Behandlung im Kosmetikstudio: Ultra Short High Frequency Methode

Anfang Januar unterzog ich mich in einem Kosmetikstudio einer Behandlung mit einer „Ultra-Short-High-Frequency“-Methode eines Medizinprodukte-Herstellers. Mit Hilfe dieser Methode wollte ich mir einen Altersfleck im Gesicht entfernen lassen. Drei Wochen später machte ich die Inhaberin des Studios – sie hatte mich behandelt – per E-Mail darauf aufmerksam, dass ich mit dem Verlauf der Heilung nicht zufrieden sei. Außerdem zweifelte ich den Wahrheitsgehalt Ihrer Info an, es sei erforderlich, den „Regenerizer“ der Herstellerfirma (ein flüssiges Konzentrat) unmittelbar nach der Behandlung aufzutragen und damit mehrmals täglich fortzufahren.
Den Regenerizer hatte Sie mir mit diesen Anweisungen verkauft. Ich schilderte ihr, dass die Wunde nach der Anwendung stark zu brennen und zu eitern begonnen habe. (Nach wenigen Tagen hatte ich mich auf mein Gefühl verlassen und das Mittel nicht mehr weiter aufgetragen.) Die Kosmetikerin antwortete ebenfalls per Mail, jede Haut reagiere anders, man könne nie voraussehen, wie lange eine Heilung dauere. Sie arbeite seit 10 Jahren mit dem Gerät und sei sehr zuversichtlich, dass alles gut werde. Das Konzentrat der Firma Danycare sei für die Wundheilung zu dieser Behandlung dringend empfohlen. In Wirklichkeit hatte sie mir das Produkt nicht empfohlen, sondern regelrecht aufgezwungen, weil angeblich unbedingt erforderlich.

Mittlerweile hat sich das Hautbild nachhaltig verschlechtert. Die Wunde ist zwar verheilt, die Färbung aber auffälliger als je zuvor und es hat sich eine Narbe gebildet. Bei Recherchen im Internet stieß ich auf einen Fragebogen und Einverständniserklärung zur Behandlung mit dem angewandten System. Dieser Fragebogen wurde mir niemals vorlegt. Die Erklärung hätte eigentlich von der Behandlerin und von mir, als Kundin, unterzeichnet werden müssen.

Zwar wurde ich vor und während der Behandlung über verschiedene Risiken und notwendige Verhaltensweisen aufgeklärt, aber nach Kenntnis des Fragebogens bin ich erschüttert, wie wenige Informationen ausgetauscht, geschweige denn schriftlich festgehalten wurden. So dürfen zum Beispiel nach der Behandlung für 72 Stunden keine Kosmetika oder vergleichbaren Produkte mit Parfumstoffen etc. auf das behandelte Areal aufgetragen werden. Außerdem ist eine übermäßige Durchfeuchtung zu vermeiden. Der flüssige (!) Regenerizer enthält neben Alkohol auch Parfum.

Ich schrieb die Herstellerfirma zwei Mal an, um zu erfahren, ob sie ihren Kundenkreis (u. a. Kosmetikstudios) verpflichte, dem „Endabnehmer“ den Fragebogen vorzulegen und die Einverständniserklärung von beiden Seiten unterschreiben zu lassen. Die Firma reagierte auf keines der Anschreiben. Den Namen der Kosmetikinstituts hatte ich der Herstellerfirma gegenüber nicht erwähnt, um zu vermeiden, dass „der Bock eventuell zum Gärtner gemacht wird“.

Über die Behandlung existiert nur ein Kassenbeleg, ohne dass die genauen Leistungen deklariert wären. Zeugin der Behandlung ist meine Tochter. Durch den Wortlaut des Schriftverkehrs per E-Mail ist der Behandlerin jedoch nachzuweisen, dass die Behandlung stattgefunden hat.

Welche Rechtsansprüche habe ich? Ich möchte, dass mir zumindest die Behandlungskosten erstattet werden und bin auch in der Lage ein entsprechendes Schreiben sachlich zu formulieren. Kann ich in diesem Zusammenhang, d. h. außergerichtlich und ohne Anwalt, auch eine Schadenersatzforderung geltend machen?

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