Haftungsfragen Hund

Haftungsfragen Hund

Hallo liebe wwwler!

Vielleicht kann mir jemand zu meiner Frage helfen (was ich sehr hoffe…)
Ich schildere einfach mal den Sachverhalt:
Vor drei Wochen war ich mit meinen Hunden auf einem sog. Hundespielplatz. Mein Hund spielte dort problemlos mit einigen Hunden. Als er dann zum anderen Ende des Platzes laufen wollte, kam plötzlich ein anderer Hund auf ihn zugerannt, um ihn sozusagen zu maßregeln (dieses Verhalten war bereits vorher einige Male passiert, jedoch konnte die Halterin des anderen Hundes diesen immer rechtzeitig abrufen). Es war absolut keine spielerische Komponente und er verletzte ihn dabei recht heftig, es musste sofort eine Tierklinik aufgesucht werden, da es eine sehr tiefe Bissverletzung in der Flanke war, auch der Muskel musste mit genäht werden.

Am nächsten Tag erhielt ich von der Halterin – nach einem Telefonat mit ihrer Versicherung – die Übernahmezusage für die Tierarztkosten.
Gestern – 2,5 Wochen später – erhielt ich Nachricht sowohl von der Halterin als auch von der Versicherungsgesellschaft, dass lediglich eine Übernahme von 50 % erfolgt ist. Die Schadenschilderung in dem Schreiben war auch eine andere als der tatsächliche Schadenhergang, sie hatte lt. Versicherungsschreiben angegeben, dass ihr Hund meinen Hund beim Zusammenspiel spielerisch in das Bein gebissen hätte, was definitiv nicht der Fall war, hierfür gab es auch Zeugen, die den Hergang beobachtet haben und auch das Ausmaß und die Schwere des Bisses lässt auf kein „spielerisches Schnappen“ schließen, so die Aussage meines Tierarztes. Zudem war die Gefahr durch die sehr starke Tiefe der Verletzung, dass Komplikationen und Entzündungen in der Bauchhöhle hätten entstehen können, was glücklicherweise nicht eingetreten ist.

Natürlich weiß ich, dass beim Laufen lassen der Hunde immer ein eigenes Risiko der Gefahrtragung besteht und das beim Spielen lassen der Hunde immer ein Eigenrisiko vorhanden ist. Die Nachsorgekosten, die aufrund der anschließenden Wundbehandlung angefallen sind, habe ich bereits selbst getragen und wollte diese auch nicht zur Regulierung bringen. Weiterhin ging die Versicherung bei den beiden Hunden von einer Haftungsverteilung von 50/50 aus, da die Rassen ungefähr gleich groß sind. Wobei die Haftungsverteilung sicherlich in Anbetracht der Tatsache, dass mein Hund zwar eine ungefähr gleiche Schulterhöhe hat, aber von allen anderen rassebedingten Merkmalen eindeutig körperlich unterlegen ist, mir nicht angemessen erscheint. Zur Information hierzu: bei dem „gegnerischen“ Hund handelt es sich um einen Weißen Schweizer Schäferhund (35-40kg), mit einem sehr dichten Haarkleid, äußerst dichter Unterwolle sowie einem normalen Unterfett. Bei meinem Hund handelt es sich um einen Windhund (< 30 kg) mit sehr geringem Haarkleid, absolut keiner Unterwolle sowie keinerlei Unterfettgewebe. Was mir jedoch jetzt wirklich aufstößt, ist die Mitteilung der Halterin an mich: "Es tut mir sehr leid, aber die Hälfte der Kosten bleibt an dir hängen, weil die Versicherung nur die Hälfte übernimmt... du musst dich wohl mit der Versicherung auseinander setzen" Ich möchte hierbei erwähnen, dass es sich bei gesamten Kosten um ca. 450 Euro handelt. Sicherlich ist es immer eine persönliche Sache, etwas zu regeln, für mich persönlich ist es so, wenn mein Hund einem anderen einen ernsthaften Schaden zufügen würde, wäre für mich die Übernahme der Kosten selbstverständlich, gut, kann man nicht wohl nicht von jedermann erwarten. Aber da ich nun schon ein wenig Angst habe, dass diese Situation wieder auftritt, ich wieder mit meinem Hund in eine Notklinik muss und die Halterin sich auf die 50%-Regelung ihrer Haftpflichtversicherung beruft, möchte ich schon, dass sie sich auch ihrer Verantwortung bewusst wird und das erreicht man meistens wohl nur, wenn es an die eigene Tasche geht... Nun meine weitere Frage dazu: In der offiziellen Platzordnung gibt es u.a. den Absatz "Haftung des Hundehalters Während des Platzaufenthaltes bleibt der Hundehalter stets verantwortlicher Hafter für seinen Hund. Eine Tierhalterhaftpflichtversicherung ist nachzuweisen." Die Anerkennung der Platzordnung muss von allen Personen per Unterschrift bestätigt werden. Gibt es über diese Anerkennung zu dem Passus die Möglichkeit, mich darauf zu berufen, um an die Halterin heranzutreten? Für euren Rat wäre ich sehr dankbar. Fast ist es mir peinlich, weil ich normalerweise nicht so kleinlich bin, aber das Verhalten hierzu macht mich jedoch sehr sauer und für mich sind fast 250 Euro, die ich nun für etwas zahlen soll, wo wirklich kein Eigenverschulden vorliegt, eine Menge Geld. Ich freue mich sehr über eure Antworten oder Meinung hierzu! Vielen lieben Dank im Voraus.



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