Kündigung ohne Einhaltung der vorgeschriebenen Kündigungsfrist

  • Kündigung ohne Einhaltung der vorgeschriebenen Kündigungsfrist

    Moin Moin! Ich habe vor nicht ganz 3 Wochen die Kündigung von meinem Arbeitgeber bekommen. Kündigungsschreiben vom 8.3., Kündigung unter Anrechnung des Urlaubs zum 6.4.. Bin jetzt knapp 3 Jahre in dem Betrieb, womit ja die Kündigung nur mit einer Frist von 4 Wochen zum Monatsletzten möglich ist. (Kein Tarifvertrag, kein schriftlicher Arbeitsvertrag) Habe schon selbst versucht irgendwie zu meinem Recht zu kommen, aber das wird wohl nix mehr. Nun läuft am kommenden Dienstag die Frist zur Einreichung einer Kündigungsschutzklage ab. Der Betrieb selbst hat weniger als 10 Mitarbeiter, wodurch ich ja keinen Kündigungsschutz besitze. Ist eine Kündigungsschutzklage nun der richtige Weg, oder muss ich mich anders wehren? Und wie sieht das bei der Einreichung aus, muss ich dort einfach nur sagen das ich gerne meine 4 Wochen hätte, oder muss ich die Klageschrift selbst aufsetzen?

  • Hallo

    Meiner Meinung nach ist hier eine Kündigung wie du selbst geschrieben hast nur zum 30 April möglich.

    Klage musst du einreichen beziehungsweise ein Anwalt. Da du wohl kaum in der kurzen Zeit einen Termin beim Anwalt bekommst, kannst du die Klage auch selbst einreichen.

    Ein Muster findest du hier

    Dieses musst du beim örtlichen Arbeitsgericht einwerfen und schon läuft die Sache.

    Ich finde schon das sie gerechtfertigt ist.

    Mehr als dreiviertel des Monats Lohn würden dir sonst fehlen. Eine Sperre des Arbeitslosengeldes???? oder vielleicht eine Reduzierung, weil du nicht gegen die offensichtlich falsche Kündigung vorgegangen bist, die Frage kann ich dir nicht beantworten.

    Interessant für dich dürfte auch folgender Artikel sein.

    Kündigung in Kleinbetrieben – Handelskammer Hamburg

    Alles gute für die Zukunft

    Das Helferlein

  • Danke für die flotte Antwort Helferlein. Das Muster hatte ich auch schon gefunden. Es fällt mir allerdings sehr schwer, es auf meinen Fall umzumodeln. Ich hatte gelesen, das einem bei der Antragsstelle des zuständigen Amtsgerichts bei der Aufsetzung geholfen wird. Deswegen hatte ich gehofft, dass es reicht Kündigung und Abrechnungen vorzulegen, und sein Anliegen Kund zu tun. ALG-Sperre wird es wohl keine geben. Jedenfalls hatte ich meinen Sachbearbeiter der Agentur für Arbeit so verstanden. Echt nervig, sich mit sowas rumzuärgern. Hatte echt gehofft ich komme zu einer Einigung mit meinem Arbeitgeber.

  • Das nennt man mündlich zur Niederschrift.


    Sie sollten so schnell wie möglich schriftlich Ihre Arbeitskraft beim Arbeitgeber über den genannten Kündigungszeitpunkt anbieten.


    Er wird die vermutlich ablehnen, dies muss er schriftlich machen.


    Macht er es nicht gehen sie wie gewohnt zur Arbeit. Er hat dann stillschweigend einer Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses zugestimmt.

  • Womit wir zur nächsten Frage kommen… Laut Kündigung bin ich unwiderruflich freigestellt. Dies müßte dann doch auch bei einer ordentlichen Kündigung gelten, oder? Oder kann der Arbeitgeber dies zurückziehen, wenn er (was ich vermute) zur Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist verdonnert wird?

  • Was heisst freigestellt? Wegen ausstehende Urlaubstage?

    Dazu muss er nicht verdonnert werden.

    In dem Fall gilt das BGB und hier § 622 BGB Kündigungsfristen bei Arbeitsverhältnissen.

    (2) Für eine Kündigung durch den Arbeitgeber beträgt die Kündigungsfrist, wenn das Arbeitsverhältnis in dem Betrieb oder Unternehmen
    1. zwei Jahre bestanden hat, einen Monat zum Ende eines Kalendermonats,
  • Jaja, die Kündigung muss man nicht verstehen Mehr als das was ich schon geschrieben habe, steht übrigens nicht drin. Also nur Datum des Anstellungstermins, Datum des Kündigungstermins und die Freistellung halt. In dringenden Fällen kann man auch vom Urlaub zurück gerufen werden! Meine Frage ist halt, ob die Freistellung auch weiterhin Bestand hat, auch wenn eine ordentliche Kündigung, mit ordentlicher Frist, folgt.

  • lesen sie dazu

    Eine Freistellung von der Arbeit betrifft ausschließlich die Befreiung des Arbeitnehmers von der Verpflichtung zur Erbringung der vertraglich geschuldeten Tätigkeit und ausdrücklich nicht den Bestand des Arbeitsverhältnisses.

    Die unwiderrufliche Freistellung von der Arbeit

    Häufiger ist mit dem Ausspruch einer ordentlichen Kündigung eine unwiderrufliche Freistellung verbunden. Diese Erklärung des Arbeitgebers beinhaltet die Freistellungsmitteilung für einen konkreten Zeitraum ohne die Möglichkeit eines einseitigen Widerrufs. Diese Erklärung kann vom Arbeitgeber allein nicht zurückgenommen werden.

    Zur Beseitigung einer unwiderruflichen Freistellung von der Arbeit bedarf es einer ausdrücklichen Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer über die Wiederaufnahme und Fortführung der Tätigkeit.

    Die Beurteilung, ob eine widerrufliche oder unwiderrufliche Freistellung von der Arbeit vorliegt, ist nicht immer einfach. Teilt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer lediglich mit, dass er ihn von der Erbringung der Arbeitsleistung freistellt, so handelt es sich bei einer derartigen Erklärung ohne weitere Erläuterungen nach in der Regel um eine widerrufliche Freistellung. Dies ist hingegen regelmäßig anders zu beurteilen, wenn die Freistellungserklärung in dem Kündigungsschreiben enthalten ist.

    Quelle

    Die Freistellung von der Arbeit: Arbeitgeber können Arbeitnehmer vom Job freistellen

  • Hey Jean, danke für deine Mühe.

    Was es mit der Freistellung an für sich aufsich hat war mir schon klar.

    Ich wäre ein Narr, wenn ich gegen Diese angehen würde.

    Allerdings ist immernoch die Frage, ob die Freistellung auch für die ordentliche Kündigung gilt.

    Nicht das der AG sagt „Nö, wenn ich den noch bis zum 30.04. bezahlen muß, dann will ich doch lieber das er

    wieder arbeiten kommt“

    Dies wäre nicht so wirklich in meinem Interesse

    War übrigens eben beim Arbeitsgericht, und habe „mündlich zu Protokoll“ Klage erhoben.

    Wesentlich einfacher, als ich gedacht hatte.

    Letzte Gehaltsabrechnung und Kündigungsschreiben vorgelegt, gesagt was ich möchte, fertig.

    Das ganze war eine Geschichte von max. 15 Min.

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