Opfer von Täuschung bei Klausur

Bei mir wurde in einer Mathe-L.K.-Klausur (gymn. Oberstufe) in größerem Maße abgeschrieben. Die Abschreiberin hat trotz Angebot des Lehrers, dass sich einer stellen darf, nichts zugegeben. Der Geständige hätte 0 Punkte bekommen, der Unschuldige die normale Bewertung. Damit habe sowohl ich eine schlechter bewertete Klausur als auch die Abschreiberin. Ich erhalte 4 statt 11 und die Abschreiberin 2 statt 8. Doch die Note der Abschreiberin reicht aus, um in dem Fach nicht unter 5 Punkte zu bekommen, was gleichzusetzen wäre mit ungenügend. Die vielen Bitten an die Abschreiberin, sie solle zugeben, um ihr Unterkurs-Problem nicht zu meinem Problem zu machen, haben mir rein gar nichts gebracht. Der Lehrer hat sich festgelegt, dass seine Notengebung unantastbar bleibt.

Nicht nur im Lehrerkreis ist die Sache bekannt geworden, sondern auch unter den Schülern. Ich bin ein Schüler, der in den Oberstufenzeugnissen nie Noten unter 10 Punkten erhalten hat, also nie schlechter als Zweierbereich gewesen war. Jetzt muss ich mit meinen aus der Klausur resultierenden 9 Punkten im Zeugnis dafür bezahlen, damit die Abschreiberin ihr Ziel erreichen kann. Bedenke: LK Zeugnisnoten werden zweifach gewertet für das Abi. Mein positive Image ist stark angekratzt und ich muss mich jetzt vor vielen Schülern rechtfertigen. Das belastet extrem.

Frage 1)
Ist das Zeugnis der Q3 / 13 I (3. Quartal der zweijährigen Qualifikationsphase; 13. Klasse, erstes Halbjahr) ein Verwaltungsakt? Schließlich wird mit dem Zeugnis sowohl die Zulassung zum Abitur bestimmt als auch ein Teil der Endnote im Abitur. Außerdem möchte ich mich mit dem Q3-Zeugnis bewerben und da ist meine LK-Note ein erheblicher Nachteil gegenüber anderen Bewerbern.

Frage 2)
Die Abschreiberin ist so dreist gewesen, dass sie meine Bitten und logischen Erklärungen als „Mobbing“ und „Belästigung“ der Schulleitung gemeldet hat, dabei habe ich weder beleidigt, noch bin ich unhöflich geworden. Außerdem hat sie jede meiner Bitten mit Ausreden beantwortet, sodass ich das nicht als „Mobbing“/“Belästigung“ hätte einschätzen können. Das Problem: Ohne mein Einverständnis oder überhaupt ohne mich darüber zu berichten, hat die Abschreiberin dem Schulleiter und anderen Lehrern den SMS-Nachrichtenverlauf zwischen ihr und mir gezeigt, womit ich nicht im Geringsten gerechnet hätte. Die Lehrer dürfen das doch gar nicht lesen und die Abschreiberin darf das nicht einfach so zeigen! Am Ende hat ein Lehrer den Verlauf sogar als normalen „Briefverkehr“ bewertet und interpretiert!!! Ist ja wohl die Höhe… Man stelle sich vor, ich hätte etwas geschrieben, was die Lehrer bloßstellt! Nicht auszudenken, welche Folgen das für mich gehabt hätte… Gilt das Beschriebene als Verletzung der Privatsphäre? Als Verletzung des Art. 10 GG (Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis)? Oder als was kann ich das bezeichnen?

Frage 3)
Abschreiben gilt als Betrug/Täuschung, ohne Frage. Aber laut Lehrer bin ich ja derjenige, der das Abschreiben ermöglicht hat, wenn meine Erklärungen stimmen und der Wahrheit entsprechen (tun sie). Jedoch denke ich nicht während einer vierstündigen Klausur daran, einen Hochsicherheitstrakt um meine Klausur herum aufrechtzuerhalten. Ich saß außerdem direkt vor dem Lehrerpult. Da hätte der Lehrer auch aufmerksamer sein sollen. Vom „Abschreiben lassen“ habe ich keine Vorteile, somit sollte sich der der Vorwurf der Täuschung für meine Seite erübrigen. Die Abschreiberin ist zudem als Volljährige selbst in der Lage zu entscheiden, ob sie das Angebot (welches ihr ich nicht unterbreitet habe) desjenigen annimmt, der sie abschreiben lässt. Es ist schließlich nicht meine Schuld, dass sie sich dazu entscheidet, abzuschreiben! Wenn sie abschreibt, hat sie mit den Konsequenzen zu rechnen. Inwiefern kann man den, bei dem abgeschrieben wird (in meinem Fall unwillentlich), bestrafen?

Ich werde an meiner Note nicht viel ändern bzw. nichts ändern können, sofern das Zeugnis der Q3 kein Verwaltungsakt ist. Aber die Abschreiberin darf nicht einfach so dreist und ungeniert vorgehen. Was geschehen ist, kann und will ich nicht dulden. Außerdem habe ich das Gefühl, dass Lehrer so trainiert werden, dass sie die Fähigkeit besitzen sollen, den Gegenüberstehenden mundtot zu machen („Entweder du akzeptierst jetzt deine Note oder es gibt 0 Punkte!“). Vertrauenslehrer haben, wie ich erfahren musste, leider nicht genug Macht, um was bewegen zu können. Rechtliche Schritte und Beschwerden könne ich mir laut Lehrern sofort abschminken.

Mein Vater ist auf 180. Und ich auch. Der Haussegen hängt schief. Ich habe das Gefühl, dass der Mathelehrer mich kaum mehr so sehen und bewerten wird wie früher, dank meines „Aufstandes“, ein halbes Jahr Unterricht bei ihm habe ich noch. Das Ganze kostet Zeit und Nerven, nur weil ich meine gerechte Note will. Ich mache mir selbst schon Vorwürfe, warum ich doch am Tag der Klausur aus dem Bett gestiegen sei, etc……

Ich kenne mich mit Schulrecht und Schulverordnungen nicht aus und frage euch: Welche Möglichkeiten habe ich?
Ich hoffe, ihr habt Verständnis für die Länge des Texts. Für Hilfe bedanke ich mich schon mal im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen

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