Nach Fastunfall mit Kindern weiter gefahren - Fahrerflucht?

  • Guten Tag Als ich vor kurzem heim gefahren bin hätte ich fast Innenorts, bei nasser Fahrbahn, ein Mädchen, zwischen 14-17 Jahren, angefahren. Ca. 50-70m nachdem ich an einer Ampel angefahren bin musste ich eine Vollbremsung durchführen, da ein Mädchen mit ihrer Freundin, welche anscheinend an diesem Tag keine Schule mehr hatten, von denen beide nicht auf die Straße schauten und ich davor auch nicht sehen konnte (meine Sicht wurde von parkenden Autos und Transportern blockiert), ca. 10-30m vor der Fußgängerampel auf die Straße liefen.


    Ich bin mir relativ sicher dass ich nicht mehr als 50km/h gefahren bin und dass die Fußgängerampel auf rot war (ich hatte grün und fuhr geradeaus weiter). Das Mädchen blieb auf einmal stehen als mein Auto immer näher kam, ebenfalls ihre Freundin, welche hinter ihr lief, sodass ich auswich. Als ich zum stehen kam waren beide neben meinem Auto gestanden und das Mädchen, um das es geht, stand neben meinen Außenspiegeln. Die Mädchen und ich waren erst einmal geschockt, trotzdem bin ich weitergefahren nachdem ich mir sicher war dass nichts passiert ist. Ich schaute noch einmal zur Sicherheit in den Innenspiegel um mich zu vergewissern dass den Beiden, v.a. ihr nichts passiert ist. Dabei sah ich wie beide zurück auf den Fußgängerweg gingen und das Mädchen, welches ich fast angefahren hätte, entweder lachte oder nach Luft schnappte, bzw. entsetzt war.



    Erst im Nachhinein kam mir dass es durchaus möglich gewesen ist dass ich ihr über den Fuß gefahren bin(ich habe nichts gespürt o.ä. wie es üblich ist wenn man über etwas fährt) oder dass sie einen Schock hat, an dem ich Schuld habe, was bedeutet dass ich Fahrerflucht begangen hätte. Zu meinen Fragen: Kann ich mich, ohne Probleme mit ihr zu bekommen, bei der Polizei melden?


    Wenn nicht mit was muss ich rechnen falls ich es doch mache? Bin ich als Autofahrer automatisch Schuld (wie es oft gesagt wird), da ich mich meines Erachtens nicht falsch verhalten habe (zumindest bevor ich weitergefahren bin) und die Beiden sehr fahrlässig, ohne über die Straße (welche eine Hauptstraße ist, also ununterbrochen befahren wird) zu schauen, einfach hinüber gelaufen sind?


    Kann ich überhaupt, weil ich eventuell einen Schock verursacht habe und mich danach nicht um sie gekümmert habe, wegen Fahrerflucht zur Rechenschaft gezogen werden? Mit welcher Strafe muss ich rechnen falls es Fahrerflucht war? Mit freundlichen Grüßen

  • Hallo, es ist schon etwas verantwortungslos nicht auszusteigen und sich zu vergewissern, dass den Kindern nichts passiert ist,


    Dabei ist die Schuldfrage unerheblich.


    Wenn den Kindern was passiert ist, könnte dein Verhalten durchaus als Fahrerflucht gewertet werden.


    Ich würde mich bei der Polizei melden, damit zumindest bei einer möglichen Anzeige der Führerschein vielleicht nicht verloren ist


    Gruß Wolfgang

  • @ Wolfgang: Das ist nicht richtig. Der Führerschein kann natürlich auch entzogen werden, wenn man sich in diesem Fall bei der Polizei meldet und einem die Straftat des unerlaubten Entfernen vom Unfallort vorgeworfen wird.

  • Führerscheinentzug wäre das kleinste Übel, da Unfallflucht mit Gefängnis oder Geldstrafe geahndet wird.


    Auch würde man sich innerhalb von 24 Std. melden, dann wirkt sich das nicht strafmildernd aus weil es sich im fließenden Verkehr ereignete und vermutlich ein Mensch zu Schaden kam.( § 142 (4) StGB)

  • (1) Ein Unfallbeteiligter, der sich nach einem Unfall im Straßenverkehr vom Unfallort entfernt, bevor er

    1. zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit und durch die Angabe, daß er an dem Unfall beteiligt ist, ermöglicht hat oder

    2. eine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet hat, ohne daß jemand bereit war, die Feststellungen zu treffen,

    wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

    (2) Nach Absatz 1 wird auch ein Unfallbeteiligter bestraft, der sich

    1. nach Ablauf der Wartefrist (Absatz 1 Nr. 2) oder2. berechtigt oder entschuldigt

    vom Unfallort entfernt hat und die Feststellungen nicht unverzüglich nachträglich ermöglicht.

    (3) Der Verpflichtung, die Feststellungen nachträglich zu ermöglichen, genügt der Unfallbeteiligte, wenn er den Berechtigten (Absatz 1 Nr. 1) oder einer nahe gelegenen Polizeidienststelle mitteilt, daß er an dem Unfall beteiligt gewesen ist, und wenn er seine Anschrift, seinen Aufenthalt sowie das Kennzeichen und den Standort seines Fahrzeugs angibt und dieses zu unverzüglichen Feststellungen für eine ihm zumutbare Zeit zur Verfügung hält. Dies gilt nicht, wenn er durch sein Verhalten die Feststellungen absichtlich vereitelt.

    (4) Das Gericht mildert in den Fällen der Absätze 1 und 2 die Strafe (§ 49 Abs. 1) oder kann von Strafe nach diesen Vorschriften absehen, wenn der Unfallbeteiligte innerhalb von vierundzwanzig Stunden nach einem Unfall außerhalb des fließenden Verkehrs, der ausschließlich nicht bedeutenden Sachschaden zur Folge hat, freiwillig die Feststellungen nachträglich ermöglicht (Absatz 3).

    (5) Unfallbeteiligter ist jeder, dessen Verhalten nach den Umständen zur Verursachung des Unfalls beigetragen haben kann.

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