Sind permanent geöffnete Fenster im Winter unter uns zulässig?

Wir sind Besitzer einer Eigentumswohnung in einem größeren Wohnblock, mit insgesamt 30 Wohneinheiten.
Seit diesem Winter scheint der Nachbar unter uns durchzudrehen, denn anders ist sein Verhalten nicht zu erklären. Permanent, 24/7 rund um die Uhr – geöffnete bzw gekippte Fenster – auf der gesamten Ostseite.

Alle darüber liegenden Räume unserer Wohnung haben im Fußbodenbereich quasi Außentemperatur von derzeit um +/- 0°C. Insgesamt 3 Zimmer (2 Schlafräume, 1 Arbeitszimmer) sind durch diesen Unfug derart ausgekühlt, dass man nur noch in voller Montur angekleidet, mit Wintersocken und Straßenschuhen herumlaufen kann.
Die 40 Jahre zuvor, in denen man bisher gemeinsam nebeneinander wohnte, gab es dieses Problem nicht.

Meine Frage: Müssen wir uns dies weiterhin so bieten lassen, oder gibt es Möglichkeiten dagegen vorzugehen? Was bisher versucht/unternommen wurde: Persönliche Ansprache, höflich und freundlich – mehrmals – sowohl direkt als auch telefonisch. Wir haben inzwischen schon mit „Engelszungen“ versucht dem Mann (Rechtsanwalt, ca 75 Jahre alt, leider Trinker, extrem starker Raucher) die Situation begreiflich zu machen, bisher ohne Erfolg. Sein Argument: Er habe sein Leben lang so geschlafen, dieses Zimmer muss immer gut gelüftet sein, er braucht das für seine Gesundheit und damit basta.

Ok. Warum aber deswegen alle 3 Räume gelüftet werden müssen, ist uns ein Rätsel.
Und es kommt noch besser – er schläft in diesen Räumen fast nie (also eine Lüge) – sondern sackt idR in einem völlig anderen, seinem einzig beheizten Zimmer (vermutlich betrunken) zusammen und pennt dort im Sessel ein..

Erst wenn es wirklich dick in die Minusgrade geht, und auch nur wenn er die Lust dazu verspürt, erst dann werden kurz für wenige Stunden die Fenster geschlossen. Dies reicht nicht mal um auch nur halbwegs den Estrich, geschweige denn den ganzen Boden warm zu bekommen.

Wir heizen uns hier zu Tode und frieren dennoch, haben inzwischen auf der Ostseite feuchte Innenwände.
Daraufhin haben wir die Hausverwaltung kontaktiert. Man erklärte uns lapidar: Dafür gibt es keine rechtliche Handhabe. Erst ab Minusgraden kann man dem Mann lt. Hausordnung vorschreiben, die Fenster nur zum Stoßlüften zu öffnen, aber ansonsten geschlossen zu halten. Ich bin mit den Nerven inzwischen total runter (man merkts vielleicht) und durch den Blödsinn ständig erkältet, meiner 80jährigen Mutter mit chronischer Blasenentzündung gehts nicht viel besser. Unser Hund hat vor Kälte inzwischen den Schlafplatz (Boden vor meinem Bett, darauf extra dicker Teppich, eine Lammfell- und eine Wolldecke) gewechselt und scheinbar ebenfalls schon Blasenschwäche dadurch bekommen.. klingt vielleicht lustig, ist es aber nicht.

Bis jetzt liegen die Temperaturen hier im Südwesten um den Gefrierpunkt herum. Ich wills mir nicht vorstellen – wenn der bisher ausgebliebene Winter erst mal richtig loslegt^^ Wir würden uns wirklich freuen und auch erkenntlich zeigen, wenn jemand einen guten Tip hätte wie man dieses Ärgernis lösen könnte.



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One thought on “Sind permanent geöffnete Fenster im Winter unter uns zulässig?

  1. Hallo, ein Einfluss auf das Heizverhalten des Nachbarn wirst du wohl kaum nehmen können.
    Würde es sich nicht um eine Eigentumswohnung, sondern um eine Mietwohnung handeln, dann wäre ein alternativer Weg zu gehen, nämlich der über die Mängelanzeige beim Vermieter.
    Wenn du schreibst, dass die Wohnung trotz Beheizung nur noch in Wintersachen bewohnt werden kann, dann liegt ein erheblicher Mangel der Mietsache vor.
    Die Wohnung muss unabhängig vom Heizverhalten der Nachbarn warm werden. Sollte trotz maximaler Heizleistung deiner Heizkörper die Mindesttemperatur nicht erreicht wird, liegt ein Mangel vor und du kannst die Miete kürzen bzw. auf Behebung dieses Mangels pochen. Dein Vermieter muss gewährleisten, dass deine Wohnung ausreichend geheizt werden kann.
    Folgende Mindesttemperaturen wurden durch Gerichtsurteile festgelegt, sie gelten zwischen 6 und 24 Uhr: Wohnzimmer 21 Grad, Ess- und Kinderzimmer 20 Grad, Badezimmer 23 Grad, Schlafzimmer 18 Grad.

    Nun ist es aber so, dass du keinen Vermieter hast. Eventuell dürfte dieser Artikel für dich interessant sein.
    Temperatur der Innenwand der Wohnung Mietrecht, Wohnungseigentum

    Als Eigentümer einer Eigentumswohnung unterstehst du ja sicher einer Hausverwaltung. Wann wäre hier die nächste Eigentümerversammlung?
    Sind vielleicht auch andere betroffen?

    Jetzt hat es die ganzen Jahre keine Probleme gegeben. Die aqnderen Eigentümer werden also zu recht fragen, warum das Thema nun auf den Tisch kommt. Hol dir deine anderen Nachbarn in die Wohnung. Versuche sie zu überzeugen. Finde heraus, ob vielleicht ein baulicher Mangel vorliegt oder eine nicht eingehaltene Mindestanforderung Grund für die Übertragung der Kälte ist.
    Schließlich ist es in Wohnungen auf Bodenplatte ja auch nicht unmittelbar kalt und ein nicht gedämmter Dachstuhl macht einer gedämmte Dachgeschosswohnung auch nichts aus, auch wenn man den Unterschied sicher bei den Heizkosten sehen würde. Warm muss es aber auch so werden.

    Für dich bleibt meiner Meinung nach nur der Gang über die Hausverwaltung und einer Eigentümerentscheidung, dass eine neue oder zusätzliche Dämmung dein Problem behebt.
    Da es sich dabei aber um eine Modernisierung handelt, bedarf es einer 3/4 Mehrheit.
    Etwas anderes wäre der Fall, wenn ein Mangel vorliegt, also eine Bauvorschrift nicht eingehalten wurde.
    Sicher wohnst du in einem alten Haus, oder?

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