Vertrag zustande gekommen?

Vertrag zustande gekommen?

Guten Morgen,

ich hätte da mal eine kleine Frage zu dieser AGB.

1. Geltung, Vertragsschluss
1.1 Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) für die Nutzung des Portals „***“ gelten für alle Verträge, die ab dem 08.07.2010 zustande kommen. Sie gelten nicht für Verträge, die vor diesem Datum geschlossen worden sind und sich nach diesem Datum automatisch verlängern.
1.2 Der Vertrag zwischen dem Nutzer und der *** GmbH, ***straße *, über die Dienstleistungen (Service) im Rahmen der Single-Plattform „***“ kommt zustande, wenn der Nutzer die Allgemeinen Geschäftsbedingungen auf der betreffenden Anmeldeseite („Authentifizierung“) der Internetseite „***“ mittels Mausklick (Häkchen) akzeptiert und nach Eintrag der weiteren Pflichtangaben in das Anmeldeformular (insbesondere Identität, Bankverbindung, Freischaltcode) den Absende-Button betätigt.
1.3 Nach Eingang der kostenlosen Anmeldung erhält der Nutzer eine Bestätigung an die von ihm angegebene Email-Adresse. Ohne oder bei falscher Angabe der Email-Adresse kann die Prebyte Media GmbH bei eventuell auftretenden Problemen keinen Kontakt mit dem Nutzer aufnehmen und der Ablauf kann verzögert werden.
1.4 Der Nutzer ist verpflichtet, bei der Anmeldung wahrheitsgemäße Angaben zu machen. Werden falsche Angaben gemacht, ist die Prebyte Media GmbH berechtigt, die Daten des Nutzers sofort zu löschen und ggf. Anzeige zu erstatten und Schadensersatz zu verlangen.
1.5 Dem Nutzer steht ein Widerrufsrecht von 2 Wochen zu (siehe Belehrung in Ziffer 11).
So. Nehmen wir an, man hat keine Angaben zu den Punkten „Identität, Bankverbindung, Freischaltcode, …“ usw. gemacht, sondern lediglich sein Geburtsdatum, sein Geschlecht und seine Postleitzahl eingegeben. In der Bestätigungsemail, in der man sein Profil aktivieren muss, steht jedoch unten folgendes:


Widerrufsbelehrung

Widerrufsrecht: Sie können Ihre Vertragserklärung innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen in Textform (z.B. Brief, Fax, E-Mail) widerrufen. Die Frist beginnt nach Erhalt dieser Belehrung in Textform, jedoch nicht vor Vertragsschluss und auch nicht vor Erfüllung unserer Informationspflichten gemäß Artikel 246 § 2 in Verbindung mit § 1 Abs. 1 und 2 EGBGB sowie unseren Pflichten gemäß § 312e Abs. 1 Satz 1 BGB in Verbindung mit Artikel 246 § 3 EGBGB. Zur Wahrung der Widerrufsfrist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs. Der Widerruf per Brief ist zu richten an: *** oder per Email an ***@***.de.

Widerrufsfolgen: Im Falle eines wirksamen Widerrufs sind die beiderseits empfangenen Leistungen zurückzugewähren und ggf. gezogene Nutzungen (z.B. Zinsen) herauszugeben. Können Sie uns die empfangene Leistung ganz oder teilweise nicht oder nur in verschlechtertem Zustand zurückgewähren, müssen Sie uns insoweit ggf. Wertersatz leisten. Dies kann dazu führen, dass Sie die vertraglichen Zahlungsverpflichtungen für den Zeitraum bis zum Widerruf gleichwohl erfüllen müssen. Verpflichtungen zur Erstattung von Zahlungen müssen innerhalb von 30 Tagen erfüllt werden. Die Frist beginnt für Sie mit der Absendung Ihrer Widerrufserklärung oder der Sache, für uns mit deren Empfang.

Besondere Hinweise: Ihr Widerrufsrecht erlischt vorzeitig, wenn der Vertrag von beiden Seiten auf Ihren ausdrücklichen Wunsch vollständig erfüllt ist, bevor Sie Ihr Widerrufsrecht ausgeübt haben.
Man hat doch aber laut AGB noch garkeine Vertragserklärung gemacht, da diese erst bei Angabe der oben genannten Punkte erfolgt?
Normal ist noch kein Vertrag zustande gekommen, oder?



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Ich habe die AGB und Datenschutzerklärung gelesen und akzeptiert

10 thoughts on “Vertrag zustande gekommen?

  1. Richtig, aber nach der Anmeldung soll man ja, um Nachrichten usw. erhalten zu können, den Nachrichtenservice „freischalten“ indem man per Handynummer einen Freischaltcode zugeschickt bekommt und anschließend weitere Informationen von sich preisgibt. Und erst ab da kommt ein Vertrag zustande und es wird kostenpflichtig. Seh ich das so richtig?

  2. Es kommt darauf an ob sie den 14tägigen Testzugang abgeschlossen haben.
    Siehe AGB:
    Zitat:
    Möchte der Nutzer diesen Nachrichten-Service nutzen, muss er zumindest einen zweiwöchigen Test des Nachrichten-Service buchen.
    Zitat Ende.

    Sollten sie das Test-ABO abgeschlossen haben, muss dieser innerhalb der 14 Tage gekündigt werden.
    Auch ein Test-ABO muss gekündigt werden da sich diese immer automatisch nach der Testzeit in ein reguläres Abo umwandeln.

    Ist man erst einmal in den Fängen dieser Single-Börse, kommt man sehr schwer wieder raus.
    Die nächste Stufe,auch hat man widerrufen oder gekündigt, sind Mahnschreiben einer „bekannten“ Anwaltskanzlei.

  3. Müssen denn nicht nach Drücken auf „kostenlos Anmelden“ in einer weiteren Maske die verbindlichen Daten eingetragen und dann mit Button „Absenden“ verschickt werden?

  4. Habe mich lediglich angemeldet, ohne diesen 14tägigen Test des Nachrichten-Services in Anspruch zu nehmen. Also kein Vertrag und somit brauch in nicht widerrufen, oder?
    Nein, man KANN danach auf freiwilliger Basis seine Postleitzahl, Geburtsdatum, Vornamen usw. angeben, die weiteren Informationen wie Bankleitzahl oder richtiger Adresse muss man erst eingeben, wenn man diesen Nachrichten-Service in Anspruch nimmt.

    Nur in der Bestätigungsemail, nachdem in mich kostenlos angemeldet habe, steht unten eine Widerrufsbelehrung, in der steht wie ich meine Vertragserklärung widerrufen kann. Und das ist es was mich irritiert, denn normal habe ich noch keine Vertragserklärung abgegeben, oder etwa nicht?

     

  5. Bei den Erfahrungsberichten, die ich in den letzten Jahren in Bezug auf Flirt-Fever gelesen habe, bin ich mir da nicht so sicher.
    Allgemein wird Flirt-Fever zu den ABO-Fallen gerechnet.

  6. Hm, danke für die Hilfe aber eine Frage hätte ich noch.

    Ich bin ja eh minderjährig, d. h. der Vertrag ist schwebend unwirksam. Wenn ich bald 18 werde, ich aber noch zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses 17 war, müsste der Vertrag immer noch schwebend unwirksam sein und die Eltern müssten zustimmen, richtig?

  7. Wie @rudido schreibt eine wichtige Information die sie hätten mitteilen müssen.
    Es stimmt, die Erziehungsberechtigten müssen einem Vertrag zustimmen.
    Aber, das will nicht heissen das sie aus dem Schneider sind.
    Was viele vergessen, es gibt immer noch die Deliksthaftung.
    Auch wenn man minderjährig ist, so kann man doch zu Schadensersatz herangezogen werden.
    Hier gäbe es z.B. § 242 BGB (Leistung nach Treu und Glauben) eine Haftungspflicht.
    Und dann war da noch § 828 BGB (Minderjährige)
    Zitat:
    (…)
    (3) Wer das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, ist, sofern seine Verantwortlichkeit nicht nach Absatz 1 oder 2 ausgeschlossen ist, für den Schaden, den er einem anderen zufügt, nicht verantwortlich, wenn er bei der Begehung der schädigenden Handlung nicht die zur Erkenntnis der Verantwortlichkeit erforderliche Einsicht hat.
    Zitat Ende.

    Da sie sehr wohl wissen was sie getan haben und auch Kenntnis der rechtlichen Konsequenzen haben, denke ich das sie, auch wenn sie minderjährig sind, im Ernstfall ein Problem haben.

  8. Dann müsste aber auch ein Anspruch aus unerlaubter Handlung bestehen. Eine von @derchriz begangene unerlaubte Handlung gem. §823 BGB kann ich hier nicht erkennen.

  9. Nö, ich wusste eben nicht was ich getan habe, da ich gedacht habe die Anmeldung ist kostenlos und unverbindlich. Erst als ich die Bestätigungsemail bekommen habe las ich was von Widerrufsrecht und habe mich dementsprechend informiert.

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