Reisemangel Hafen nicht angelaufen

Wird bei einer Kreuzfahrt damit geworben, den Hafen einer bestimmten Stadt anzulaufen und erfolgt dieser Halt nicht, so stellt dies einen Reisemangel im Sinne des § 651 c Abs. 1 BGB dar. Darin heisst es: […]Der Reiseveranstalter ist verpflichtet, die Reise so zu erbringen, dass sie die zugesicherten Eigenschaften hat […]

Das Anlaufen eines ausdrücklich erwähnten Hafens hat das *Amtsgericht Rostock, Az: 47 C 243/13 als Reisemangel eingestuft und den Reisenden eine Reisepreisminderung zugesprochen. Zuvor hatte der Veranstalter schon 200 Euro als Wiedergutmachung gezahlt, womit die Reisenden aber nicht einverstanden waren. Dazu hat das Gericht nachgerechnet.
Reisepreis 2.298 Euro = Tagespreis von 328,26 Euro
Die Kläger wollten 60 Prozent Preisminderung und Schadensersatz.

60 Prozent vom Tagespreis wären aber weniger als die bereits gezahlten 200 Euro gewesen, weshalb eine höhere Entschädigung nicht in Betracht gekommen sei.
Der geforderte Schadensersatz wegen entgangener Urlaubsfreuden wurde verneint. Da nur an einem Tag der sieben tägigen Kreuzfahrt ein Hafen wegen Unruhen nicht angesteuert wurde, konnte nicht von einer erheblichen Beeinträchtigung gesprochen werden.

Wenn die Reisenden genau an diesem Hafen einen Termin gehabt hätten oder durch das Nichtanlaufen einen materiellen Schaden erlitten hätten, ist ein Schadensersatz aber nicht ausgeschlossen.



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