Lieferverzug: 1 Jahr

Ich habe folgendes Problem mit einem Möbelhaus:

Im September 2015 habe ich eine Couchgarnitur bestellt, die speziell angefertigt werden musste. Einige Tage nach Vertragsabschluss bekam ich ein Schreiben, welches mir den Liefertermin in der „38.KW 2015 (vom 14.09. bis 18.09.)“ ankündigte. Es fand jedoch keine Lieferung statt. Nach mehrmaligem telefonischen Anfragen im gesamten Oktober und November (bei denen ich immer wieder vertröstet wurde) gab ich es schliesslich auf weiter nachzufragen. Einige meiner Kommilitonen sagten mir, dass hier bereits ein deutlicher Vertragsbruch vorläge und ich nicht mehr zu Abnahme der Ware verpflichtet wäre; das Möbelhaus hat sich jedoch auch nicht mehr gemeldet.

Ich erhielt im Februar 2016 dann ein Schreiben, welches mit „Reklamation“ betitelt war. Mir wurde mitgeteilt, dass ich die „reklamierte Ware“ nun abholen könnte. Bis heute kann mir niemand erklären was es damit auf sich hat. Ich teilte dem Haus die Umstände mit (es war mittlerweile fast ein halbes Jahr vergangen) und dass ich keineswegs eine nicht erklärbare „retournierte Ware“ abnehmen würde. Wiederum fünf Monate später bekomme ich nun einen aggressiven Brief ich solle die Ware abholen, ansonsten würden 25 Prozent Lagerkostenaufschlag entstehen und das ganze per Mahnbescheid eingetrieben. Als ich anrief um das ganze zu klären wurde ich unter anderem verbal attackiert („halten Sie die Schnauze“ = wörtliches Zitat).

Was soll ich nun von all dem halten? Gekauft habe ich die Couch im August, geliefert werden sollte sie im September, wurde sie aber nie, einen Bescheid zur Abholung bekam ich nicht (was nun seinerseits das Möbelhaus behauptet: im September hätte man mir einen Brief für die Abholung geschickt); im Februar bekomme ich einen Brief wegen einer „Reklamation“ und heute eine dreiste Drohung, sowohl telefonisch wie auch schriftlich – ein volles Jahr nach meiner Vertragsunterzeichnung.

Ich weiss inzwischen ich hätte schriftlich eine Nachfrist setzen müssen, um mich rechtlich abzusichern, ich hatte jedoch nie mit einem Rechtsstreit gerechnet. Und selbstverständlich leugnet das Haus jegliche Kenntnis eines Telefonates.

Ein Sofa ist doch auch ein Verbrauchsgut und fällt somit unter die Verbrauchsgüterkaufrichtlinien.Fällt der Fall nicht somit unter europarechtskonformer Anwendung des § 323 Abs. 1 BGB so aus, dass eine tatsächliche Frist zur Nachlieferung nicht gesetzt werden muss und meine telefonische Nachfrage im Oktober als Setzung meines Nacherfüllungsbegehrens anzusehen ist? Aber wie sieht es dann aus wenn das Möbelhaus meine Anrufe leugnet (was es ja auch tut)?

Wie sieht die rechtliche Lage aus? Die Garnitur kostet 1000 Euro, stand wer-weiss-wo (nicht einmal sie selbst wissen was diese „Reklamation“ zu bedeuten hat), ist mittlerweile ein Jahr alt und nun will das Möbelhaus den Kaufpreis per Mahnbescheid „eintreiben“.

Vielen Dank für Ihre Mühe schon im Vorraus!
Nachfragen beantworte ich gerne.

Mit Besten Grüssen



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