Kostenloser Download: Kind schließt ohne Wissen der Eltern Vertrag im Internet ab

Hallo, mein Kind, 13 Jahre alt, hat im Internet einen angeblich kostenlosen Download machen wollen. Da das „Kostenlos“ nicht zu bedienen war, ohne das Geburtsdatum einzugeben, gab mein Kind auch noch das Datum ein. Das Problem daran war, dass Jahreszahlen vorgegeben waren, und 1996 nicht dabei war. Also war mein Kind so „schlau“, auf die nächstmöglichste Möglichkeit zu gehen, nämlich 1991. Mein Kind kam nicht darauf, dass es damit volljährig sein muss, schickte also aus Dummheit heraus ein falsches Geburtsjahr ab, ging auf das „kostenlos downloaden“

Rechtstipp: Keine Angst vor unbeabsichtigten Verträgen beim Kostenlosen Download

und bekam die Mitteilung, dass es nun Mitglied sei und Geld zahlen müsse.
Vor Angst schaltete mein Kind den Computer aus und ignorierte das Ganze.

Die Folgen einer Anmeldung zum kostenlosen Download als Minderjähriger

Heute kam auf die E-mail – Adresse meines Kindes eine 2. Mahnung, das Geld sofort zu zahlen, ansonsten werden in der nächsten Woche rechtliche Schritte eingeleitet. Das 14tägige Widerrufsrecht wäre nicht in Anspruch genommen worden, also seien nun die Kosten fällig, die 1. Mahnung sei auch ignoriert worden und jetzt wäre dies die letzte Mahnung vor rechtlichen Schritten.

Gelöste Rechtsfrage: Falsche Altersangabe bei Vertragsabschluss

Das Rücktrittrechts unter Falscheingabe des Alters bei Vertragsabschluss

Erst jetzt getraute sich unser Kind, uns Bescheid zu sagen, was vor ein paar Wochen passiert war. Jedoch hatte es KEINE BESTÄTIGUNGSMAIL erhalten gehabt über den Abschluss mit der Mitgliedschaft, sonst hätte es uns früher Bescheid gegeben, denn dann wäre das mit dem 14tägigen Rücktrittrechts vielleicht noch zu erkennen gewesen.

Widerspruchsfrist für Verträge Minderjähriger

So ist nun aber die Widerspruchsfrist für einen Vertrag, den wir als Eltern nie gesehen haben, abgelaufen. Zudem ist unser Kind erst 13 Jahre alt, noch nicht voll geschäftsfähig und auch nicht haftbar.

Download

Wie diese Internetgesellschaft gesagt hat, hätten aber wir als Eltern die Haftung dafür zu übernehmen, zudem sei es vom Alter her auch noch Falschangaben gewesen, was die Sache noch schlimmer machen würde.


Jetzt sind wir natürlich verzweifelt, wie da unser Recht aussieht. Mein Kind wollte lediglich was kostenlos downloaden (wo er eigentlich von uns aus ein großes Verbot hatte, überhaupt im Internet IRGENDETWAS von uns nicht Erlaubtes downzuloaden). Die Internetgesellschaft meinte, dass er hätte sehen müssen, dass er Mitglied bei ihnen sein müsste um downloaden zu können und hätte sich dementsprechend unter Angabe eines falschen Alters in die Mitgliedschaft eingetragen, was sogar strafbar wäre.

Tipp der Redaktion: Lesen Sie unsere Serie Abofallen im Internet: Kostenloses Forum Abofallen

Was ist da nun zu tun? Da wir als Eltern von Nichts etwas wussten, kann man uns da trotzdem heranziehen, wenn unser Kind solch einen Mist baut mit dem Downloaden?

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Ein Kommentar zu “Kostenloser Download: Kind schließt ohne Wissen der Eltern Vertrag im Internet ab

  1. Gratisrecht.de Post author

    Hallo und herzlich Willkommen im Rechtsforum.
    Wir können sie beruhigen.
    Bis zum 14 Lebensjahr sind Kinder nicht in der Lage Verträge zu vereinbaren, die ihnen eine Zahlungspflicht auferlegen. Abgeschlossene Verträge dieser Art werden schwebend von der Genehmigung der Eltern 14 Tage offen gehalten. Danach gilt die Erklärung der Eltern automatisch als verweigert und es ist kein rechtsgültiger Vertrag zustande gekommen.
    Die Falscheingabe des Kindes beim Alter spielt dabei keine Rolle!

    Sie als Elternteil sollten nun dem Anbieter schriftlich erklären, dass dem Vertrag die Einwilligung des Erziehungsberechtigten fehlt, ihr Kind ohne Ihr Wissen diesen Vertrag abgeschlossen hat und sie diesem nicht zustimmen.
    Es ist wichtig dabei klar zum Ausdruck zu bringen, dass sie keinerlei Forderungen akzeptieren werden, das Einschalten eines Inkassounternehmen oder Anwaltes gegen die Schadensminderungspflicht verstoße und auch diese Kosten nicht von ihnen getragen werden.

    Damit ist die Sache für sie erledigt, für die Gegenseite aber noch lange nicht.
    Handelt es sich bei dem Anbieter um einen der bekannten Abzocker, so werden sie zukünftig Mahnung erhalten, sie werden über die strafbare Handlung ihres Kindes mit erfundenen oder falsch wieder gegebenen Urteilen überhäuft und mit Lohnpfändungen, Schufaeinträgen und ähnlichem unter Druck gesetzt.

    Geben sie diesen Schreiben keine Beachtung. Unter 14 ist ein Jugendlicher strafunmündig und auch die Eltern sind für seine Aktion nicht haftbar zu machen.
    Die Akten der Verbraucherzentralen sind voll von solchen Fällen und es gab bisher noch nie eine Gerichtsverhandlung zu einem solchen Fall, da der Ausgang schon vorab klar wäre.

    Sollten sie dennoch ein Inkassoschreiben oder ein Brief vom Anwalt bekommen, teilen sie auch diesen den Umstand mit, dass sie ihr Einverständnis zum Vertragsabschluss ihres minderjährigen Kindes dem Anbieter gegenüber ausdrücklich verneint haben.
    Das machen sie einmal, dann reagieren sie auf keine Emails und keine Briefe mehr.

    Einzig wenn ein gerichtliches Mahnschreiben kommt, müssen sie binnen 14 Tagen Einspruch einlegen.
    Keine Sorge, so einen Mahnbescheid kann jeder, sogar online für 25 Euro beantragen. Das Gericht prüft dabei nicht die Rechtmäßigkeit der Forderung. Das würde erst in einem späteren Verfahren, zu dem es nie kommen wird, erfolgen.

    Sollten sie noch Fragen haben helfen wir ihnen gern weiter.

    Ihr Support Team

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