Trennung: Auszug aus der gemeinsamen Wohnung

Bei der Trennung von Paaren, verheiratet oder nur als eheähnliche Gemeinschaft. kommt es nicht selten zu Problemen, wenn ein Partner die Wohnung in einer Nacht und Nebel Aktion verlässt.

Ein Hauptmieter – Partner mit eingezogen

Wer sich kennen und lieben gelernt hat, der wird zunächst unregelmäßig und später dauerhaft zusammen wohnen. In diesem Fall gibt es einen Hauptmieter der den Mietvertrag unterschrieben hat und einen Gast, der keinerlei Ansprüche an die Mietwohnung erwirbt.

Ist eine nichteheliche Lebensgemeinschaft beendet, kann der Hauptmieter von demjenigen, der nicht im Mietvertrag steht, den sofortigen Auszug verlangen.

Quelle: Berliner Mieterverein

Das zusammen ziehen birgt also für eine Seite eine nicht unbedeutende Gefahr. Kommt es zum Cut der Beziehung, steht man unter Umständen von heute auf morgen auf der Strasse.

Konstellationen beim Auszug

  • Der Hauptmieter verlangt vom zugezogenen Partner den sofortigen Auszug
  • Der Hauptmieter kündigt den Mietvertrag, der zugezogene Partner muss die Wohnung spätestens zum Ende der Mietzeit mit verlassen
  • Der zugezogene Partner hat keinen Anspruch gegenüber dem Vermieter in den Mietvertrag einzutreten

Zwei Hauptmieter – beide stehen im Mietvertrag

Kann man, wenn seine Ex-Freundin ohne vorherige Ankündigung, in einer Nacht und Nebelaktion auszieht, für einen anderen rechtlich Miete nachfordern? Der Mietvertrag läuft über uns beide und es kam jetzt noch eine Nachzahlung für die Wohnzeit wo wir zusammen wohnten.

Der Auszug ändert nichts an den vertraglichen Pflichten und schon gar nichts am Vertrag selbst. Wenn der Mietvertrag auf euch beide läuft, steckt die Ex da auch nach ihrem Auszug weiterhin voll mit drin, bis der Vertrag geändert oder gekündigt wird. Änderung geht nur, wenn BEIDE Mieter und der Vermieter einverstanden sind. Kündigung geht nur, wenn BEIDE Mieter gemeinsam kündigen.


Gegenüber dem Vermieter seid ihr also beide nach wie vor Vollhafter. Dir gegenüber haftet die Ex weiterhin genau in dem Masse, das ihr vereinbart habt. Wenn ihr also vereinbart habt, dass sie einen Teil der Miete zahlen muss, dann muss sie das auch weiterhin (der Vermieter kann aber auch von dir die gesamte Miete fordern). Ob sie noch dort wohnt oder nicht, ist hierfür völlig unbedeutend.

Bei zwei Hauptmietern und dem Auszug einer der beiden, bleiben alle Rechte und Pflichten aus dem Mietverhältnis bestehen.

Häufig gestellte Fragen zum Auszug aus der gemeinsamen Wohnung

  • Ich möchte aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen, aber mein Partner stimmt der Kündigung des Mietvertrages nicht zu

Nach dem Ende einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft hat man einen Anspruch darauf, dass der ehemalige Partner einer Kündigung der gemeinsamen Wohnung zustimmt. Beide sind nämlich verpflichtet, bei der Kündigung des Mietverhältnisses mitzuwirken.

  • Ein Partner möchte ausziehen aber der Vermieter lehnt die Entlassung aus dem Mietvertrag ab

Ein gemeinsam unterschriebener Mietvertrag kann auch nur gemeinsam beendet werden. Will ein Partner in der Wohnung verbleiben und keinen neuen Mietvertrag unterschreiben weil dann mit einer Mieterhöhung zu rechnen wäre, wird es kompliziert. Wohl gibt es die Möglichkeit einer vertraglichen Regelung der Haftungsfreistellung für den der ausgezogen ist, diese Regelung birgt aber für alle Seiten nur Probleme

  • Der Vermieter kann sich bei Zahlungsaufforderungen, der Nebenkostenabrechnung und auch bei Zugriff auf die Mietkaution weiterhin an beide Partner wenden. Die Haftungsfreistellung hat keine Auswirkungen auf den Mietvertrag, sondern regelt nur Schadensersatzansprüche der Mieter untereinander.
  • Möchte der in der Wohnung verbliebene Partner den Zuzug seines neuen Lebensgefährten, so bedarf es hier der Zustimmung des Vermieters. Rechtlich gelten Lebensgefährten, anders als Ehepartner, als Dritte und der Einzug ohne Erlaubnis des Vermieters könnte eine fristlose Kündigung nach sich ziehen

Die sauberste Möglichkeit ein beiderseitig unterschriebenes Mietverhältnis zu beenden ist, mit dem Vermieter eine Aufhebungsvereinbarung zu vereinbaren. Darin wird der Auszug des einen und der Verbleib des anderen Mieters geregelt.

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