Anzahlung für ein Tattoo zurück bekommen?

Ich habe in einem Tattoo-Studio Termine für ein Tattoo gemacht. Diese waren Ende August/Anfang September. Ich leistete eine Anzahlung von 100€ per EC Karte mit Pin. Das war am 24.6.
Am 30.6. stellte mein Arzt fest, das ich schwanger bin und nicht tätowiert werden darf. Daraufhin sagte ich die Termine am 1.7. ab und sie waren sehr verständnisvoll.

Gestern rief ich dann an, weil mir das mit der Anzahlung wieder einfiel. Sie würden nichts mehr zurück zahlen, würde auch in dem Kärtchen stehen, was ich bekommen habe. Sagte, das in 1 bis zwei Jahren (in denen ich nicht gestochen werden kann) ja viel passieren kann (der Laden
geht in Insolvenz etc) und ich das Geld jetzt besser gebrauchen kann…und das ich dachte, das im Kärtchen nur Tips, wegen der Tätowierung stehen.
Ich soll heute noch mal mit der Chefin telefonieren…

Auszug aus den Geschäftsbedingungen

Ein Vertrag zur Fertigung eines Tattoo`s kommt zustande, wenn der Kunde den Entwurf für das Tattoo in Auftrag gibt und einen Termin vereinbart. Die Beauftragung ist durch die Zahlung einer Anzahlung seitens des Kunden nachgewiesen. Mit einem Gebot geht der Kunde einen rechtsverbindlichen Kaufvertrag ein.

Anzahlung bei Terminvereinbarung

Bei Terminvereinbarung ist eine Anzahlung von mindestens 50€ zu zahlen. Bei Nichteinhalten des Termins behalten wir die Anzahlung ein. Bei Terminverlegung bis 3 Tage vor dem Termin wird die Anzahlung gutgeschrieben. Im Fall von Krankheit wird die Anzahlung nur gutgeschrieben, wenn ein ärztliches Attest vorgelegt wird. Es wird keine
Anzahlung zurückgezahlt!

  • Punkt 1: er hatte noch keine Arbeit geleistet, außer mit dem Stift Termine aufzuschreiben. Eine Zeichnung etc. hat er auch noch gar nicht angefangen…
  • Punkt 2: kann man nicht von jedem Kaufvertrag innerhalb von zwei Wochen zurücktreten?!

Fragen zur Rückzahlung der Anzahlung

  • Wie sieht es nun bei mir aus?
  • Wer kann mir helfen?


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Ich habe die AGB und Datenschutzerklärung gelesen und akzeptiert

6 thoughts on “Anzahlung für ein Tattoo zurück bekommen?

  1. Erstens. Ein Kaufvertrag ist das nicht, es ist ein Dienstleistungsvertrag, da hier keine Lieferung geschuldet wird, sondern eine „erfolgreiche“ Dienstleistung.

    Zweitens: Die Anzahlung war auf die Erbringung der Dienstleistung gerichtet. Das ist keine Vertragsabschluss, sondern nur ein Angebot auf einen Vertragsabschluss. Details wurden ja noch nicht abschließend geregelt. Da gibt es also nichts zu kündigen.

    Drittens: Jetzt ist die Anzahlung eine zinsloser Kredit.

    Viertens: Die Dienstleistung kann jetzt nicht mehr erbracht werden, da Sie ja an einen Termin gebunden war. Den können Sie nicht mehr einhalten- > Unmöglichkeit nach BGB

    Fünftens: Alle Alltagsverträge sollten man mit zwei Unterschriften auf einen Stück Papier haben. Ein „Kärtchen“ genügt nicht. Immerhin geht es auch um einen Teil Ihres Körpers, um Ihre Gesundheit.

    Sechstens: Nein, man kann nicht innerhalb von zwei Wochen von allen erdenklichen Verträgen zurücktreten. Auch nicht von allen erdenklichen Kaufverträgen. Auch nicht von erdenklichen Dienstverträgen.

    Fragen Sie sich folgendes (denken sie gut nach): Hat das „Kärtchen“ VOR der Geldübergabe vor Ihren Augen gelegen und haben Sie sie GUT durchgelesen? Haben Sie DANACH den Hunderter herübergereicht? JA oder NEIN? (Das wird interessant wenn es zum Rechtstreit kommt.)

    Sie können natürlich auch ohen Gericht ihr Geld zurückfordern. Tun Sie das schriftlich mit Nachweis der Ablieferung des Briefes (das nennt man Einwurfeinschreiben). Setzen Sie eine Frist (net zu lange, gell?). Und telefonieren Sie nicht. Die Diskussionen haben ja zu nichts geführt.

  2. Das gehört noch mit zur Beratung. Denk z.B. an eine Einbauküche. Den individuellen Plan zu erstellen (trotz EDV) braucht auch schon 2-3 Stunden und ist kostenlos. Auch bei Nichtkauf.
    Du wirfst hier einige Sachen durcheinander. Wenn ich einen Flug buche habe ich einen Vertrag geschlossen ! Erst wenn ein Vertrag geschlossen wurde sind beide Parteien zur Erfüllung verpflichtet. Wenn eine Partei seiner Verpflichtung nicht nachkommt, kann der Andere Schadensersatz verlangen. Aber pauschal wie o.g. 100 Eur dafür nehmen ist mehr als fraglich und wird sogar von den Gerichten abgeschmettert. Wenn jemand eine Anzahlung vornimmt ist der Vertrag geschlossen worden !!!

  3. klar, die Beratung ansich gehört schon dazu, aber wenns schon für den Kunden speziell ausgearbeitete Motive ect sind, ist das schon was anderes finde ich.
    Und du sprichst schon die Autobranche an,… wenn du eine Anzahlung für ein Auto leistest und du dann kurz vorher doch nicht mehr möchtest, sag mir einen Händler, der dann sagt, „klar, bekommst einfach die geleistete Anzahlung zurück“?! Der Autohändler hat ja ansich noch weniger getan als ein Tätowierer in dem Moment, nur beraten erstmal.
    Bei einem gebuchten Flug zB hast du auch dann sogar die komplette Summe bezahlt und bleibst darauf sitzen, wenn du nicht fliegst.

  4. Das ist unternehmerisches Risiko. Z.B. willst Du ein Auto kaufen. Bist beim Händler A machst eine Probefahrt und lässt Dir eine Finanzierung ausarbeiten. Vornweg gehen da mind.2 Tassen Kaffee und 2 Stunden Gespräch drauf. Dann gehst Du zu Händler B und kaufst dort einen Wagen…… !?!
    Kein Händler (A) wird das einem Kunden in Rechnung stellen….
    So ist es auch bei Dir. Kundenberatung geht auf das Verkäuferrisiko.
    Zu o.g. Fall war es ja eigentlich klar. Das hätte die Fragestellerin machen können. Ausserdem macht das Ganze einen schlechten Ruf für den Tätowierer. Es gibt nichts Schlimmeres als negative Mundwerbung.
    Eine Frage an die Fragestellerin. Wie ist dann das Ganze jetzt ausgegangen ? Frage stellen, Antwort erhalten und dann kein feedback geben. Wir warten regelrecht auf die Antworten …..

  5. Wie gestaltet sich das denn im Umkehrschluss für den Tätowierer, dem in manchen Fällen zwar keine Farbe als Aufwand entstanden ist, aber evt wurde mit dem Kunden/der Kundin vorab schon eine Motivauswahl und intensive Beratung stattgefunden und der Termin ein halbes Jahr für ihn freigehalten. Mal abgesehen von einer Schwangerschaft, was kann denn der Tätowierer für §§ angeben um es zu rechtfertigen?

  6. Das scheint mir hier ganz so, als könnte hier § 313 BGB Anwendung finden, da in diesem Fall durch die Schwangerschaft tatsächlich die Geschäftsgrundlage weggefallen ist.

    § 313
    Störung der Geschäftsgrundlage
    (1) Haben sich Umstände, die zur Grundlage des Vertrags geworden sind, nach Vertragsschluss schwerwiegend verändert und hätten die Parteien den Vertrag nicht oder mit anderem Inhalt geschlossen, wenn sie diese Veränderung vorausgesehen hätten, so kann Anpassung des Vertrags verlangt werden, soweit einem Teil unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls, insbesondere der vertraglichen oder gesetzlichen Risikoverteilung, das Festhalten am unveränderten Vertrag nicht zugemutet werden kann.

    Insbesondere der Absatz 3 ist interessant:

    (3) Ist eine Anpassung des Vertrags nicht möglich oder einem Teil nicht zumutbar, so kann der benachteiligte Teil vom Vertrag zurücktreten. An die Stelle des Rücktrittsrechts tritt für Dauerschuldverhältnisse das Recht zur Kündigung.

    Hier handelt es sich nicht um eine Terminverschiebung sondern um einen Rücktritt, also ist m.E. die Anzahlung zurückzuzahlen. Eine Wartezeit von 1-2 Jahren ist hier nicht zumutbar.

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