Schuhe kaputt – Geld zurück?

Ich habe mir am Samstag Schuhe gekauft und diese einmal getragen.
Nun löst sich an der Schuhspitze die Sohle ab. Bin dann heute gleich zu dem Laden gegangen und wollte die Schuhe reklamieren. Zuerst wurde mir sehr unfreundlich gesagt, dass ich die Schuhe reinigen sollte, da sie so nicht an den Hersteller zurückgeschickt werden könnte. Da hab ich erstmal blöd geguckt. Die Schuhe wurden einmal getragen und sehen auch so aus.
Die Dame sagte mir, dann ich sollte mir neue Ware aussuchen oder ich bekäme einen Gutschein, der 1 Monat lang gültig wäre.

Nachdem ich ihr dann sagte, dass ich mein Geld zurück wolle, da ich in diesem Laden nichts mehr kaufen wolle (wohlgemerkt bin ich sehr freundliche geblieben), knallte sie mir die Schuhe hin und sagte, dass ginge bei ihnen nicht und wäre mit den Anwälten so abgesprochen. Ich bin dann erstmal wieder mit meinen Schuhen gegangen, weil ich ziemlich sauer war und mich beherrschen wollte. Bis jetzt dachte ich immer, dass man bei der Reklamation der defekten Ware sein Geld zurückfordern kann. Habe mal gehört, dass der Verkäufer eine Reparatur anbieten kann. Das hat sie aber nicht gemacht, sondern eben nur Gutschein oder neue Ware angeboten. Was kann ich machen? Kaufen werde ich da nichts mehr.


Als gewerblicher Verkäufer muss der Schuhladen ihnen eine Gewährleistungspflicht einräumen.
Diese gesetzliche Gewährleistung besagt, dass der Verkäufer beweisen muss, dass der Mangel erst durch ihr Verschulden eingetreten ist und nicht schon bei Kauf der Ware vorgelegen hat. Diesen Beweis wird er sicher nicht führen können.

Im allgemeinen geht der Gesetzgeber nach §476 BGB davon aus, dass ein Mangel, der sich in den ersten sechs Monaten zeigt, auch schon bei Kauf der Ware vorgelegen hat.
In ihrem Fall wäre also der Verkäufer in der Beweislast.

Im Falle eines Gewährleistungsanspruches wie dies bei ihnen der Fall ist, hat der Verkäufer einen Anspruch auf Nacherfüllung. Er kann also versuchen die Ware zu reparieren. Auch dies wird in ihrem Fall kaum möglich sein.

Ihre Pflichten sind es in diesem Fall, dem Verkäufer die Nacherfüllung zu ermöglichen.
Eine Frist von 14 Tagen sollte ausreichen.

  • Begeben sie sich zum Verkäufer, am besten mit einem Zeugen
  • Zeigen sie ihren Anspruch auf Gewährleistung an
  • Erteilen sie eine Frist zur Nacherfüllung
  • Teilen sie mit, dass bei Fehlgeschlagener oder nichtgewollter Nacherfüllung sie vom Kaufvertrag zurück treten
  • Fordern sie dann die Rückgabe ihres Bargeldes Zug um Zug und nicht als Gutschein (§ 346 BGB)

Wissenswertes zur Gewährleistung

Europäischen Gerichtshof (EuGH, Az.: C-404/06)
Eine Nutzungsgebühr im Falle eines Gewährleistungsanspruches ist nicht erlaubt
Im Falle eines Gewährleistungsanspruches sind nach § 346 Abs. 1 BGB die „empfangenen Leistungen“ durch den Verkäufer zurück zu geben.
Also kein Gutschein, sondern Bargeld!



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