Unterbrechung einer Dienstfahrt um privat zu Übernachten

  • Nehmen wir mal folgenden ablauf an:

    Ein Arbeitnehmer startet am 12.08 um 17:30 Uhr vom Hauptsitz seines Arbeitgebers zu 2 Baustellen. Um 20:00 Uhr unterbricht er die Fahrt, nach 210 gefahrenen Km, um am Wohnsitz einer Freundin zu übernachten und setzt die Fahrt am 13.08 ab 05:00 Uhr fort. Es ergibt sich ein Umweg von 2 x 10 Km.

    Nach getaner Arbeit am 13.08 um 19:30 Uhr tritt er den Rückweg an, welchen er um 22.30 Uhr wieder am besagten Wohnsitz der Freundin unterbricht. Die restlichen 210 Km legt er am 14.08 ab 06:00 Uhr morgens zurück. Durch einen Stau erreicht er den Hauptsitz erst um 09:30 Uhr. Für die Fahrt wurde ein Mietwagen ohne Km Begrenzung genutzt, so dass keine Extrakosten entstanden sind.

    Es ergibt sich also ein total gefahrener Umweg von 40 Km.

    Nun argumentiert sein Arbeitgeber aber das der erste und letzte Teil der Strecke, je 210 km 2,5 und 3,5 Stunden, Privatfahrten seien, da er ja eine Freundin besucht habe, berechnet ihm die KM mit 0,70 € und erkennt die Fahrzeit nicht als Arbeitszeit an, was dann auch zu einer 30 minütigen Verspätung führt, da der Arbeitsbeginn um 9:00 Uhr ist. Diese Verspätung möchte der Arbeitgeber nun abmahnen.

    Dem Kunden wird übrigens die ganze Strecke und Fahrzeit in Rechnung gestellt.

    Meine Fragen sind nun :

    1.) Darf er wirklich die 420 Km berechnen, muss ich also die 294,00 € zahlen?

    2.) Ist die Fahrzeit der Teilstrecken, 2,5 und 3,5 Stunden, nun Arbeitszeit wie vom Arbeitnehmer angenommen, oder "Privatvergnügen" wie vom Arbeitgeber behauptet?

    3.) Ist die Abmahnung bezüglich der Verpätung rechtens, vor allem weil der Arbeitnehmer vorher noch nie zu spät war?

  • Wobei zu beachten ist, dass eine Rückfahrt ohne Übernachtung vermutlich ein Verstoß gegen Arbeitsschutzvorschriften gewesen wäre. Eigentlich hätte der Arbeitgeber die Übernachtung bezahlen müssen.

    Wenn man die Fahrt als Arbeitszeit ansieht (was geboten ist) wäre selbst wenn man nur die Zeit bis 22:30 Uhr als Arbeitszeit ansieht eine Aufnahme der Arbeit vor 9:30 Uhr ein Verstoß gegen das Arbeitszeitgesetz (mindestens 11 Stunden Ruhezeit).

  • 1) Die Fahrten, die Sie privat fahren gehen den Steuerzahler nichts an. Sie sind daher von den dienstlichen zu trennen. Außerdem müssen die jeweils kürzesten Wege zu den Einsatzstellen nehmen. Ihr Arbeitgeber darf sich erfolgreich wehren, die Mehrkilometer zu übernehmen. Sie sollten dennoch versuchen die Berechnung der Wegstrecke durch ihren Arbeitgeber mit Ihrer eigenen Darstellung zu vergleichen und sich darüber gütlich zu einigen. Es sei noch angemerkt, das Ihre Fahrtzeit Arbeitszeit war. Diese haben Sie mutwillig verlängert und der AG hat es dummerweise auch noch gemerkt.

    2) Ihre Abmahnung ist rechtens, auch wenn Sie vorher noch nie unpünktlich waren. Das Sie sonst immer ein Pünktlicher waren ist nicht von Belang. Sollte das nicht so sein wäre ja schließlich keine Abmahnung der Welt rechtens.

  • Hallo, gibt es eine Vereinbarung zu Dienstreisen?

    Wurde im Vorfeld mit dem Arbeitgeber die Dienstreise besprochen?

    Wann war denn die eigentliche Arbeitszeit für diese Dienstreise?

    Mittwoch 13.08 ~ 9.00 Uhr bis Mittwoch 19.30 Uhr?

    Da muss doch vorher drüber gesprochen worden sein oder nicht?

    War abgesprochen die Arbeit am 13 inklusive Fahrt zu erledigen?

    Die je 210 Km wären doch eh als Fahrweg und auch als Fahrtzeit angefallen oder verstehe ich das falsch?

    Lediglich die 20 KM Umweg und die halbe Stunde könnte man nun in die „Schuld“ des Arbeitnehmers stellen.

    Das Helferlein

  • Ja richtig, von den 210 km Strecke waren lediglich 20 km Umweg, der Rest lag auf dem Weg zur Einsatzstelle…


    Im unternehmen war es in der Vergangenheit auch ungewöhnlich solche kurzen Umwege von Arbeitnehmer zahlen zu lassen, das sie normal schon bei der hotelsuche anfallen.. Vorgespräch gab es nicht… Aber das Klima wird hier in letzter Zeit immer komischer..

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