Neuwagenkauf – Winterreifen

Auslieferung eines Neuwagens im Winter

Ich habe erfahren, daß mein Auto jetzt im November ausgeliefert werden soll. Meine Freundin verunsichert mich, sie meint, dass die Autohersteller die Wagen nur mit Sommerreifen ausliefern. Ist es nicht so, daß der Verkäufer dafür sorge tragen muss, dass der Wagen in einem verkaufsfähigen Zustand übergeben werden muss?

Sind Sommerreifen im Winter ein Sachmangel?

Ich frag nur in der Hinsicht, dass wenn Schnee liegt, dies ja schon gefährlich wäre? Kann ich die Annahme dann verweigern oder Nachbesserung veranlassen? Was ist, wenn das Autohaus mir den Wagen mit Sommerreifen liefert, aber kein Schnee liegt. Dann hab ich Pech oder?
Wer hatte schon mal so einen Fall?


Das Auto dürfte sich in jedem Fall in einem verkehrsfähigen Zustand befinden. Handelt es sich um einen Neuwagen? Im Grunde für deine Frage unerheblich, aber wer das Geld für einen Neuwagen hat, sollte an den Reifen nicht sparen. Der Verkäufer muss gar nichts. Du hast einen Wagen bestellt und wirst diesen auch sicher wie bestellt erhalten. Ob dann Schnee liegt oder nicht ist unerheblich. Das dieser den Witterungsbedingungen entsprechend ausgerüstet ist, liegt in deiner Verantwortung.

Ein Fahrzeug das bei Schnee ausgeliefert wird hat nicht deshalb einen Mangel, weil keine Winterreifen drauf montiert sind.


Neufahrzeuge werden generell nur mit Sommerreifen ausgeliefert. Soweit eine Auslieferung in den Wintermonaten erfolgt, empfiehlt es sich Winterreifen mitzubestellen oder bei der Abnahme mitzubringen und vor Ort montieren zu lassen. Rechtlich ist die Vorgehensweise nicht zu beanstanden.

Winterreifenpflicht in Deutschland

In Deutschland haben wir lediglich eine situative „Winterreifenpflicht“ . D.h. wer im Winter nur Sommerreifen auf seinem Fahrzeug hat, muss es bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte stehen lassen. Anderenfalls drohen ein Bußgeld von € 40,– sowie ein Punkt im Verkehrszentralregister.

Bei konkreter Verkehrsbehinderung erhöht sich das Bußgeld auf € 80,–. Kommt es wegen der ungenügenden Bereifung zum Unfall mit Personenschaden, drohen empfindliche Geldstrafen und Führerscheinmaßnahmen. Es handelt sich nicht um eine zulassungsrechtliche Ausrüstungsvorschrift des Fahrzeugs, sondern um eine Verhaltensvorschrift, dass bei entsprechender Witterung Winter- oder Ganzjahresreifen (M+S-Reifen) zu benutzen sind. Der gesetzgeberische Appell richtet sich damit nur an den Fahrer. Einen Bußgeldtatbestand für den Fahrzeughalter gibt es nicht. Damit sind die Hersteller nicht verpflichtet ihre Fahrzeuge im Winter mit Winterreifen auszuliefern, soweit nicht ausdrücklich Winterreifen bestellt wurden.



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