Ratgeber Angaben im Reisekatalog verstehen

Nicht immer halten die Angaben in Reisekatalogen ihre Versprechen und der Urlauber findet vor Ort völlig andere Begebenheiten vor. Natürlich sollte man hier nicht zu kleinlich sein, und die landestypischen Eigenarten nicht auf die Goldwaage legen, alles muss man sich als Urlauber auch nicht gefallen lassen.

Wir zeigen ihnen in unserem großen Ratgeber Urlaubsmängel, was ein Mangel ist, wie sie ihn reklamieren und wie viel des Reisepreises voraussichtlich vor Gericht eingeklagt werden kann. Natürlich handelt es sich hier nur um Richtwerte und der Einzelfall ist entscheidend für den Ausgang einer Klage vor Gericht. Die Angaben können aber einen ersten Eindruck geben, was sie möglicherweise zurück erhalten können und ob sich der Aufwand lohnt.

Ab wann liegt ein Reisemangel vor?

Alles was vor Ort im Urlaub nicht so ist, wie es der Reisekatalog beschrieben hat, kann zuerst einmal als Mangel gewertet werden. Wie bei jedem Vertrag muss der Anbieter den vertragsgemäßen Zustand der Sache auch vorweisen. Hat er zum Beispiel mit einem Meerblick geworben, bei Ausblick aus dem Fenster ist aber nur eine schnöde Betonmauer zu sehen, so sehen die Gerichte darin einen Mangel. bei einem ruhigen Hotel darf kein Baulärm erfolgen und ein geräumiges Doppelzimmer darf kein Einzelzimmer mit Zustellbett sein.

Wie reklamiere ich einen Reisemangel?

Vor Ort, im Hotel und beim Reiseleiter, mündlich mit Zeugen, Fotos machen oder am besten schriftlich und den Eingang der Beschwerde bestätigen lassen. Bei der Beschwerde muss der Mangel so genau als möglich beschrieben werden. Wenn einem das Essen nicht schmeckt so ist dies kein Mangel, ist es aber verdorben gibt es Geld zurück. Allgemeine Mängel können nicht angebracht werden. Ist man kinderlos in den Urlaub gefahren und die Kinderbetreuung fand nicht statt, so hat man keinen Mangel erfahren und kann diesen auch nicht reklamieren.

Wie erstelle ich eine Mängelanzeige?

Jeder Mangel ist unverzüglich anzuzeigen. Wie im Mietrecht so muss auch im Reiserecht dem Anbieter die Möglichkeit gegeben werden, den Mangel unverzüglich zu beheben. Ein schriftliches Protokoll, übergeben unter zeugen und eine Bestätigung des Reiseleiters und schon haben sie den wichtigsten Schritt getan. Halten sie von dem Mangel Fotos fest oder lassen sie sich diesen von anderen Urlaubern bestätigen. Notieren sie dessen Adresse, um später vor Gericht in Deutschland einen Zeugen zu haben.

Welche Fristen gelten bei einer Mängelanzeige?

Spätestens vier Wochen nach dem Urlaub muss die Mängelanzeige dem Reiseveranstalter vorliegen. Vor Ort erfolgt die Mängelanzeige bei der Reiseleitung. Ist keine bekannt und das Hotel nicht ausdrücklich vom Veranstalter dazu ausgewiesen, sollte man Kontakt zum Veranstalter in Deutschland aufnehmen, da sonst der falsche Ansprechpartner gewählt wurde.

Die Mängelliste und die mögliche Reisepreisgutschrift

Minderung um 5 – 10 % des Reisepreises
Falsches Stockwerk – z.B. ebenerdig gebucht
Tische im Restaurant verschmutzt
Zimmer kleiner als angegeben
Keine Bedienung, sondern Selbstbedienung
Müll am Strand

Minderung um 10 – 15 % des Reisepreises
Falsche Klasse im Flugzeug
Ungeziefer im Zimmer
Falsche Unterbringung – Bungalow statt Hotel

Minderung um 10 – 20 % des Reisepreises
Swimmingpool fehlt oder ist verdreckt
Keine Reiseleitung bei Ausflügen
heftiger Baulärm

Minderung um 10 – 40 % des Reisepreises
Nächtlicher Lärm – schlaflose Nächte
Fehlende Kureinrichtungen wie Massage, Sauna oder Thermalbad

Minderung um 10 – 50 % des Reisepreises
Feuchtigkeit im Zimmer
erhebliche Schäden an der Einrichtung des Zimmers
fehlende übliche Möbel wie Badezimmerspiegel

Minderung um 20 – 30 % des Reisepreises
Falsche Zimmerart – Einzelzimmer statt Doppelzimmer
kein Service vor Ort



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