Verkäuferrecht: Käufer behauptet Sendungsverlust

  • Hallo allerseits,

    nehmen wir folgenden Fall an:

    Während einer Auktion wird der Verkäufer kontaktiert. Der Käufer fragt, ob ein Versand in das Ausland möglich sei.

    Die Frage wird öffentlich positiv beantwortet. Die Bezahlung von knapp 400 € erfolgt prompt via Paypal.

    Die Versandart ist nicht näher spezifiziert. Die Adresse ist eine Firmenadresse.

    Am 13.12. wird das Produkt via DHL-Päckchen versandt. Der Laden ist recht voll, und so fällt nicht direkt auf, dass keine Tracking-ID vorliegt und somit ein Päckchen, nicht ein Paket versandt wird. Der Verkäufer bezahlt das Porto mit Karte, hat also nur die Porto-Belege und die Bankquittung.

    Nun behauptet der Käufer, er habe das Paket nicht erhalten.

    Muss der Verkäufer das Geld zurückzahlen?

  • Hallo,

    erste Nachfrage: Ist der Verkäufer gewerblich einzustufen?

    Bei einem gewerblichen Verkäufer trägt dieser das Versandrisiko.

    Findet ein eBay-Kauf nicht zwischen zwei Privatleuten, sondern zwischen einem Unternehmer und einem Verbraucher statt, gelten andere Regeln. Es handelt sich dann nämlich um einen sogenannten Verbrauchsgüterkauf (§ 474 BGB), bei dem die Vorschrift über den Versendungskauf (§ 447 BGB) gerade nicht anzuwenden ist.

    Hier trät also immer der Verkäufer, wie beim Kauf in einem Webshop, das Versandrisiko. Er muss daher einen versicherten Versand vornehmen oder mit dem Risiko leben. Es handelt sich übrigens um zwingendes Recht, das nicht durch Vereinbarungen der Vertragspartner abgeändert werden kann. Enthält die Angebotsseite Aussagen wie „Versandkosten: unversichert 2,20 Euro, versichert: 6,50 Euro“ so trägt der gewerbliche Verkäufer in beiden Fällen das Versandrisiko.

    Quelle: http://www.das.de

    Die Versandart, also ob versichert oder nicht war nicht angegeben?

    Wenn ich mich recht entsinne, ist diese Angabe bei Ebay Pflicht oder irre ich mich da?

    Gut, kann ja auch eine andere Auktionsplattform sein.

    Wie aber zu sehen, spielt es bei einem gewerblichen Verkäufer keine Rolle, er trägt immer das Risiko.

    Wird von Privat zu Privat verkauft, so gilt diese gesetzliche Bestimmung nicht.

    Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) hält klare Regeln für den sogenannten Versendungskauf bereit: Versendet der Verkäufer auf Verlangen des Käufers die verkaufte Sache, geht das Versandrisiko auf den Käufer über, sobald der Verkäufer dem Kurierdienst/der Post die Sache übergeben hat (§ 447 BGB). Mit anderen Worten: Soll der Verkäufer – wie bei eBay – den Artikel versenden, trägt der Käufer das Versandrisiko.

    Quelle: http://www.das.de

    Es dürfte also in erster Linie darauf ankommen, wer der Verkäufer ist.

    Vielleicht beantworten dir diese Informationen schon deine Frage.

    Das Helferlein

  • Nehmen wir an, der Verkäufer ist eine Privatperson.

    Ist der Verkäufer dann nicht in der Beweispflicht, um nachzuweisen, dass das Päckchen wirklich versandt wurde?

    Wie gesagt liegt nur die Porto-Bestätigung mit Kaufdatum vor; kann die Post dem eine Sendung zuordnen?

  • Nehmen wir an, die Zahlungsabwicklung habe über Paypal stattgefunden und der Käufer verlange über Paypal sein Geld zurück.

    Ist es nun des Verkäufers Aufgabe, rechtliche Schritte einzuleiten, um sein Geld zu behalten?

    Wie es scheint, kann der Käufer über Paypal einfach das Geld zurückfordern und bekommt es beanstandungslos erstattet.

  • Ich hatte das Problem auch schon mal und bekam sogar ein Brief vom Anwalt des Empfängers des Päckchens.

    Ich hatte über Ebay Kleinanzeigen etwas verkauft und rein geschrieben, dass die Ware per Post versichert versendet wird.

    Warenwert = 150 Euro

    Der Käufer schrieb mir, ich könne die Ware auch per Päckchen versenden.

    Gesagt getan, aber das Päckchen kam wohl bei ihm nie an oder er wollte mich über den Tisch ziehen.

    Als das Schreiben vom Anwalt kam schrieb ich dem zurück, dass der Versand auf Wunsch seines Mandanten unversichert erfolge und ich die Postquittung habe, die zwar nichts aussagt, aber meine Frau bei Abgabe des Päckchens in der Post dabei war und somit für mich die Sache erledigt ist.

    Habe nie wieder was davon gehört

  • …..nehmen wir mal an Du fragst hier nach, weil Du irgendeine Examensarbeit machen musst…

    Im Privatverkauf also C2C-Geschäft reicht es aus, wenn der Verkäufer die Ware „ordentlich“ verpackt und einem Spediteur übergibt. Dass Versandrisko trägt immer der Käufer.

    Hier mal zum Nachlesen: Wer trägt beim Onlinehandel das Versandrisiko? | akademie.de

    oder hier: http://www.internetrecht-rostock.de/…ayrecht.htm#21

    Nicht nur google ist mächtig, sondern auch auf dem ebay-Portal gibt es sehr viele Rechtshinweise:

    eBay Deutschland : Rechtsportal

    Also den Fall an ebay melden mit der Bitte über paypal keine Rückerstattung zu veranlassen.

  • Schön wär’s, ich frage hier an, weil ich meine 500 € den Bach heruntergehen sehe…

    Also danke schonmal für die Hilfe.

    Was passiert, wenn die von euch gelinkten Passagen aus dem BGB (§ 447) sich mit den AGBs von Paypal beißen?

    Die Frage der Beweispflicht kann ich auch nicht wirklich klären: reicht mein Porto-Beleg? Kann man bei DHL nachverfolgen, welches Päckchen mit welcher Adresse zum auf dem Kassenzahlungsbeleg Zeitpunkt versandt wurde?

    Es liegt ja kein eindeutiger, mit Tracking-ID untermauerter Fall vor, sofern ich das (leider) sehe.

  • Ein Tipp. Habe selbst vor 3 Wochen ebay kontaktiert. Auf der ebay-Seite steht oben rechts eine kostenlose hotline-Nr. Diese anrufen und den Fall schildern. Ich persönlich kann sagen, dass die Dame am Tele sehr kompetent und hilfsbereit war. Da bekommst Du auch sicher Infos zu paypal oder eine entsprechende hotline-Nr.

  • Auf Deinen Rat hin, habe ich einen Paypal-Fall eröffnet.

    Nach einiger Wartezeit kam heute die Antwort von Paypal; leider haben sie zugunsten des Käufers entschieden.

    Ich bin ehrlich gesagt unsicher, a) was ich falsch gemacht habe und b) wie ich weiter vorgehen soll.

    Im Paypal-Fall habe ich alle Daten angegeben, die mir zur Verfügung standen. Ich habe die Belege eingescannt, habe Paypal die Erlaubnis erteilt, bei DHL nachzuforschen, habe selbst bei DHL einen Antrag auf Aufklärung gestellt und habe den Fall haargenau geschildert.

    Daher gehe ich fast davon aus, dass Paypal einfach den Kunden mit dem größeren Umsatzvolumen den Fall zugesprochen hat. Habe ich irgendwelche zivilrechtlichen Möglichkeiten, für die ich keinen Anwalt einschalten muss?

  • Wenn bei der Auktion keine spezielle Versandart angegeben war und der Käufer keine versicherte Sendung verlangt und bezahlt, so endet die Haftung des Verkäufers mit der Abgabe des Päckchens bei der Post.

    Die kann der Verkäufer durch den Einweisungsschein oder die Abbuchung auf dem Kontoauszug zumindest als Indiz beweisen.

    Ist die Auktion noch einsehbar?

    Das Helferlein

    • :)
    • :(
    • ;)
    • :P
    • ^^
    • :D
    • ;(
    • X(
    • :*
    • :|
    • 8o
    • =O
    • <X
    • ||
    • :/
    • :S
    • X/
    • 8)
    • ?(
    • :huh:
    • :rolleyes:
    • :love:
    • 8|
    • :cursing:
    • :thumbdown:
    • :thumbup:
    • :sleeping:
    • :whistling:
    • :evil:
    • :saint:
    • <3
    • :!:
    • :?:
    Maximale Anzahl an Dateianhängen: 10
    Maximale Dateigröße: 1 MB
    Erlaubte Dateiendungen: bmp, gif, jpeg, jpg, pdf, png, txt, zip

Weitere Themen zu Verträgen und Mitgliedschaften

    1. Thema
    2. Antworten
    3. Letzte Antwort
    1. "Hörzu" Abonnement

      • Anonyme Rechtsfrage
    2. Antworten
      0
      Zugriffe
      188
    1. "Umtausch ohne Wenn und Aber" - Mediamarkt 5

      • Anonyme Rechtsfrage
    2. Antworten
      5
      Zugriffe
      381
      5
    3. Anonyme Rechtsfrage

    1. (Strom-) Grundgebühr zahlen trotz Kündigung? 2

      • Anonyme Rechtsfrage
    2. Antworten
      2
      Zugriffe
      288
      2
    3. zorro

    1. 13 Monate lang zu viel gezahlt 1

      • Anonyme Rechtsfrage
    2. Antworten
      1
      Zugriffe
      270
      1
    3. Raimund

    1. 2x defekte Ware zurückgeschickt, Verkäufer zahlt nicht 1

      • Anonyme Rechtsfrage
    2. Antworten
      1
      Zugriffe
      249
      1
    3. Anonyme Rechtsfrage

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!