gewesen zu sein. Mit freundlichen Grüßen P. Juristische Zentrale – Verbraucherschutz Recht ADAC e.V.

  • Hallo,

    …..so einfach geht das nicht. Im Fernabsatzrecht gibt es bei richtiger Belehrung in Textform (auch email) ein Widerrufsrecht von 14 Tagen. Egal, ob Sie nun die Reifen falsch bestellt haben oder nicht. Hier mal der gesetzl. Mustertext auszugsweise:

    Sie können Ihre Vertragserklärung innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen in Textform (z. B. Brief, Fax, E-Mail) oder – wenn Ihnen die Sache vor Fristablauf überlassen wird – durch Rücksendung der Sache widerrufen. Die Frist beginnt nach Erhalt dieser Belehrung in Textform, jedoch nicht vor Eingang der Ware beim Empfänger (bei der wiederkehrenden Lieferung gleichartiger Waren nicht vor Eingang der ersten Teillieferung) und auch nicht vor Erfüllung unserer Informationspflichten gemäß Artikel 246 § 2 in Verbindung mit § 1 Abs. 1 und 2 EGBGB sowie unserer Pflichten gemäß § 312e Abs. 1 Satz 1 BGB in Verbindung mit Artikel 246 § 3 EGBGB. Zur Wahrung der Widerrufsfrist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs oder der Sache. Der Widerruf ist zu richten an:

    Ferner heisst es:

    Sie haben die regelmäßigen Kosten der Rücksendung zu tragen, wenn die gelieferte Ware der bestellten entspricht und wenn der Preis der zurückzusendenden Sache einen Betrag von 40 Euro nicht übersteigt oder wenn Sie bei einem höheren Preis der Sache zum Zeitpunkt des Widerrufs noch nicht die Gegenleistung oder eine vertraglich vereinbarte Teilzahlung erbracht haben. Andernfalls ist die Rücksendung für Sie kostenfrei.

    Auf einen Nenner:

    1. Vertrag widerrufen in Textform (email) -sofort- Ohne Angabe von Gründen !

    2. Kaufpreis war über 40 Euro. Händler MUSS die Rücksendekosten tragen

    3. Wurden Sie überhaupt „richtig“ in Textform belehrt ? Also bei der AB die beiliegende Widerrufsbelehrung !

    Würde mir gerne mal die Seite anschauen. Können Sie mir mal den link zusenden ?

  • Also, habe die Reifen heute zurückgeschickt, den Widerruf hab ich dem Paket beigelegt. Der Firma hab ich eine e-mail geschrieben in der ich zu verstehen gegeben hab dass ich die Reifen zurückschicke und mein Geld auf mein Konto gutgeschrieben haben möchte. Desweiteren ist mir noch aufgefallen dass die Reifen 23. und 24. Woche 2008 hergestellt wurden, sie sind also ca. 3 1/2 Jahre alt. Man kann doch keine 3 1/2 Jahre alten Reifen als Neureifen vertreiben.

    @Schlappeseppel: Den Link habe ich dir per PN zugeschickt, wäre nett wenn du nochwas dazu schreiben könntest.

    Danke im vorraus

  • Hallo Nap,

    ferner heisst es in der Widerrufsbelehrung:

    Paketversandfähige Sachen sind auf unsere Gefahr (Händler) zurückzusenden

    Ich wollt, Du hättest schon Dein Geld wieder zurück. Auf der Seite fehlt völlig die Widerrufsbelehrung. Du wurdest nicht informiert. D.h. dass das Widerrufsrecht „unendlich“ läuft. Oder hast Du was in Textform erhalten ???

    Die AGB ist voll abmahnfähig. Da steht nur „Schmarrn“ drin. Das ist eine AGB für B2B Geschäfte, nicht für B2C.

    Mach Dir mal vorsichtshalber screenshots und lass die AGB drucken. Du wirst da sicher Ärger bekommen wie ich das sehe. AM Rande, nach dem Gesetz hat der Händler 30 Tage Zeit Dir das Geld zurückzuüberweisen. Aber es gibt ja keine WRB……… ALso nach einer Woche schriftlich in Verzug setzen.

    Wenn weitere Fragen, dann hier posten. Hier werden Sie geholfen…

  • Hallo nap

    Ein zwei Jahre und vier Monate alter Reifen darf nicht mehr als Neureifen verkauft werden und gilt als mangelhaft. So entschied eine Starnberger Richterin (AG Starnberg, Az. 6 C 1725/09, DAR, Heft 2, 2010) am 16. Dezember 2009.

    Leider ist aber auch eine viel verbreitete Meinung im Internet zu finden, dass Reifen auch im Alter von fünf Jahren noch als Neureifen verkauft werden dürfen.

    Urteil des Amtsgerichts Krefeld von 2003 bei dem ein Winterreifen, der zum Zeitpunkt des Verkaufs schon etwas älter als drei Jahre war, nicht als mangelhaft eingestuft wurde (Az.: 82 C 460/02).

    Das Amtsgericht Krefeld hat jedoch im Jahr 2003 (Az. 82 C 460/02) entschieden, dass ein Neureifen nicht deshalb einen Sachmangel aufweist, weil er ca. drei Jahre gelagert wurde.

    Da du aber beim Kauf im Internet fast immer binnen 14 Tagen alles zurück senden kannst, sollte das nicht dein Problem sein.

    Ich glaube auch nicht, dass die Reifen extra nach Kundenwunsch angefertigt wurden, dann könnte der Händler die Rücknahme verweigern

    Das Helferlein

  • Hallo,@Schlappeseppel: Ich habe keinerlei Widerrufsbelehrung bekommen. Habe eben nochmal die Rechungsemail durchgesehen, hätte ja sein können dass dort noch nen Anhang dabei ist, aber dem ist nicht so.Habe das Geld per Paypal überwiesen, vielleicht gibts dort ja irgend ne Möglichkeit, wenns hart auf hart kommt, das Geld zurückzuholen. Ich denke mal das die Firma am Montag auf meine gestrige E-Mail antworten wird. Werd sobald ich was von denen gehört habe, die neuen Erkenntnisse hier posten. Schonmal vielen Dank für die zahlreichen Antworten, hat mich schon um einiges weitergebracht. Schönes Restwochenende noch Gruß Sebastian

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