Erbschein Immobilie und Konto

  • Es gibt zwei gesetzliche Erben und es liegen zwei Teilerbscheine vor. Zur Erbmasse gehört ein Haus. Kann durch Vorlage beider Teilerbscheine eine Eintragung der Erben ins Grundbuch erfolgen?

    Wie ist es bei einem Konto: kann die Auszahlung an die Erben bei Vorlage beider Teilerbscheine erfolgen?

  • Hallo Karl


    Ein Teilerbschein berechtigt unter anderem dazu, maximal über den eigenen Erbteil zu verfügen. Sie können mit einem Teilerbschein etwa die Auszahlung von einem Konto des Erblassers veranlassen, sofern die Summe Ihren Erbteil nicht übersteigt.

    Ergo müsste im Teilerbschein Informationen zur Erbmasse also die Verteilung stehen.


    Liegen zwei Teilerbscheine mit einer Quote von je 50% vor so bildet sich aus beiden eine 100 Prozentige Erbengemeinschaft, die sowohl die Eintragung im Grundbuch als auch Kontoverfügungen gemeinschaftlich auslösen kann. Ein Auskunftsanspruch hat aber auch jeder Teilerbe für sich allein und im Rahmen seines Erbteiles kann er auch allein Auszahlungen anfordern.

    Da sperren sich die Banken aber auch gern mal, dann gibt es die Möglichkeit das Geld zu gleichen Teilen an beide Erben auszahlen zu lassen.


    Ein Teilerbschein wird ausgestellt, wenn noch nicht alle Erben bekannt sind oder man keinen gemeinschaftlichen Erbschein beantragen möchte. Sollte noch die Möglichkeit eines weiteren Erben bestehen, so könnte es bei der Auszahlung vom Konto Probleme geben.


    Das Helferlein

  • Ich habe noch eine weitere Frage:

    kann ein Miterbe ohne Zustimmung der weiteren Erben einen gemeinschaftlichen Erbschein beantragen oder müssen die weiteren Erben erst eine Vollmacht erteilen? Kann der Miterbe hierfür Geburtsurkunden der Geschwister beim Standesamt beantragen ohne diese zu fragen?

    Wie sieht es mit den Kosten für den Erbschein aus? Kann der beantragende Erbe die Kosten einfach auf alle Geschwister aufteilen oder benötigt er hier deren Zustimmung?

  • Hallo Karl, ja das können sie. Der Unterschied in den Erbscheinen liegt ja einzig darin, dass bei einem Teilerbschein lediglich der eigene teil des Erbes ausgewiesen wird. Bei einem gemeinschaftlichen Erbschein wird das gesamte Erbe und dessen Verteilung auf die einzelnen Erben ausgewiesen.

    Einen Vorteil hat ein einzelner Erbe dadurch aber nicht.


    Die Kosten des Erbscheins trägt der Antragsteller.

    Die Kosten muss grundsätzlich derjenige zahlen, der den Antrag gestellt hat. Stellt die Erbengemeinschaft gemeinsam einen Antrag auf Erteilung des Erbscheins, müssen sich alle an den Kosten beteiligen.


    Ein Antrag auf Erbschein eines einzelnen Erben kann in der Regel nicht eine Zahlungspflicht der anderen Erben einleiten.

    Nur wenn die Erben gemeinsam einen Erbschein beantragen müssen sie auch gemeinsam bezahlen.

    Da gibt es dann aber in der Regel auch einzelne Rechnungen für jeden Erben.


    Das Helferlein

  • Hallo,

    ich bin mir nicht sicher, ob ich die Antwort richtig verstanden habe. Also nochmal rückgefragt:

    kann einer der Erben einen Antrag auf einen gemeinschaftlichen Erbschein stellen, ohne die Zustimmung der anderen Erben vorher einzuholen und dann vom Nachlassgericht Teilrechnungen an die anderen Erben schicken lassen?

    Wenn Erben GEMEINSAM einen Erbschein beantragen, wie sieht das dann aus? Müssen diese dann nicht vorher gefragt werden und irgendwo schriftlich zustimmen?

  • Hallo Karl, ich habe eine tolle Seite gefunden, die deine Fragen genau beantwortet. Auszugsweise will ich diese hier einstellen.

    Antrag auf gemeinschaftlichen Erbschein


    Frage:

    Kann einer der Erben einen Antrag auf einen gemeinschaftlichen Erbschein stellen, ohne die Zustimmung der anderen Erben vorher einzuholen?


    Antwort:

    Jeder Erbe hat die Möglichkeit, die Erteilung eines so genannten gemeinschaftlichen Erbscheins nach § 352 a FamFG an sich selbst beantragen. Es bedarf dazu nicht einmal die Erlaubnis der Miterben.


    Frage:

    Wer trägt die Kosten bei Beantragung eines gemeinschaftlichen Erbscheins?


    Antwort:

    Beantragt ein Erbe einen gemeinschaftlichen Erbschein, so trägt er die Kosten allein.

    Beantragen mehrere erben den gemeinschaftlichen Erbschein, so müssen sie sich die Kosten teilen.

    Es ist nicht möglich, als Miterbe einen gemeinschaftlichen Erbschein für alle zu beantragen und die Kosten auf die anderen Miterben zu verteilen.


    Zitat

    Für die Kosten des Erbscheins wird vom Nachlassgericht nur derjenige Erbe herangezogen, der auch den Antrag gestellt hat.


    Frage:

    Wenn Erben GEMEINSAM einen Erbschein beantragen, wie sieht das dann aus? Müssen diese dann nicht vorher gefragt werden und irgendwo schriftlich zustimmen?


    Antwort:

    Bei einer gemeinschaftlichen Beantragung des Erbscheins ist natürlich die Einwilligung aller Erben notwendig.


    Unabhängig ob der Erbschein durch einen oder alle Erben beantragt wird, in beiden Fällen ist unter Umständen eine eidesstattliche Versicherung von allen abzugeben.


    Alles kannst du noch mal richtig gut beschrieben im Erbrecht-Ratgeber nachlesen.

    https://www.erbrecht-ratgeber.…haftlicher-erbschein.html


    Das Helferlein

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