Mit Fahrrad auf falscher Seite--> Kollision mit einem Fußgänger

  • Ich habe eine Schuldfrage zu folgender Situation:

    Person A fährt mit einem Fahrrad mit mittlerer Geschwindigkeit (ca. 15 km/h) für eine kurze Strecke aufmerksam (!) auf dem Fahrradweg auf der linken Seite. Plötzlich kommt Person B zwischen zwei Autos hervor ohne nach links oder rechts zu schauen und betritt den Fahrradweg. Person A ist nicht mehr in der Lage rechtzeitig zu bremsen und kollidiert mit Person B. Beide Personen fallen dabei hin, wobei sich Person B eine mittelschwere Stauchung des Handgelenks zuzieht.

    Ist nun Person A alleiniger Verursacher des Unfalls und darf Person B Schadenseratz bzw. Schmerzensgeld oder dergleichen verlangen? Dabei ist zu berücksichtigen, dass Person B zuvor eine große Straße ohne Fußgängerübergang überquert hat, so dass Person A selbst bei größter Aufmerksamkeit angesichts des schnellen Auftauchens der Person B zwischen zwei Autos mitten auf der Straße nicht rechtzeitig hätte reagieren können, selbst wenn Person A auf dem Fahrradweg aus der anderen, also der richtigen Richtung gekommen wäre.

    Eigentlich dürfte doch die Person A trotz der falschen Seite ihr Vorfahrtsrecht nicht verlieren, so dass Person B den Fahrradweg also erst nach gründlichem Schauen nach rechts und links hätte betreten dürfen. Die Begründung der Person B "Ich müsse vor dem Betreten des Fahrradweges nur nach rechts schauen" würde damit nicht gelten.

    Ich hoffe auf baldige Antworten. Falls Unklarheiten existieren, kann ich die Situation gerne noch genauer schildern.

  • M. E. sind Sie Schuld weil, linke Radwege dürfen nicht benutzt werden, außer sie sind entsprechend beschildert. Die Beschilderung kann entweder mit einem Radwegschild erfolgen, dann besteht eine Benutzungspflicht. Stehen auf dem rechten sowie auf dem linken Radweg blaue Schilder, darf man sich eine Seite aussuchen. Dabei sollte man bedenken, dass das Risiko für einen Unfall auf der linken Seite ungefähr viermal höher ist als auf einem rechten Radweg. Ist der linke Radweg mit einem Zusatzschild „Radfahrer frei“ ausgeschildert, darf der Radweg in dieser Richtung benutzt werden, eine Verpflichtung besteht aber nicht.

    Quelle und mehr:

    http://www.pdeleuw.de/fahrrad/stvo.html

  • Wie sieht das mit der Tatsache aus, dass Person A das Vorfahrtsrecht weiterhin besitzt, so dass Fußgänger nicht ohne nach rechts und links Schauen auf den Bürgersteig gehen dürfen? Person B betritt einfach den Fahrradweg ohne sich zu vergewissern, ob von links oder rechts ein Fahrradfahrer kommt.

  • Das Vorfahrtsrecht eines Radfahrers bleibt auch bei verbotswidrigem Benutzen eines linken Radweges erhalten. Dies entschied das OLG Düsseldorf.

    Die Frage, ob hierdurch der Radfahrer auch sein Vorfahrtsrecht verliert, wenn er einen Radweg auf der Vorfahrtsstraße in verkehrte Richtung benutzt, ist in der Rechtsprechung der Oberlandesgerichte umstritten[

    So verneint das Oberlandesgericht Bremen (DAR1997, Seite 272 ff.) das Vorfahrtsrecht.

    Hingegen hat das Oberlandesgericht Hamm bereits in mehrfachen Entscheidungen das Vorfahrtsrecht bejaht. Nunmehr hat sich auch das Oberlandesgericht Düsseldorf der Ansicht des Oberlandesgerichts Hamm angeschlossen und gibt auch dem verbotswidrig fahrenden Radfahrer weiterhin das Vorfahrtsrecht (OLG Düsseldorf, NZV 2000, Seite 506).

    (Quelle:http://www.pdeleuw.de/fahrrad/urteile.html)

  • Was bedeutet das für diesen Fall? Hätte Person B demnach das Vorfahrtsrecht der Person A beachten müssen und trägt deshalb eine Teilschuld für den Unfall?

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