Ehepartner: Mietzahlung bei Auszug eines Partners

Scheidung bedeutet aus der Traum vom gemeinsamen Lebensabend. Nun sind ganz viele Dinge zu regeln. Anwaltsbesuche, Scheidung einreichen um das Sorgerecht für die Kinder muss sich gekümmert werden und zumeist zieht ein Partner sofort oder doch recht zeitnah aus der gemeinsamen Wohnung aus.

Wenn eine Ehe in die Brüche geht stehen einige Fragen ganz oben auf der Todo Liste.

  • Was ist mit den Kindern
  • Wer bekommt das Sorgerecht
  • Wie werden die laufenden Kosten aufgeteilt
  • Wie kündigt man nun am besten laufende Abos und ähnliches

Wer bekommt die gemeinsame Wohnung?

Die Liste ist bei weiten nicht abschließend, in ihr fehlt aber der dann wohl wichtigste Punkt, wo und wie wohnen die Partner zukünftig und wenn einer Auszieht, was wird dann aus der gemeinsamen Wohnung und wer zahlt die Miete.

Pauschal ist dazu eine Aussage nicht möglich, aber das Oberlan­des­ge­richt Bremen hat in einem Fall geurteilt, der sicher auf ganz viele Trennungen zutrifft. Das Urteil unter dem Aktenzeichen 4 WF 184/15 sollte aber nur als mögliche Variante angesehen werden, ob es zum Einzelfall passt kann sicher der Scheidungsanwalt beantworten.

Trennung eines Ehepaares – Ehemann zieht aus

Die Überschrift gibt kurz und knapp das Szenario vor, aber der Reihe nach. Ein Ehepaar lebte zusammen mit ihren Kindern in einer recht großen Wohnung. Bei Trennung des Paares entschloss sich der Ehemann die gemeinsame Wohnung im Januar zu verlassen.

Ehefrau bleibt zunächst in der Wohnung

Um den Kindern in dieser schwierigen Zeit ein angenehmes und sicheres zu Hause zu geben, verblieb die Mutter bis zum Ende der Kündigungsfrist der Mietwohnung dem 30 April des gleichen Jahres zunächst in der Wohnung. Danach zog sie, zusammen mit ihren Kindern in eine kleinere Wohnung.

Trennungs- und Kindesunterhalt

Direkt nach dem Auszug des Ehemanns erhielt sie Trennungs- und Kindesunterhalt, welcher ohne Einfluss der Mietzahlung berechnet wurde. Genau darin sah die Mutter jedoch einen Fehler, schließlich habe sie drei Monate lang die Miete allein gezahlt.

So sahen es auch die Richter. Die Mutter habe vernünftigerweise die Wohnung bis zum Ende der Kündigungsfrist bewohnt und somit sei keine doppelte Miete angefallen. Der Trennungs- und Kindesunterhalt sei aber ohne diese Mietleistung berechnet worden.

Wer nun denkt, der Ehemann sei verurteilt worden die Hälfte der Miete für die drei Monate zu zahlen der liegt falsch.

Differenzbetrag zwischen alter und neuer Wohnung

Die Richter verlangten vom Ehemann lediglich die Differenz der Kaltmiete zwischen der ehemals zusammen bewohnten Wohnung und der nach Ende der Kündigungsfrist von der Mutter neu bezogenen kleineren Wohnung.

Beispielrechnung zur Verdeutlichung:

Mietkosten der alten gemeinsamen Wohnung: 780 Euro
Mietkosten der neuen kleineren Wohnung der Mutter: 540 Euro
Differenzbetrag: 240 Euro
Zahlbar für drei Monate
Urteil zu Ungunsten des Ehemanns: Bitte zahlen Sie 720 Euro zur Beteiligung an den Mietkosten während der Kündigungsfrist der Mietwohnung.




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