Kündigung nach 15 Jahren im Angestelltenverhältnis

Letzte Woche habe ich von meinem Chef erfahren, dass meinen Platz ein neuer Kollege (1 Jahr in der Firma) übernehmen soll/wird. Ich bin seit 15 Jahren in einer leitenden Position in der Gastronomie tätig. Ich habe mir nie etwas zu Schulden kommen lassen, war so gut wie nie krank, habe keine Abmahnung erhalten. Wir haben nachweislich eine sehr gute Arbeit geleistet. Kontinuierliches Wachstum der Firma seit 15 Jahren ! Perfekte Ergebnis bei firmeninternen Kontrollen etc.

Ich bevorzugte einen kooperativen Führungsstil im Team, das wird nicht mehr gewünscht. Jetzt herrscht nur noch Druck und Intriganz bei dem neuen Mitarbeiter der an meinem Platz ist. Es haben innerhalb von zwei Tagen sechs weitere Mitarbeiter gekündigt…katastrophale Verhältnisse.

Ich habe viele viele Beweise gegen meinen Chef (Versicherungsfälle, welche nicht sauber gelaufen sind , illegale Videoüberwachung der Mitarbeiter, Verstöße gegen Ruhezeiten der Mitarbeiter, Unterschlagung von Sozialabgaben etc.)

Ich möchte es natürlich auch erst im „Guten“ probieren. Die schriftliche Kündigung habe ich noch nicht erhalten. Ich solle einen Aufhebungsvertrag unterschreiben mit 2-3 Monatsgehältern Abfindung. Das habe ich sofort abgelehnt, da ich dann ggf. eine Sperre beim AA zu befürchten habe. Weiterhin habe ich 6 Monate Kündigungsfrist zum Quartalsende. Das bedeutet Kündigung (Kündigung Arbeitsvertrag Arbeitnehmer ) am 30.06.15 zum 31.12.2015

Kündigung im Arbeitsrecht bei einem Manteltarifvertrag

Es liegt ein Manteltarifvertrag vor (Systemgastronomie). Da würde ich auf rund acht mir zustehende Monatsgehälter verzichten.
Ich bin sofort aufgefordert worden meinen Resturlaub aus 2014 zu nehmen und habe diesen jetzt bis zum 03.05.2015

Der neue Mitarbeiter arbeitet schon auf meinem Platz!!! Ich bin auf Grund von Mobbing und katastrophalen Zuständen seit mehr als einem Jahr in psychatrischer Behandlung, war aber nie krank geschrieben!
Mein kompletter Jahresurlaub für 2015 steht mir noch zu. Bis zum 03.05.2015 soll ich meinen Chef anrufen und vorschlagen wie wir das beenden wollen. Er möchte sich im „Guten“ einigen und möglichst nicht vorm Arbeitsgericht streiten.

Ich denke eine betriebsbedingte Kündigung mit ordentlicher Kündgungsfrist zum 31.12.2015 wäre sinnvoll. Nun zu meinen Fragen:

  • 1. Wie würden Sie sich an meiner Stelle verhalten? Bin total perplex, da es total überraschend war ohne Vorankündigung oder Gespräch.
  • 2. Welche Abfindungshöhe ist unter diesen Umständen realistisch ?
  • 3. Sollte ich freigestellt werden, darf ich dann schon vor dem 31.12.1 woanders arbeiten ? (ggf. Minijob)
  • 4. Kann die Abfindung auch zu einem früheren Zeitpunkt gezahlt werden oder definitiv erst zum 31.12.2015 ?
  • Macht es Sinn diese auf zwei Raten zahlen zu lassen ?


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One thought on “Kündigung nach 15 Jahren im Angestelltenverhältnis

  1. Erst einmal wartest du jetzt den Zugang der schriftlichen Kuendigung ab. Gekuendigt bist du erst, wenn dir diese zugegangen ist. Eine muendliche Kuendigung (auch E-Mail oder Fax) ist unwirksam. Dann pruefst du, ob die Kuendigungsfrist eingehalten wurde und ob Kuendigungsschutz besteht. Die gesetzliche Kuendigungsfrist betraegt bei dir 6 Monate zum Monatsende. Da offenbar tarifvertraglich eine laengere Frist vereinbart wurde (6 Monate zum Quartalsende), gilt diese statt der gesetzlichen.

    Kuendigungsschutz besteht, wenn der Betrieb regelmaessig mehr als 10 Vollzeitmitarbeiter beschaeftigt. Da dein Arbeitsverhaeltnis dort schon vor dem 1.1.2004 begonnen hat, koennte hier auch noch die Altregelung greifen, bei der bereits bei mehr als 5 Vollzeitkraeften Kuendigungsschutz besteht. Hierzu muessten aber ausser dir noch mehr als 4 weitere Vollzeitkraefte dort weiterhin beschaeftigt sein, deren Arbeitsverhaeltnisse ebenfalls vor dem 1.1.2004 begonnen haben. Bei der Ermittlung der Anzahl der Vollzeitkraefte zaehlen Teilzeitkraefte anteilig, Auszubildende aber gar nicht.Wenn Kuendigungsschutz besteht oder wenn – auch ohne Kuendigungsschutz – die Kuendigungsfrist nicht eingehalten wurde, kannst du innerhalb von 3 Wochen ab Zugang der schriftlichen Kuendigung Kuendigungsschutzklage beim zustaendigen Arbeitsgericht erheben.

    Die Dreiwochenfrist ist unbedingt einzuhalten! Verzichtest du auf eine Kuendigungsschutzklage oder geht diese auch nur einen Tag zu spaet ein, bleibt die Kuendigung genau so wirksam, wie sie ausgesprochen wurde. Die Rechtmaessigkeit der Kuendigung spielt dann keine Rolle mehr weil diese dann nicht mehr gerichtlich ueberprueft wird. Fuer eine Kuendigungsschutzklage benoetigst du keinen Anwalt (den du zumindest in der ersten Instanz unabhaengig vom Ausgang selbst bezahlen muesstest).Einen Anspruch auf eine Abfindung hast du nur, wenn eine solche vertraglich vereinbart wurde oder der Arbeitgeber eine solche gegen Verzicht auf Erhebung einer Kuendigungsschutzklage ausdruecklich angeboten hat. Die Abfindung gegen Verzicht auf Erhebung einer Kuendigungsschutzklage betraegt ein halbes Monatsgehalt fuer jedes Jahr des Bestehens des Arbeitsverhaeltnisses (bei mehr als 6 Monaten ist auf 1 ganzes Jahr aufzurunden).Eine vertraglich vereinbarte Abfindung wird zu dem Zeitpunkt faellig, der vertraglich vereinbart wurde.

    Eine Abfindung gegen Verzicht auf Erhebung einer Kuendigungsschutzklage wird zum Ablauf der Kuendigungsfrist faellig, fruehestens aber nach Ablauf der Dreiwochenfrist zur Erhebung einer Kuendigungsschutzklage. Natuerlich darf der Arbeitgeber die Abfindung auch freiwillig schon frueher zahlen (auch in Raten). Einen Rechtsanspruch darauf hast du aber nicht.Wenn du unwiderruflich freigestellt wirst, darfst du jederzeit eine neue Arbeitsstelle antreten.

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