Schönheitsreparaturen und Nachmietervereinbarungen

Ich habe eine Wohnung vor ca 8 Jahren von einer Bekannten übernommen, ich hatte damals gerade erst mit dem Studium begonnen, sodass ich die Vertragsangelegenheiten nicht selbst abgewickelt habe, sondern meine Mutter die Bürgschaft, Kaution und Ablöse für die Küche ausgelegt hat und folgende mündliche Absprache getroffen wurde:

Im Austausch für eine Waschmaschine, habe ich das Unkraut auf der Terrasse entfernt.
Im Austausch für die Küche wurde eine vierstellige Abschlagszahlung geleistet.

Die Wohnung wurde nicht gestrichen, ungereinigt (nicht dreckig, aber nicht extra gereinigt) und die Terrasse ungepflegt ( für Waschmaschine) übernommen.
Bei der damaligen Übergabe der Wohnung, waren die Vormieterin, ihr Freund, meine Mutter, ihr Freund und der aktuell noch zuständige Hausmeister Vorort und waren in Kenntnis dieser Vereinbarung.

Nun, 8 Jahre später, möchte ich die Wohnung an einen Nachmieter weitergeben. Die Wohnung ist bereits komplett leer, ich habe auch jedes Zimmer geweißt, allerdings ausschließlich die Stellen die stark eingefärbt waren bzw Kratzer zu erkennen waren.
Der Nachmieter hat die Wohnung mehrfach gründlich begutachtet und dem Zustand zugestimmt.

Zunächst wollte ich nun eine Übergabe der Wohnung ab 1.8. diesen Jahres vereinbaren, allerdings wurde mir dann von der Vermietung ein Riegel vorgeschoben, weil der Bodenbelag noch gemacht werden sollte, jedoch kein freier Handwerker zur Verfügung war.
Dass ich dem Nachmieter bereits bei der Besichtigung erklärt hatte, dass er sich um den Belag selbst kümmern muss war der Vermietung egal und ich ohne rechtlichen Beistand überfragt. Daher kam eine erneute Vereinbarung zu Stande, die Wohnungsübergabe soll nun nächsten Monat am 14. September stattfinden, die Übergabe an den Nachmieter am 15.09., soweit noch akzeptabel, da es im Sinne des Nachmieters ist, dass er keine Miete zahlen muss bevor er die Wohnung beziehen kann und ich sicher schon eher einen Termin für den Belag hätte vereinbaren können.

Einige Tage später wurde mir dann noch vom Hausmeister mitgeteilt, dass es einer schriftlichen Vereinbarung bedarf, um die Wohnung in dem aktuellen Zustand übergeben zu können. Also habe ich eine Vereinbarung mit dem Nachmieter geschlossen, diese beinhaltet die Abschlagszahlung für die Küche, die Übernahme im gegenwärtigen Zustand, sowie eine Zusicherung meinerseits, dass keine baulichen Veränderungen durchgeführt wurden. Desweiteren wurde die übliche salvatorische Klausel festgehalten.

Diese Vertrag wurde in 3 Fassungen unterschrieben, sodass jede Partei eine erhält und die dritte per Einschreiben mit Rückschein an den Vermieter.

Der Rückschein war Anfang der Woche in der Post, ebenso habe ich einen Brief von der Vermietung erhalten, dieser wurde wahrscheinlich nach Kenntnisnahme der gewünschten Vereinbarung verfasst. Die Vermietung bietet mir nun an die Übergabe wie geplant durchzuführen, aber nur unter der Maßgabe, dass sich die Wohnung in einem Zustand befindet, in dem sie auch an den Vermieter zurückgegeben werden könnte.

Auf Nachfrage gab, wohlgemerkt, der Hausmeister zu verstehen, dass auf Grund eines neuen Gerichtsurteils vor einigen Tagen die zuvor geforderte Vereinbarung nun keine Gültigkeit mehr habe.
Also wollte ich es erst selbst prüfen, da ich natürlich nicht alle aktuellen Urteile verfolge.
Da fiel mir das Urteil zum Verfahren (Az. VIII ZR 277/16) ins Auge, allerdings ist im folgenden Link leider noch nicht im Volltext verfügbar:
https://dejure.org/dienste/vernetzun…%20ZR%20277/16

Daraus schlussfolgere ich, obgleich die Ungültigkeit der Vereinbarung festgestellt wurde, allerdings eine völlig andere Konsequenz, denn meiner Interpretation zufolge wäre dieses Urteil trotzdem zu meinem Vorteil und zudem auch noch zum Vorteil für den Nachmieter, da keiner von uns beiden eine sanierte Wohnung im Sinne des Vermieters (frisch gereinigt, frisch gestrichen, Terrasse gereinigt) übernommen hat, ist auch keine erneute Sanierung vor einer weiteren Übergabe rechtlich notwendig.
Ich kann natürlich nachvollziehen, dass die Vermietung sich nicht mehr auf derartige Vereinbarungen einlassen möchte.



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