Kündigung aus wichtigem Grund: Arbeitslosengeld bleibt erhalten

Die Überforderung eines Arbeitnehmers rechtfertigt die eigene Kündigung und darf durch die Bundesagentur für Arbeit nicht mit einer Sperrzeit fürs Arbeitslosengeld von zwölf Wochen geahndet werden.

Dies geht aus einem aktuellen Urteil des Hessischen Landessozialgerichts hervor. Hier hatte sich ein Busfahrer zur eigenen Kündigung entschieden, weil er sich den schlechten Arbeitsbedingungen nicht mehr stellen konnte und wollte. So habe er immer erst spät abends erfahren, ob er am nächsten Tag arbeiten musste. Außerdem wurde er gezwungen, länger zu fahren als erlaubt, und der Lohn wurde nicht pünktlich ausgezahlt. Daraufhin gab das Gericht dem Busfahrer recht. Da er objektiv überfordert gewesen sei und damit die Sicherheit seiner Fahrgäste aufs Spiel setzte, hatte er aus wichtigem Grund gekündigt.

Der Klage des Mannes auf sofortige Auszahlung seines Arbeitslosengeldes wurde statt gegeben. Die Sperrzeit sei unangemessen gewesen, so die Richter.
Hessisches Landessozialgericht Az: L 9 AL 129/08



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2 thoughts on “Kündigung aus wichtigem Grund: Arbeitslosengeld bleibt erhalten

  1. hallo ihr lieben, habe eine frage wegen kündigung bzw. auszeit im job (ohne kündigung).
    gibt es eine möglichkeit, wenn der vater meines kindes (der eigentlich 700km weit weg wohnt), eine art „auszeit“ im job nehmen will, wie z.b. familienzeit oder verlängerte elternzeit (er ist jetzt in elternzeit hier bei uns, das eine jahr ist bald rum). wir können aber nicht gleich nach ende der elternzeit hier wegziehen und in seine heimatstadt zu seinem job ziehen und fragen uns daher, ob es irgendeine möglichkeit gibt, wie man OHNE kündigung des jobs eine „auszeit“ nehmen kann. aber nicht, daß er seinen job verliert. die auszeit müßte ca. 2 jahre betragen, erst dann können wir hier wegziehen.

  2. Hallo, es gibt nur in wenigen Fällen einen gesetzlichen Anspruch auf eine Auszeit.
    Im deutschen Richtergesetz, in einigen Tarifvertrag wie im Öffentlichen Dienst oder auch in einigen Betriebsvereinbarung sind solche Ansprüche verankert. Ansonsten ist der Arbeitnehmer auf die Kulanz seines Arbeitgebers angewiesen.
    Zu beachten ist in diesem Fall, dass nicht nur der Lohn entfällt, sondern man sich auch noch selbst versichern muss.

    Der Vater des Kindes sollte sich also gut auf das Gespräch mit dem Arbeitgeber vorbereiten und besonders auf die Vorteile für das Unternehmen hinweisen, wenn er gestärkt und vielleicht sogar geschult aus der Auszeit wieder in den Betrieb einrückt.

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