Rechtliche Haltbarkeit bei Schuldzuweisung bei nicht gesagter Mietwagendrosselung

Ich bin in einer Autovermietung für PKW und LKW tätig.
Der Kunde hat einen Transporter/Sprinter angemietet. Es bestand telefonischer Kontakt zur Kollegin, die die Reservierung vorgenommen und schließlich eine Reservierungsbestätigung per Mail rausgegeben hat.
Es beinhaltete einen Preis für zwei Tage inkl. der Reduzierung der Selbstbeteiligung im Schadens- oder Diebstahlsfall auf 0,00 €.
Bei der Anmietung sagte der Kunde, die eine Aushilfskraft durchgeführt hat, aber ich daneben stand, er hätte aber für drei Tage den Preis gefordert. Ich habe ihn also darauf hingewiesen, dass in seiner Reservierungsbestätigung die Details zum Preis stehen. Wann, wie lange und wo gemietet wird und dass sich der angegebene Preis auch nur auf dieses schriftliche Schreiben bezieht.
Er wollte also seine Anmietung über ein paar Stunden verschieben, um keine zusätzlichen Kosten zu haben.
10 Minuten später kam er zurück und er nimmt den Sprinter nun doch bereits vorher mit. Ich habe ihn also darauf hingewiesen, dass sich der Mietpreis erhoeht, wenn er länger als 48 Stunden den Sprinter nutzt.

Er kam nicht zur vereinbarten Zeit, in der unsere Rücknahmestation nicht besetzt gewesen wäre, sondern am nächsten Tag Morgens.
Ich habe mir mit ihm den Transporter angesehen, um evtl. Schäden festzustsellen, um zu kontrollieren, ob der Tank voll ist (was Bestandteil einer Anmietung ist) und um den Kilometerstand zu kontrollieren.
Daraufhin hat er mir ein von ihm aufgesetztes Schreiben vorgelegt, in dem ich bestätige, dass der Tank voll ist, die Kilometer bestätigt wurden und dass es keine Schäden gibt. Das habe ich unterschrieben.
Er hat mich dann gefragt, ob ich wüsste, dass der Tranpsorter auf 120 km/h gedrosselt ist. Ich erwiderte, dass viele unserer Transporter gedrosselt sind.
Daraufhin erzählte er mir die Geschichte, dass er glaubt, geblitzt worden zu sein, aufgrund des Fahrzeuges auf der anderen Spur auf der Autobahn. Er habe viele Punkte in Flensburg und Angst um seinen Führerschein. Ich fragte, auf wieviel die Straße begrenzt gewesen wäre und er sagte „so bei 100 km/h“. Also legte er mir ein von ihm aufgesetztes Schreiben vor, indem ich bestätigen sollte, dass er bei der Anmietung nicht wusste, dass der Transporter auf hoechstens 125 km/h gedrosselt worden wäre und das ihm das nicht gesagt wurde.
ICh habe daraufhin einen meinen Fahrzeugpfleger beauftragt zu prüfen, ob dieser Transporter gedrosselt ist. Mein Fahrer ist zusammen mit dem Kunden also auf die Autobahn gefahren und ja, das Fahrzeug ist gedrosselt. Während dieser Fahrt hat er auch dem Fahrzeugpfleger die Geschichte mit dem Blitzer erzählt.
Nun gut, da es so war, dass es ein gedrosseltes Fahrzeug ist, dies geprüft wurde und ja, s ihm nicht bei der Anmietung durch unsere Seite gesagt wurde, habe ich es leichtsinnigerweise und im naiven Glauben es handele sich wirklich um die Angst um den Führerscheinverlust beim Kunden unterschrieben.
Zu diesem Zeitpunkt stand ein anderer Fahrzeugpfleger bei mir im Büro.
Daraufhin bat der Kunde um ein „Gespräch unter 4 Augen“, also habe ich den Fahrzeugpfleger rausgeschickt.
Dann eroeffnete mir der Kunde, dass er diese Unterschrift haben wollte, nicht weil er geblitzt wurde, sondern weil er der Meinung ist, dass ich ihn eine lebensbedrohliche Situation geführt habe, da ich ihm nicht sagte, dass der Transporter gedrosselt war. Er hätte auf der Autobahn links überholen wollen, dort wäre der Transporter dann gedrosselt gewesen und weil die Autos hinter ihm dann abbremsen musste, hätte seine Frau Todesängste erlitten.
Er ist der Meinung, dass ich dies verschuldet hätte und er gibt mir nun zwei Moeglichkeiten:
Entweder ich reduziere ihm den Mietpreis auf 2 Tage oder aber sein Anwalt schickt ein Schreiben entsprechend heraus.
So und um das Ganze nun moeglichste präzise in eine Frage zu packen:
1. Ich sehe den Mieter in der Verpflichtung, dass er sich bei einem Leihfahrzeug mit den Gegebenheiten eines Fahrzeuges vertraut macht. Dies schließt sowohl Dinge wie Blinker, Beleuchtung, Spiegel (Rück- und Außen), Handbremse und auch Motorisierung und Leistung ein. Sehe ich das richtig?
2. Sollte diese beschriebene Situation so gewesen sein, dann sehe ich den Mieter ebenso in der Verpflichtung, vorausschauend zu fahren und wenn Autos auf der linken Spur angerast kommen, dass man mit einem Risiko ausschert, dass man sie ausbremst, vor allem wenn man sich scheinbar nicht mit Beschleunigungsverhalten des Leihfahrzeuges vertraut gemacht hat und es augenscheinlich so nicht einschätzen konnte. Richtig?
3. Inwieweit kann der Kunde mir nun einen Strick daraus drehen?
4. War dies eine Erschleichung der Unterschrift meinerseits, die er auch bei meinen Fahrzeugpflegern so begründet hat und mit einer Androhung von Rechtskonsequenzen unter „4 Augen“ endete?



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