Bedingungen im Schenkungsvertrag sittenwiedrig?

Bedingungen im Schenkungsvertrag sittenwiedrig?

Unsere Situation:
Meine Frau und ich haben uns entschieden, ein Einfamilienhaus zum Selbstbewohnen zu bauen (bislang leben wir in Miete).
Meine Eltern haben sich daraufhin entschlossen, eines ihrer Baugrundstücke und ein kleines Startkapital auf mich zu Übertragen (per Schenkungsvertrag). Ich habe noch einen Bruder, der ebenfalls ein Grundstück erhalten soll.
Eine häusliche Pflege der Eltern soll nicht an die Schenkung gekoppelt werden.
Daraufhin haben wir mit der Planung begonnen und nun einen genehmigten Plan erhalten, mit dem wir jetzt zum Bauen anfangen wollten.

Unser Problem:
Das Grundstück gehört noch meinen Eltern (gemeinsam). Mein Vater stellt für das Überschreiben des Grundstückes nun aber plötzlich Bedingungen, die vorher nicht vereinbart waren. Erst mal ist das sein Recht, da er bestimmen kann, ob er das Grundstück verschenkt oder nicht.

Die Bedingungen:

Baubeginn innerhalb von 6 Monaten.
Bauträger muss ein bestimmter, von ihm festgelegter Bauunternehmer sein.
Eigenleistung darf nur bei bestimmten Gewerken erbracht werden.

Nun ist es so, dass unsere Lebensumstände einen Baubeginn um ca. 3 bis 6 Monate später erfordern, da es sonst eng mit der Finanzierung werden würde.

Auch der Bauträger, der wesentlich überteuert ist und dessen bisheriges Angebot „Fehler“ zu seinen Gunsten enthält (falsch berechnete Mengen, versteckte Kosten, nichteinhalten von zuvor unverbindlich gemachten Zusagen), genießt bei mir kein besonderes Vertrauen. Ein anderes Angebot eines bekannten Bauunternehmers liegt vor und ist wesentlich besser bei gleicher Qualität, darf aber laut gewünschtem Schenkungsvertrag nicht angenommen werden.

Die Eigenleistung, die wir erbringen können, liegt insbesondere in den Bereichen, in denen wir laut gewünschtem Schenkungsvertrag eben keine Eigenleistung erbringen dürften. Jedoch wären hier mindestens 20.000 EUR zu sparen (wir haben auf Seiten meiner Frau drei Maurer und einen Zimmermann in der Familie, die weitgehend umsonst mithelfen würden).

-> Würden wir später mit dem Bau beginnen, möglichst viel Eigenleistung (mit der Familie) bringen und den anderen Bauunternehmer beauftragen, so würden wird bei unserer Finazierung die Raten für den Krediet notfalls auch mit einem Gehalt abbezahlen können. Andernfalls würde es fast beide Gehälter erfordern, den Krediet in annehmbarer Zeit (25 Jahre) abzubezahlen. Da wir ein Kind haben und wir uns noch ein weiteres wünschen, und wir auch einen Pflegefall in der Familie sowie weitere Kosten aus verschiedenen Richtungen nicht ausschließen können, wäre es aus meiner Sicht ein Fehler, auf die Forderungen meines Vaters einzugehen.

Meine Fragen:

Soll ich auf die Bedingungen eingehen, dass es keinen weiteren Streit gibt? Er hat insbesondere Angst, Einfluss zu verlieren und findet es undankbar, dass sein „Angebot“ nicht angenommen wird.
Ist ein derartiger Vertrag nicht sittenwiedrig? Schließliech verschlechtert er ggf. sogar unsere Lebensumstände.

Ich weiß nicht, was ich tun soll? Wenn ich nun nein sage, dann wird ewig gestritten, warum ich so undankbar bin. Sag ich ja, passiert es im Extremfall, dass das Haus wieder verkauft werden muss und wir nichts mehr haben (kein Geld und kein Grundstück).



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