Lebenshaltungsindex

  • Hallo an alle! Habe mich hier angemeldet um folgenden Fall mal durch zu spielen. Hoffe auf ein paar Meinungen/Ratschläge/Tipps.

    Nehmen wir an, jemand hätte in seinem Testament einem Erben eine monatliche Rente vererbt, welches auf einem, an die Universalerbin des Testamentes vermachtes, Grundstück abgesichert ist.

    Nehmen wir an es lautet weiter dann so:

    Die Rente von 500€ erhöht oder ermäßigt sich in gleicher Weise, wie sich der Lebenshaltungskostenindex/Gesamtlebenshaltung eines 4 Personen Arbeitnehmerhaushalts 1995=100, nach dem 01.01.2001 ändert.

    Wer hätte die Rente dann immer anzupassen? Muss der Erbe dem "hinter laufen", ich vermute die Universalerbin ist verpflichtet dies eigenständig zu verwalten (erhöhen/absenken), oder was denken die Forumsteilnehmer?

    Anzumerken ist meiner Meinung nach, das hier keine Rede von Schwellenwerten oder zeitlichen Rahmen wäre, also müsste die Rente ja eigentlich monatlich?!? Sofern Änderungen eintraten, angepasst werden?

    Wo könnte der Erbe sich den Index verbindlich berechnen lassen, falls er sich schwer tut dabei? Wie wäre der Index heute?

    Falls die Universalerbin nicht transparent die Berechnung offen legen würde, könnte der Erbe Informationen erzwingen?

    Vielen Dank schon mal allen, die sich am Fall durchdenken beteiligen!!!

  • Hallo, das ist aber mal was kompliziertes.

    Das Modell an sich ist nicht neu.

    Die Monatliche Rente als Erbe als Steuersparmodell ist ja bekannt. Dabei wird die Immobile gegen eine lebenslange Rente auf den Erben übertragen. Die Rentenzahlungen muss aber als dauernde Last eingetragen sein.

    Nun handelt es sich um eine variable Rente.

    Wo aber die Zahlen des „Lebenshaltungskostenindex/Gesamtlebenshaltung eines 4 Personen Arbeitnehmerhaushalts 1995=100, nach dem 01.01.2001“ herkommen sollen ist mir unbekannt.

    Was ich so kenne ist der Verbraucherpreisindex oder der Lebenshaltungskostenindex aller privaten Haushalte.

    Der sieht dann ungefähr so aus



    Ein interessantes Urteil zu dem Thema

    BGH Mieterhöhung Gewerberaum Gleitklausel Wegfall alter Index

    Eines kann ich aber auf jeden Fall beantworten.

    Darum kümmern dass immer die richtige Rente gezahlt wird, muss sich der Erbe.

    Kaum einer wird von sich aus mehr Geld bezahlen.

    Ist wie beim Unterhalt, die Frau muss sich auch darum kümmern dass sie bei einer Lohnerhöhung mehr Geld bekommt.

    Bei Kurzarbeit kümmert der Mann sich, dass er weniger bezahlen muss.

    Obwohl in beiden Fällen er dazu verpflichtet ist.

    Gruß Volker

  • Erstmal vielen lieben Dank für die schnelle Antwort!

    Leider ist die Anleitung zum Index nicht so verständlich, weil er nicht mehr berechnet wird:



    Das wäre aus Sicht des Erben aber nicht zufriedenstellend, aber nun ja, angenommen er möchte die Rente auf Richtigkeit prüfen, wer könnte das zuverlässig übernehmen, Anwaltskanzlei oder doch eher ein Steuerberatungsbüro? Könnte er, bei Feststellen einer falschen Berechnung, die Kosten der Universalerbin auferlegen?

    Wenn man als Nichtwissender es prüfen möchten über das Stastische Bundesamt:



    schreibt das statistische Bundesamt zu dem Index:

    Ihr gewählter Index „Preisindex für die Lebenshaltung von 4-Personen-Haushalten von Arbeitern und Angestellten mit mittlerem Einkommen – Früheres Bundesgebiet (ab 1948)“ wird nicht mehr berechnet. Bei der Berechnung empfiehlt es sich aus statistischer Sicht, auf den Verbraucherpreisindex für Deutschland (VPI) überzugehen.

    der Rechner gibt dann folgendes aus:

    Berechnung der prozentualen Veränderung des

    Preisindex für die Lebenshaltung von 4-Personen-Haushalten von Arbeitern und Angestellten mit mittlerem Einkommen – Früheres Bundesgebiet (ab 1948).

    Die prozentuale Veränderung vom Indexstand des Monats Januar 2001 bis zum aktuellen Indexstand vom Monat Dezember 2012 beträgt 22,3 %.

    Dieser Berechnung liegt bis Dezember 1999 der von Ihnen gewählte Index zu Grunde. Ab Dezember 1999 wird die Indexreihe des Verbraucherpreisindex für Deutschland zu Grunde gelegt.

    der Index berechnet sich ein- bis dreimonatlich neu, müsste der Erbe dies immer der Universalerbin melden, bei so häufigen Änderungen könnte man eine selbständige Prüfung doch eigentlich verlangen, oder was meint ihr? Einen höflichen Brief an die Universalerbin das sie dazu verpflichtet ist?

    Was mir grundsätzlich noch nicht ganz klar ist: Ist die Veränderung immer zum 01.01.2001 zurück zu errechnen, oder immer zurück auf die zuletzte Anpassung?

    Beispiel

    Datum / Stand / Veränderung

    01.2001 / 105 / –

    01.2010 / 120 / 14% zu 01.2001

    12.2012 / 129 / 23% zu 01.2001

    01.2001 / 105 / –

    01.2010 / 120 / 14% zu 01.2001

    12.2012 / 129 / 8% zu 01.2010

    was aber am Betrag ja nichts ändern würde fällt mir grad auf, das ist nur bei Schwellenwerten interessant, von denen aber in diesem Testament nicht die Rede ist…

  • Würde gerne „gefällt mir“ drücken, für deinen Beitrag, aber der Inhalt passt mir nicht Trotzdem Danke für die Antwort.

    Angenommen der Erbe hätte nachträglich und zusätzlich bei der Eintragung der Reallast auf das abzusichernde Gebäude etwas unterschrieben was ihn unangemessen stark benachteiligt. Daran beteiligt waren er, der Testamentvollstrecker(Anwalt) und Notare… Kann man sowas nachträglich anfechten? Dies wäre angenommen in 2009 passiert. Dem Erben war nicht bewußt dass ihn die nachträgliche Vereinbarung zum Testament so stark benachteiligt, in der Höhe der Rente, des Bezugsindexes, des Schwellenwertes, der Verjährungsfristen und Aberkennung offener Beträge…

    Wäre das ein sinnloser Kampf gegen Mühlen? Ich finde der Erbe ist reingelegt wurden…?!? Die Rente hätte angenommen von Anfang an nicht gepasst.

    Wann ist so eine mtl. Rente zu zahlen, der nächste Monat nach dem Tod oder nach der Eröffnung, das Testament war übrigens bereits geöffnet ? Könnte man hier allgemein alles noch mal aufrollen, oder wäre der Zug schon abgefahren?

    Angenommen der Erbe kann sich Rechtsbeistand derzeit nicht leisten, wäre hier die Beratungshilfe bei seinem Amtsgericht der richtige Weg? Also Zivilgericht? Auf was würde er klagen müssen, Anfechtbarkeit der Urkunde/Vereinbarung, zu starke Schlechtbehandlung, Schlechterstellung in Verträgen?

    und für eine Rechtschutzversicherung wäre es sowieso zu spät, gehe ich von aus?

  • Hallo, eine Rechtsschutzversicherung würde den Fall nicht übernehmen. Zum einen hat sie eine Wartezeit, zum anderen übernimmt sie keine alten Rechtsstreitigkeiten, die schon vor Vertragsabschluss begonnen haben oder ihren Ursprung haben.

    Wie gern würde ich dir helfen und einen Tipp geben.

    Aber wir reden hier von einer Einschätzung zu einer möglichen Benachteiligung des Erben.

    Vom moralischen Punkt her gebe ich dir absolut recht. Ich würde mich auch schlechte beraten fühlen, insbesondere durch den Notar, der ja neutral sein muss.

    Aber ich finde keinen Anhaltspunkt wo man sagen kann, hier ist etwas rechtlich zu Ungunsten des Erben erfolgt.

    Vielleicht kann ja Prozesskostenbeihilfe bei Gericht beantragt werden.

    Infos zur Hilfe

    Wer bezahlt meinen Anwalt in einem Zivilprozess? | AMAL Sachsen

    Interessant ist dabei, die wird nur gewährt, wenn Aussicht auf Erfolg besteht.

    Also würde so eine erste Einschätzung erfolgen ob es der kampf gegen Mühlen ist oder doch ein Funken Hoffnung besteht.

  • Vielen dank für die Antwort und das moralische Beipflichten. Es wird ein Kampf, aber er wird morgen in Angriff genommen. Der Erbe ist in dem Fall meine gehbehinderte (behinderungsgrad60) Schwiegermutter. Und die Notare hatten gar nicht beraten sondern haben anhand des Personalausweises das Ganze abgesegnet. Der Testamentsvollstrecker hatte sogar vorher ganz frech noch geschrieben von Absicherung der Rente, sonst wird es zu kostenintensiv. Leider kannte sie mich noch nicht damals und hat es unwissend abgezeichnet.

    Ich werde trotzdem versuchen dagegen vorzugehen, schon aus dem Gefühl des Unrechts heraus…. Wir reden hier von verlorener Rente bis heute in Summe um die 4.500 Euro, was nun monatliche circa um die 20 Euro weiter steigen wird. Vor allem die Universalerbin hat einen ein- oder zweistelligen Millionenbetrag geerbt.

    Das bereitet mir schlaflose Nächte, obwohl es nicht mein Geld ist… Unrecht!

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