Hund angefahren – Muss fahrer bezahlen?

Also, die lage ist so, heute wurde ich Zeuge wie der Hund von Freunden überfahren wurde, und zwar ging dass so: Ich und zwei Kollegen standen vor dem Grundstück, am Strassenrand, einer 30 Zone. Auf der anderen Straßenseite lief eine Frau mit ihrem Hund. Dann kam die Hundehalterin mit dem Hund, der sieht den Zweiten Hund auf der anderen Strassenseite, wollte zu ihm, und lief sofort auf die Strasse.

In diesem Moment kam ein auto, und fuhr ihn an. Ich konnte nicht hinsehen, sah nur dass der Autofahrer erst ca. 5 meter weiter zum stillstand kam. Der Hund wurde vom ganzen Auto überrollt, also er kam hinter dem auto wieder zum vorschein, möglicherweise wurde er auch von einem oder beiden Räder getroffen.

Der Hund hat zum Glück überlebt, hat aber sicherlich verletzungen die behandelt werden müssen. Der Autofahrer (schätze ca. 80 jährig) – ganz sicher kein Tierliebhaber – hielt kurz an, schaute ob sein auto schaden genommen hat, (was ich eher nicht glaube) und fuhr dann weiter. Dass der Hund angefahren wurde konnte er sicherlich nicht verhindern, allerdings denke Ich war er nicht bremsbereit, obwohl sich auf beiden seiten der engen Strasse Personen befanden. Und er eine Vollbremsung hat er sicherlich auch nicht gemacht, dann wäre der Wagen früher zum stillstand gekommen.

Kann man ihm eine Schuld zuweisen?? vielleicht auch Fahrerflucht??
Wir waren Fünf Personen die den Unfall beobachtet haben, also genug zeugen.


Antworten auf diese Rechtsfrage

Hm, also die Straftat um die es sich hier handelt ist eine Sachbeschädigung (auch wenn es komisch klingt). Die „Fahrerflucht“ bzw. das unerlaubte Entfernen vom Unfallort dürfte hier nicht einschlägig sein, da es einen „Unfall“ voraussetzt. Nach beinahe einhelliger Rspr. ist ein Unfall nur dann anzunehmen, wenn es sich um ein mit personen – bzw. körperschäden verbundenes Ereignis handelt. Hierbei ist jedoch lediglich (wie oben bereits erläutert) ein Sachschaden an dem Hund entstanden, sodass kein Unfall vorliegt, von dessen Ort er sich hätte entfernen können.
Meines Erachtens liegt damit lediglich eine strafbare Sachebschädigung nach § 303 StGB vor.
Soviel zur strafrechtlichen Seite. Es gibt daneben natürlich noch die zivilrechtliche Seite, auf der es etwas anders aussieht. Denkbar wäre z.B. eine Schadensersatzpflicht des Fahrers, wegen Eigentumsverletzung der Frau. Gehen wir mal davon aus, dass er keinen Vorsatz hatte das arme Tier zu überfahren, so entfällt noch nicht die Haftung nach § 823 BGB. Wenn der Hund von einem Tierarzt versorgt werden musste, dann kann sie die Kosten dafür in Form einer SchaEr-Zahlung in Geld verlangen.
Das alles kann natürlich nur die Frau, der der Hund gehört, durch Klage geltend machen.


Eine Sachbeschädigung ist nur vorsätzlich begehbar. Wieso sehen Sie hier eine vorsätzliche Begehung??

Und natürlich handelt es sich um einen Verkehrsunfall. Bezüglich Ihrer zitierten „einhelligen Rspr. “ würde ich mir wünschen, dass Sie Quellen nennen.

Und hier die Definition für einen Verkehrsunfall:

Ein Verkehrsunfall ist ein zumindest für einen Unfallbeteiligten unvorhergesehenes plötzliches Ereignis, das im ursächlichen Zusammenhang mit dem Straßenverkehr und seinen typischen Gefahren steht und einen Sachschaden oder Personenschaden zur Folge hat, der nicht völlig belanglos ist.


Ein Tier,hier Hund, ist nach BGB § 90a keine Sache.
Jede Beschädigung fremden Eigentums im Strassenverkehr ist ein Unfall.



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