Schulweg unterliegt der gesetzlichen Unfallversicherung

Nach dem langen Schultag sind Kinder oft völlig überfordert und ausgelaugt. Sie konzentrieren sich nicht mehr und schnell ist es passiert, dass sie sich nicht auf dem direkten Weg nach Hause machen. Diesen Umstand wollte die gesetzliche Versicherung zum Anlass nehmen die Zahlungen bei Unfallfolge auszusetzen, sofern sich ein Kind auf einem Umweg nach Hause verletzt.

Im Fall einer jungen Schülerin schoben die Richter dieser Praxis jedoch einen Riegel vor. „Ein Kind hat nicht die Reife, um stets den richtigen Weg zu nehmen.“ so die Richter. Dabei ging es um einen Fall bei dem eine Schülerin sich im Bus verplappert hatte und zwei Haltestellen zu spät ausgestiegen war. Sie hatte doppeltes Pech, den auf dem Fußweg nach Hause wurde sie von einem Auto erfasst. Hier sah sich die Versicherung von der Zahlung als befreit an, was ihr die Richter aber klar zu verstehen gaben.

Das Urteil sagt aus, dass Kinder auch dann auf dem Schulweg unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung stehen, wenn sie einen Umweg nehmen. Offen ließen die Richter, ob dies auch bei einem gewollten Umweg der Fall sei.
BSG Az: B2 U 29/06R

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