Balkonraucher: So erziehen wir sie zu Nichtrauchern

Was fällt euch eigentlich ein ihr Raucher, den friedlichen Nachbarn über und neben Euch den Qualm euer stinkenden Zigaretten um die Ohren zu blasen. Ihr meint wohl, nur weil da vorne ein kleiner Filter am Glimmstengel hängt wäre es getan mit dem Nichtraucherschutz.

Eigentlich wollte ich noch viel schlimmeren Worte über die Raucher verlieren, aber sie sind ja schon arg genug bestraft worden. Zumindest hat der BGH die Türen dazu aufgemacht, wenn auch unter starken Einschränkungen. bevor nun aber alle losziehen und schreiben, ich darf nicht mehr auf meinem Balkon rauchen sei gesagt, das haben die Richter so nicht gesagt.
Wenn ein Nachbar erheblich durch den Zigarettenqualm gestört wird, wenn eine wesentliche Beeinträchtigung vorliegt, dann kann es unter Umständen dazu kommen, dass ein zeitweises Rauchverbot auf dem Balkon ausgesprochen wird.

Der Fall wurde vom Bundesgerichtshof an das entsprechende Landgericht Potsdam zurück befördert. Die Richter dort müssen nun feststellen, wie sehr die Nachbarn durch den Rauch gestört wurden und welchen rauchfreien Zeiten angemessen sind. Das kann und wird sicher nicht einfach und für jeden weiteren Fall auch jeweils eine Einzelfallentscheidung werden.

Das Urteil ist wachsweich und dehnbar wie ein Kaugummi. Es heißt u.A.:
Was unter einer „wesentlichen Störung“ zu verstehen ist, hänge vom Empfinden eines durchschnittlich verständigen Menschen ab. Im Einzelfall müssen darüber dann wieder die Gerichte entscheiden.

Und das gibt wieder Klagen bei den Amts-/Landgerichten. Es muss eine ernsthafte, gesundheitliche Belästigung des Nachbarn vorliegen !?! Aber man kann ja in seiner Wohnung rauchen, trotz Verbot im Mietvertrag. Aber es muss im Rahmen bleiben:
Rauchen in der Mietwohnung – künftig unzulässig? | Mietrecht & Wohnungseigentumsrecht

Zitat:
Grundsätzlich gehört das Rauchen in der Mietwohnung nach der Rechtsprechung des BGH zum vertragsgemäßen Mietgebrauch (BGH, Urt. v. 28.06.2006 – VIII ZR 37/07).“

Szenario
Rauchen verboten. Jetzt stelle ich mich auf die Strasse vor einem Balkon meines bösen Mitbewohners. Der Wind ist günstig und der Rauch weht schön in Nachbars Wohnzimmer…. Wie würde jetzt entschieden werden… !?! Einfach lustig.

Zu:….“Aber trotzdem soooo schlimm ist der Geruch aus unmittelbarer Nähe auch nicht. „…

Ich glaube, hier geht es nicht nur um Geruchsbelästigung, sondern auch um das Gasgemisch, was sich „würziger Dunst“ nennt, an sich. Als Nichtraucher habe ich keine Lust Schwebeteilchen mit eventl. karzinogenen Stoffen einzuatmen, die vermeidbar sind. Der Druck, der auf die Raucher zurzeit ausgeübt wird, ist m.M. nach vollkommen richtig und dient deren Gesundheit. Wir haben es hier mit einem Suchtproblem und Suchtverhalten zu tun, aus dem der Raucher häufig nicht von alleine rauskommt.

Teufelskreislauf:
Nikotinaufnahme —> Gehirn —> Hormon Dopamin wird ausgeschüttet —> Zufriedenheit und psychischer Genuss —>
Bedürfnis zu einem konstanten Nikotinspiegel —–> Entzugssymptome (Gereiztheit, Hunger,Wut,Unruhe, schlechte Konzentrationsfähigkeit) —> Nikotinaufnahme —-> Gehirn —> Hormon Dopamin wird ausgeschüttet —-> usw. usw..

Aber ich kenne natürlich, dass Gegenargument der Süchtigen:“Wenn ich heute mit dem Rauchen aufhören will, dann kann ich es sofort tun. Kein Problem“!
Nun, ich habe unzählige von diesen sich selbst belügenden Genussrauchern in meinem Leben kennengelernt. Die Hälfte schaffte es bis heute nicht, trotz ärztlichem Rat, mit der Qualmerei aufzuhören. Das geht eben nicht so einfach, wenn man süchtig nach etwas ist.

Mein Tipp:
Ich habe folgende dauerhafte Entzugs-Vollerfolge bei starkrauchenden Bekannten erlebt, welche folgendes gemacht haben
01. Hypnose (Hätte ich nicht für möglich gehalten)
02. a) über einen längeren Zeitraum stufenweise auf Zigaretten mit immer weniger Nikotin umsteigen, bis die Zigarette nicht mehr schmeckt. b) Dann zum Arzt und Nikotinpflaster verschreiben lassen. Der Arzt muss ca. 7-14 Tage lang den Entzug dann zusätzlich täglich mit Blutdruckkontrollen z.B. begleiten



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